Deutsche Börse AG - Rohstoff-ETCs im Fokus

13:20 10.03.10

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Palladium-ETC (ETC - Physical auf Palladium [ETFS Metal Securities Ltd]) erhält derzeit die größte Aufmerksamkeit und läuft Gold den Rang ab, so die Deutsche Börse AG.

Die weltweiten Käufe würden diese Woche zu dem Rekordbestand von 1,18 Mio. Unzen in dem physisch hinterlegten Produkt führen, melde ETF Securtities, Emittentin dieses Palladium-ETC. Der Preis für Palladium sei in den vergangenen zwölf Monaten um 120 Prozent gestiegen und notiere mit 473 USD am Jahreshoch. Gold habe in dieser Zeitspanne um 25 Prozent zugelegt. Ebenso sei die Nachfrage nach dem Platin-ETC (ETC - Physical auf Platin [ETFS Metal Securities Ltd]) weiter gestiegen. "Die Erholung der globalen Automärkte stützt die Nachfrage nach den Edelmetallen, die vor allem im Automobilbau zur Katalysatorherstellung eingesetzt werden", erkläre Bernardus Roelofs von Flow Traders.

"Verantwortlich für den positiven Unterton ist sicher die Kombination aus neuen Investments und den gleichzeitig positiven Entwicklungen auf den chinesischen und US-amerikanischen Automärkten", würden die Analysten von Heraeus schreiben. Beide würden eher Benzinmotoren bevorzugen und damit in den Katalysatoren den Weg für eine bevorzugte Nutzung des billigeren Palladiums frei machen. "Platin bleibt auf diesen Märkten mit Abstand nur der zweite Platz auf dem Treppchen." Die Analysten würden eine Beruhigung erwarten, denn Kurse über 500 USD wären nicht nachhaltiger Natur.

Wie Roelofs berichte, würden sich Anleger auch für Silber-ETCs (ISIN nicht bekannt/ WKN A0N6F2) interessieren, da Silber verglichen mit Gold immer noch vergleichsweise günstig sei. Gold-Produkte (Xetra-Gold ETC auf Gold [Deutsche Börse Commodities GmbH]), (ETC auf Gold [Gold Bullion Securities Limited]) seien ebenfalls gekauft worden. "Der Kauf von Gold gilt vielen weiterhin als Möglichkeit, sich gegen die Inflationsrisiken abzusichern, die sich aus der stark expansiven Geldpolitik der großen Zentralbanken ergeben könnten", schreibe Mauro Toldo in einer Rohstoffanalyse.

Die Sorgen um den Fortbestand des Euro hätten die Nachfrage nach "fundamentalen Werten" zusätzlich geschürt. Toldo rechne in den kommenden Wochen mit einer volatilen Seitwärtsbewegung. Die Konjunkturerholung in den G3-Staaten sollte weiter zäh verlaufen, doch einen Rückfall in eine Rezession erwarte er nicht. Die Fiskalprobleme Griechenlands und anderer Staaten der Eurozone könnten - notfalls mit externer Hilfe - beherrscht werden. "Die Sorge, dass der Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik nicht so glatt verläuft, wie von den Zentralbanken gewünscht, wird den Goldpreis ebenfalls auf hohem Niveau halten."

Mit Gas-ETCs (ETC auf DJ-UBS Natural Gas TR [ETFS Commodity Securities Ltd]) und dem dazugehörenden gehebelten Produkt (ETC auf DJ-UBS Natural Gas ER [ETFS Commodity Securities Ltd]) würden die Investoren Bestände aufbauen und die Gelegenheit nutzen, denn hohe Lagerbestände und vorhergesagte milde Temperaturen hätten die Preise nach unten getrieben, erzähle Roelofs. Verkäufe dagegen beobachte er bei Öl-ETCs (ETC auf DJ-UBS Crude Oil ER [ETFS Commodity Securities Ltd]), (ETC auf DJ-UBS Crude Oil TR [ETFS Commodity Securities Ltd]). "Investoren trennen sich von ihren Positionen und nehmen Gewinne mit. Nach dem Durchbruch über die 80er USD-Marke steigt die Unsicherheit bei den Investoren, wie es weiter geht."

"War der Verlauf seit Jahresbeginn noch relativ eng mit der Entwicklung des USD/EUR-Kurses korreliert, hat sich dieser Zusammenhang seit Anfang Februar aufgelöst", würden die Volkswirte der DekaBank sagen, die Rohöl in einer Höhe von 75 USD als fair bewertet ansehen würden. Gegen ein nachhaltig höheres Preisniveau spräche die schwache Konjunkturdynamik in den Industriestaaten.

Der ETC All Commodities (ETC auf DJ-UBS Commodity TR [ETFS Commodity Securities Ltd]) erreiche ein neues Hoch mit 375 Mio. USD. Anleger würden sich offensichtlich breiter ausrichten, ihr Portfolio über den breit angelegten Rohstoff-ETC diversifizieren. "Dahinter steht die Absicherung gegen eine mögliche Inflation, Währungsschwäche und die Möglichkeit langfristig an einer Nachfrage aus den Schwellenländern teilzuhaben", schließe Roelofs ab. (10.03.2010/zc/a/a)

Quelle: Aktiencheck