NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben zum Wochenausklang an ihre Gewinne vom Vortag angeknüpft. Die Hoffnung auf radikale Maßnahmen wie ein Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die Schuldenkrise sei gestiegen, hieß es von Händlern. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur September-Lieferung kostete am späten Nachmittag 106,11 US-Dollar. Das waren 85 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) stieg um 47 Cent auf 89,85 Dollar.
Die Ölpreise profitieren nach Einschätzung von Händlern weiter von Aussagen des EZB-Präsidenten Mario Draghi. Der Notenbankchef hatte am Vortag gesagt, die EZB werde alles Nötige tun, um den Euro zu erhalten und Interventionen am Anleihemarkt angedeutet. Am Freitag wurde die Ankündigung vom deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble begrüßt.
Auch Kanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Francois Hollande betonten in einer gemeinsamen die Bereitschaft zu entschlossenem Handeln. Lediglich von der Deutschen Bundesbank kamen kritische Töne zu möglichen Anleihekäufen der EZB. Doch davon ließen sich Anleger in ihrer Risikofreude nur kurzzeitig stören. Am Nachmittag stützen etwas weniger schlecht als erwartete US-Konjunkturdaten die Stimmung an den Märkten.
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Freitag kostete ein Barrel am Donnerstag im Durchschnitt 101,47 Dollar. Das waren 1,26 Dollar mehr als am Mittwoch. Die Opec berechnet ihren durchschnittlichen Ölpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./hbr/jsl