STUTTGART (dpa-AFX) - Nach der Ankündigung eines umfassenden Sparprogramms verhandelt der Autobauer Daimler (Daimler Aktie) über Produktionsanpassungen in seinem größten Pkw-Werk in Sindelfingen. "Wir passen die Produktion einzelner Bereiche an die Nachfrage an", sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag auf Anfrage den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX. Die Fertigung einzelner Baureihen werde stetig angepasst und es gebe Gespräche mit dem Betriebsrat. Das seien aber keine ungewöhnlichen Vorgänge. Die "Stuttgarter Zeitung" hatte über Einschnitte im Stammwerk und einen heftigen Streit zwischen dem Management und dem Betriebstrat berichtet. Details wollte der Sprecher nicht kommentieren. An der Börse kam die Nachricht nicht gut an. Die Aktie verlor erneut zwei Prozent und war damit der zweitschlechteste Wert im Dax.
Eine Betriebsratssprecherin sagte der dpa, Konzern und Betriebsrat verhandelten derzeit über eine Umstellung der Schichtpläne im vierten Quartal. Ihr zufolge hat Daimler eine Einigungsstelle angerufen, weil sich Werksleitung und Betriebsrat nicht auf die neuen Schichten einigen konnten. Dem Betriebsrat zufolge stehen die geplanten Produktionskürzungen in keinem unmittelbaren Zusammenhang zu dem Sparprogramm.
Konzern-Chef Dieter Zetsche hatte am Donnerstag eingeräumt, dass Daimlers Pkw-Sparte den angepeilten Rekordgewinn aus 2011 dieses Jahr nicht mehr erreichen werde und das Sparprogramm angekündigt. Grund seien die Absatzkrise in Europa und schlecht laufende Geschäfte in China. Außerdem schwächeln mit der S- und E-Klasse altersbedingt ausgerechnet zwei Modelle aus dem Oberklassesegment, das traditionell den größten Gewinn bringt.
Der Konzernsprecher hatte mögliche Anpassungen unter anderem mit dem fortgeschrittenen Lebenszyklus der S-Klasse begründet. Die nächste Generation der Oberklasse-Baureihe soll 2013 auf die Straße kommen. Auch die E-Klasse ist nicht mehr taufrisch und soll nächstes Jahr überarbeitet werden. Die C-Klasse wird in zwei Jahren erneuert. Experten hatten bereits vergangene Woche vermutet, dass Daimler sein Sparprogramm nicht ohne Kürzungen bei der Produktion werde umsetzen können./mmb/fbr