ROUNDUP 2: Lanxess bleibt auf Rekordkurs - Prognose bekräftigt - Aktie sinkt

14:04 07.08.12

(Neu: Telefonkonferenz, Aktienkurs, Analysten.)

LEVERKUSEN (dpa-AFX) - Der Spezialchemiekonzern Lanxess (Lanxess Aktie) hat der Euro-Schuldenkrise im zweiten Quartal getrotzt und die Prognose für das Gesamtjahr bekräftigt. "Wir vergleichen uns mit einem sehr guten Vorjahr 2011 und sind mit unserem starken zweiten Quartal auf dem Weg zu einem noch besseren Jahr 2012", sagte Konzernchef Axel Heitmann am Dienstag. Umsatz und operatives Ergebnis legten auch dank Preiserhöhungen und Euro-Schwäche deutlich zu, während der Gewinn wegen Umbaumaßnahmen leicht sank. Das Geschäft mit der Auto- und Reifenindustrie läuft trotz Schwächetendenzen in Europa weiter rund. Besonders Asien und auch die USA blieben die entscheidenden Wachstumstreiber. Gewinnmitnahmen sorgten dennoch für kräftige Kursabschläge an der Börse.

"Unser Fokus auf Megatrends und Wachstumsregionen sowie unsere Technologiekompetenz sind die Stabilisatoren in einem zunehmend herausfordernden Umfeld", sagte Heitmann. Lanxess ist der führende Hersteller von Synthesekautschuk und liefert auch zahlreiche hochwertige Kunststoffe für die Autoindustrie. Während viele europäische Autobauer leiden, geht es gerade den Herstellern im Premiumsegment wegen eines starken Geschäfts in Nordamerika und China noch vergleichsweise gut.

WACHSTUMSTREIBER ASIEN

Für das zweite Halbjahr 2012 sei ein operatives Ergebnis in etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums von 485 Millionen Euro zu erwarten, erklärte Heitmann. Angesichts zunehmender Herausforderungen werde aber nicht mit einer darüber hinausgehenden Dynamik gerechnet. Die Krise in der Eurozone wirke sich negativ auf das Bestellverhalten aus, sagte Heitmann.

Für das Gesamtjahr peilt der Lanxess-Chef für das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sonderposten (EBITDA pre Ex) weiterhin eine Steigerung um fünf bis zehn Prozent an. Im Rekordjahr 2011 hatte Lanxess operativ 1,15 Milliarden Euro erwirtschaftet. Den Aktionären versprach Heitmann vor diesem Hintergrund bereits jetzt eine Erhöhung der Dividende. Zuletzt hatte Lanxess 85 Cent je Aktie ausgeschüttet.

Im zweiten Quartal blieb der Konzern auf Wachstumskurs. Die Leverkusener steigerten den Umsatz um gut acht Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. In der Region Asien-Pazifik war das Plus mit knapp 24 Prozent besonders deutlich. "China wächst immer noch stark", sagte Heitmann. Dies gelte auch bei einer Abschwächung des Wachstums. Auch in Nordamerika (+19%), den fünf BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika/+14%) sowie in Lateinamerika (+8%) erhöhten sich die Umsätze deutlich. In Europa und in Deutschland ergaben sich wegen der Krise hingegen Rückgänge.

PROFITABILITÄT BLEIBT HOCH

Auch die Profitabilität blieb hoch. In allen Segmenten seien höhere Rohstoffkosten vollständig in den Markt weitergegeben worden, hieß es. Das EBITDA vor Sonderposten legte im zweiten Quartal um 6,8 Prozent auf 362 Millionen Euro zu. Die Marge ging mit 14,9 Prozent nur leicht um 0,2 Punkte zurück. Unter dem Strich verdiente Lanxess 176 Millionen Euro und damit rund drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Grund waren Umbaumaßnahmen. Der Konzern übertraf bis auf den Gewinn die Prognosen.

Am Finanzmarkt war die Reaktion eher verhalten. Die Aktien büßten in einem behaupteten Umfeld zuletzt 3,10 Prozent auf 58,98 Euro ein. Händler machten dafür Gewinnmitnahmen verantwortlich. Seit Ende Juni hatten die Aktien einen kräftigen Schub verzeichnet. DZ Bank-Analyst Peter Spengler zeigte sich von den Kennzahlen positiv überrascht und lobte auch die Bestätigung des Ausblicks. Auch die Commerzbank sprach von starken Zahlen, bezeichnete den Ausblick für das zweite Halbjahr allerdings als vorsichtig. Dies dürfte aber kein Zeichen einer deutlichen Geschäftsabschwächung sein, sondern scheine im Einklang mit der gewöhnlich vorsichtigen Haltung des Managements zu stehen.

WEITER STARK SCHWANKENDE ROHSTOFFKOSTEN ERWARTET

In Europa erwartet der Konzern wegen der Euro-Schuldenkrise weiterhin eine nur schwache wirtschaftliche Entwicklung. Für Asien und Lateinamerika geht Lanxess-Chef Heitmann von einem moderaten Wachstum aus. In den USA dürfte das Wachstum anhalten, gegebenenfalls mit einer leichten Abschwächung. Die Kosten für Rohstoffe und Energie dürften in der zweiten Jahreshälfte weiterhin stark schwanken. Auch künftig werde Lanxess an der sogenannten Preis-vor-Menge-Strategie festhalten, erklärte Heitmann. Im Zweifel will das Unternehmen lieber auf Umsatz verzichten, um höhere Preise zu erzielen.

Im Autosektor erwartet Lanxess ein anhaltendes Wachstum, auch wenn sich die hohen Steigerungsraten etwas abschwächen dürften. In Europa werde der Autosektor allerdings kaum Impulse setzen. Bei der Nachfrage nach Synthese-Kautschuk für die Reifenindustrie sei mit einer Fortsetzung des Volumenrückgangs zu rechnen. Und im Agrochemiegeschäft sei grundsätzlich von einer anhaltend stabilen Nachfrage auszugehen. Die Trockenheit in Nordamerika dürfte aber die Nachfrage nach Pilzmitteln dämpfen./jha/mne/fbr

Quelle: dpa-AFX

Ausgewählte RBS-Zertifikate auf Lanxess

WKN Art Geld Brief Knockout Hebel
AA51KZ Mini Future Zertifikat (long) 0,74 € 0,78 € 49,50 € 7,04 x
AA7M17 Mini Future Zertifikat (short) 1,26 € 1,30 € 58,30 € 4,13 x
AA7JEW Capped-Bonus-Zertifikat 57,27 € 57,47 € -   -
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