Die Nichtregierungsorganisation War on Want wirft Adidas vor, in Indonesien Schuhe und Trikots zu Dumpinglöhnen fertigen zu lassen. Adidas-Chef Herbert Hainer weist die Vorwürfe entschieden zurück.
Der deutsche Sportartikelkonzern Adidas, mit einem Umsatz von 13,3 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr größtes Sportartikelunternehmen in Europa und weltweit die Nummer 2 hinter dem US-Konkurrenten Nike (Umsatz 2012: 19 Milliarden Euro, das Geschäftsjahr endete am 31. Mai), ist der offizielle Sportswear-Partner der Olympischen Sommerspiele in London.
Der Dax30-Konzern mit Hauptsitz im fränkischen Herzogenaurach stattet rund 84000 freiwillige Helfer der Spiele unter anderem mit Poloshirts und Turnschuhen aus. Außerdem rüstet der Drei-Streifen-Konzern elf Nationale Olympische Komitees aus, also Nationalteams, darunter neben den Sportlern aus dem Gastgeberland Großbritannien Athleten aus Australien, Kuba, Frankreich, Äthiopien und Deutschland. Offiziell sagt Adidas nicht, wie hoch die Ausgaben für das Olympia-Engagement sind. Schätzungen gehen von 100 Millionen Euro aus. Lohn der Mühe soll unter anderem die Marktführerschaft in Großbritannien sein, die Adidas-Chef Herbert Hainer dem US-Konkurrenten Nike bis spätestens 2015 abnehmen will. Derzeit liegt Adidas nach eigenen Angaben mit 16 Prozent noch zwei Prozentpunkte hinter Nike.
Die Nichtregierungsorganisation War on Want wirft Adidas vor, dass die Arbeiter in den Zulieferbetrieben, die im Auftrag des Sportkonzerns in Indonesien Schuhe und Trikots herstellen, zu geringe Löhne bekommen. Für diesen Samstag plant die NGO zusammen mit weiteren Olympia-Gegnern und Kritikern einen Protestmarsch in London. War on Want protestierte Anfang Juni gegen diese Praxis, indem Mitglieder der Organisation Adidas-Produkte in Londoner Adidas-Shops und in weiteren Sportartikelgeschäften nachgemachte Waren-Anhänger an den Sweatshirts und Polos befestigten, auf denen schlicht 34 p Exploitation (Anmerkung: Ausbeutung) stand 34 Pence sind laut der NGO der niedrigste Stundenlohn in einer der Sportfabriken.
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