ROUNDUP 2/Fusionspläne: EADS und BAE wollen am Dienstag entscheiden

12:11 09.10.12

(neu: Entscheidung am Dienstag erwartet, Aktienkurs)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die geplante Fusion von EADS (EADS Aktie) und BAE Systems (BAE Systems Aktie) steht einen Tag vor dem Ende der ersten Frist vor einem entscheidenden Punkt. Die Chefs der beiden Rüstungskonzerne wollen noch am Dienstag über die Zukunft des bei Anteilseignern umstrittenen Zusammenschlusses entscheiden. "Ian King und Tom Enders werden heute die gegenwärtige Lage besprechen", sagte ein EADS-Sprecher in München. Danach sollten die Verwaltungsräte entscheiden. Insidern zufolge wollen die Konzerne eine Fristverlängerung erreichen, um die Chance auf den Zusammenschluss zu wahren.

Die EADS-Aktie, die nach dem Bekanntwerden der Fusionspläne Mitte September regelrecht abgestürzt war, lag am Dienstagvormittag erneut mit 0,19 Prozent im Minus bei 26,20 Euro. Die Papiere von BAE Systems verloren 0,72 Prozent auf 4323,9628 britische Pence.

MITTWOCH IST STICHTAG

Am Mittwochnachmittag endet eine Frist, bis zu der nach britischem Recht ein Zwischenergebnis vorliegen muss. Zuletzt hatte es immer mehr kritische Stimmen zu dem geplanten Zusammenschluss gegeben. Möglich sind eine Absage des Vorhabens, aber auch weitere Verhandlungen. Der britische Verteidigungsminister Philip Hammond sagte am Rande eines Treffens der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel, es sei Sache der beteiligten Unternehmen zu entscheiden, ob sie eine Fristverlängerung bräuchten.

Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge wollen die Unternehmen tatsächlich zusätzliche Zeit herausschlagen. Die Regierungen von Frankreich und Großbritannien hätten einer Fristverlängerung bereits zugestimmt, erfuhr Bloomberg von mit den Verhandlungen vertrauten Personen. Falls sich Deutschland ebenfalls dafür ausspreche, würde EADS den Deutschen Jobgarantien anbieten. Ein EADS-Sprecher lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

REGIERUNGEN ÜBERZEUGEN

Das Rüstungsgeschäft gilt als politisch sensibel. Staaten wollen die für die Landesverteidigung wichtigen Industriebereiche nicht zum Spielball ausländischer Investoren oder anderer Regierungen werden lassen. Auch der Bestand von Standorten und Arbeitsplätzen gilt als Knackpunkt. EADS ist bisher vor allem mit Airbus in der zivilen Luftfahrt stark, BAE gilt als Rüstungsspezialist.

Gegenwind kommt auch vonseiten der Aktionäre. Der größte Anteilseigner von BAE, der Investmentfonds Invesco Perpetual, hatte am Montag öffentlich den Sinn der geplanten Fusion angezweifelt. "Invesco versteht die strategische Logik des geplanten Zusammenschlusses nicht", hieß es in einem in London veröffentlichten Schreiben. Auch eine zu erwartende hohe Staatsbeteiligung an dem neuen Konzern passt dem Großinvestor nicht. Die Fonds von Invesco halten derzeit gut 13 Prozent der BAE-Aktien.

STELLUNG AUF US-MARKT IN GEFAHR?

Invesco fürchtet, dass eine Fusion von BAE mit EADS die Stellung der Briten auf dem US-amerikanischen Rüstungsmarkt untergraben würde. Noch seien keine Vorteile aus der Fusion erkennbar, die diesen Nachteil ausgleichen könnten, argumentierte der Großaktionär. Hinzu kommen Befürchtungen, dass die Ausschüttungen sinken könnten.

Am Sonntag hatte der britische Verteidigungsminister Philip Hammond gefordert, dass Frankreich und Deutschland bei einer Fusion ihre Beteiligungen reduzieren. Bisher verfügen beide Länder direkt und indirekt über jeweils gut 22 Prozent der EADS-Anteile, die deutschen Interessen nimmt dabei der Autokonzern Daimler (Daimler Aktie) wahr. Bei BAE Systems sind keine Staaten direkt oder indirekt Großaktionäre, allerdings hält die britische Regierung eine sogenannte goldene Aktie, mit der sie etwa die feindliche Übernahme des Konzerns verhindern kann.

"GOLDENE AKTIE" ALS LÖSUNG

EADS-Vorstandschef Tom Enders und BAE-Systens-Lenker Ian King hatten mehrfach dafür plädiert, dass die Staaten alle ihre Anteile abgeben und ihre Interessen nur noch mit einer goldenen Aktie geltend machen. Die Konzernchefs versprechen sich davon mehr Aufträge in den USA und Asien, wo größere europäische Staatsbeteiligungen kritisch gesehen werden.

In Berlin und Paris dürfte sich der Streit wiederum um das künftige Gleichgewicht zwischen Deutschland und Frankreich drehen. Dabei spielt auch eine Rolle, wo die Zentrale des neuen Konzerns angesiedelt ist./sbr/stw/stb/kja

Quelle: dpa-AFX

Ausgewählte RBS-Zertifikate auf EADS

WKN Art Geld Brief Knockout Hebel
RBS5KH Mini Future Zertifikat (long) 20,66 € 20,77 € 23,90 € 2,04 x
AA7APD Discount-Zertifikat 34,64 € 34,74 € -   -
AA7APC Discount-Zertifikat 33,73 € 33,83 € -   -
AA7APB Discount-Zertifikat 31,84 € 31,94 € -   -
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