ROUNDUP: Konzernumbau zahlt sich für Jenoptik-Aktionäre aus

15:30 06.06.12

WEIMAR (dpa-AFX) - Der Konzernumbau der vergangenen Jahre hat das Technologieunternehmen Jenoptik (Jenoptik Aktie) profitabler gemacht. Der Konzern sei dadurch in der Lage, erstmals wieder eine Dividende zu zahlen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Jenoptik AG, Michael Mertin, am Mittwoch auf der Aktionärsversammlung in Weimar. Jenoptik hatte 2011 bei einem Umsatzanstieg von 14 Prozent auf 543 Millionen Euro einen Rekordgewinn von rund 34 Millionen Euro erwirtschaftet. Gezahlt werden soll nach fast zehnjähriger Abstinenz eine Dividende von 0,15 Euro pro Anteilsschein.

Mertin kündigte die weitere Internationalisierung des TecDax (TecDAX)-Unternehmens an. Es seien Tochtergesellschaften oder Niederlassungen in China (Shanghai), Malaysia, Singapur und Brasilien (Sao Paulo) gegründet worden. Der Vorstand rechnet mit einer soliden Entwicklung von Umsatz und Ertrag auch in diesem Jahr. Er hatte bereits vor der Hauptversammlung die Geschäftsprognose für 2012 präzisiert. Danach soll der Optik-Konzern einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 45 bis 50 Millionen Euro und damit etwa auf Vorjahresniveau erwirtschaften. Beim Umsatz wird ein Plus von 4 bis 8 Prozent erwartet.

Gut entwickelt sich nach Angaben von Mertin der Bereich Verkehrsüberwachungstechnik. In Saudi Arabien würden für 20 Millionen Euro Rotlicht- und Tempoüberwachungsanlagen, sogenannte Blitzer, installiert. Das Projekt, für das der Thüringer Optik-Konzern 2011 den Zuschlag gewann, sei vom Volumen her das bisher größte weltweit. Einen weiteren Großauftrag über 40 Millionen Euro habe Jenoptik im ersten Quartal 2012 für ein Verkehrssicherheitsprojekt in Malaysia erhalten. In diesem Bereich könnten nur wenige internationale Wettbewerber Jenoptik "Paroli bieten", sagte Mertin.

Neu gewählt wird bei der Hauptversammlung der Aufsichtsrat der der Jenoptik AG. Einer der Kandidaten ist der Vorstandschef der staatlichen Thüringer Aufbaubank, Matthias Wierlacher. Er vertritt die Aufbaubank-Tochter Thüringer Industriebeteiligungsgesellschaft, die seit Sommer 2011 mit 11 Prozent der Anteile zu den großen Jenoptik-Aktionären gehört. Die Anteile waren von der österreichischen ECE Industriebeteiligungen (Wien) übernommen worden, die ihre Jenoptik-Anteile damit auf 14 Prozent zurückschraubte.

Für den Aufsichtsrat kandidieren gleich drei ECE-Vertreter. Das kritisierte Friedrich Franke (Gera) von der Schutzgemeinschaft für Kapitalanleger. Zudem soll mit Brigitte Ederer, sie ist Vorstandsmitglied des Siemens (Siemens Aktie)-Konzerns, eine Frau in das Kontrollgremium einziehen. Geplant ist eine Erhöhung der Aufsichtsratsbezüge um ein Drittel. Die Unternehmenskontrolleure sollen danach eine feste jährliche Vergütung von jeweils 20.000 Euro sowie weitere erfolgsabhängige Zahlungen erhalten./ro/DP/stw

Quelle: dpa-AFX