Stuttgart (aktiencheck.de AG) - Die beiden deutschen Automobilkonzerne Daimler AG (Profil) und Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (Profil) ziehen offenbar ihre Konsequenzen aus dem verlustreichen US-Leasinggeschäft in 2008 sowie den kräftigen Absatzeinbrüchen im vergangenen Jahr und korrigieren ihre Strategie auf dem für ihren wichtigsten Exportmarkt.
Laut einem Bericht des "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) stellt die Verringerung des hohen Leasinganteils im Absatz einer der Kernpunkte der neuen Strategie dar. So hat Daimler nach Aussage von Konzernchef Dieter Zetsche den Leasinganteil im US-Absatz von fast 70 Prozent auf unter 50 Prozent gedrückt. BMW reduzierte den Wert von rund 60 Prozent ebenfalls auf unter 50 Prozent, jeweils bei sinkenden Volumen. Nach Jahren hoher Zuwächse in den USA musste BMW 2008 fast zwei Mrd. Dollar auf Kreditausfälle und nicht gedeckte Restwerte im Leasinggeschäft abschreiben. Bei Daimler summierten sich die Rückstellungen auf knapp 500 Mio. Euro.
Insgesamt blicken beide Autohersteller optimistisch in die Zukunft, was die Perspektiven des US-Geschäfts angeht: "Wir gehen sehr viel zuversichtlicher in das Jahr 2010", sagte BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson im Gespräch mit dem "Handelsblatt". "Wir glauben, dass wir auf dem US-Markt wieder wachsen werden", sagte Daimler-Vertriebschef Joachim Schmidt gegenüber der Wirtschaftszeitung.
Da der Dollar in den kommenden Jahren dauerhaft schwächeln dürfte, bauen Daimler und BMW ihre Werke in den USA kräftig aus. Zwar beteuert Daimler-Vertriebschef Schmidt, bei dem derzeitigen Dollarkurs eine C-Klasse von Deutschland in die USA mit Gewinn exportieren zu können. Dennoch wird die Produktion des wichtigsten Volumenmodells der Stuttgarter 2014 von Sindelfingen nach Alabama verlagert. BMW fährt die Kapazität seiner Fertigung in South Carolina laut dem Bericht von derzeit 140.000 auf 240.000 Einheiten hoch.
Die Aktie von BMW notierte zuletzt mit einem Minus von 0,11 Prozent bei 31,20 Euro, während die Anteilsscheine von Daimler 0,72 Prozent auf 36,02 Euro abgeben müssen. (13.01.2010/ac/n/d)
