Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Investoren befassen sich heute weiterhin überwiegend mit Index-Derivaten, so die Deutsche Börse AG.
Im Handel mit ETFs liege wie meist ein Indexfonds auf den deutschen Leitindex vorne, der DAX EX (iShares DAX (DE)). Die - in Bezug auf das Volumen - überwiegend institutionellen Anleger würden aber keine klare Marktmeinung zeigen. Sie würden gleichermaßen kaufen und verkaufen, wie die Market Maker von der HypoVereinsbank berichten würden. Beim Pendant auf den europäischen DJ EURO STOXX 50 EX (iShares DJ EURO STOXX 50 (DE)) würden dagegen die Verkäufer überwiegen.
Bei den Anlage- und Hebelprodukten würden die Akteure nach Beobachtung der Skontroführer auf dem Frankfurter Parkett vor allem Derivate auf den DJ EURO STOXX 50 handeln, gefolgt von Papieren auf DAX® und den japanischen Leitindex Nikkei 225. In allen drei Underlyings würden die Produkte eher ver- als gekauft.
"Das ist ein schwieriger Markt", beschreibe ein tagesaktiver Händler seine derzeitige Strategie. "Wir haben jetzt vier freundliche Tage hinter uns, da traut man sich gar nicht zu kaufen." Stattdessen setze er morgens mit Stopp-Loss beim Einstiegspreis auf fallende Kurse und fliege sofort wieder aus dem Markt. "Alle warten auf eine Konsolidierung. Die Markttechnik sieht aber nicht so aus, als ob der gegenwärtige Aufwärtstrend abbreche."
Dieser Ansicht sei auch Achim Matzke, Leiter der Charttechnik bei der Commerzbank. "Wir erwarten, dass die Kurse bis zum Jahresende weiter moderat steigen. Wir befinden uns in einer so genannten Earnings-driven-Hausse - einer von den Unternehmensgewinnen getriebenen Aufwärtsphase." Die Ertragserwartungen würden von den Unternehmen in der Summe weiter nach oben gesetzt. Auf der negativen Seite stünden zwar Zweifel an der US-Konjunktur und steigende Leitzinsen, was aber den Trend nicht bremsen könne. "Der Markt hat im vergangenen Monat immerhin rund 800 Punkte zugelegt, knapp 12 Prozent. Er kann natürlich jederzeit ein, zwei Tage lang konsolidieren." Je länger die Kurse steigen würden, desto eher würden die Leute von Konsolidierung reden, desto wahrscheinlicher werde sie ja auch. Das Wort 'Korrektur' wolle Matzke gar nicht in den Mund nehmen. "Von einer Korrektur spricht man ab 10, 20 Prozent Verlust."
Nicht mehr pessimistisch wie noch vor einigen Wochen sei auch der Charttechniker Wieland Staud: "Unser Stopp lag bei 6.900 DAX-Punkten. Seit es überwunden ist, sehen wir ein Kursziel von 7.370 bis 7.500 Punkten." Allein die Performance, die die Allianz-Aktie von einer verzweifelten technischen Perspektive aus hingelegt habe, sei beeindruckend. Stauds Einschätzung nach befinde sich der Markt gerade in einem markanten Widerstandsband aus dem Jahr 2000 bei eben diesen 7.370 bis 7.500 Punkten. Sollte dieser Widerstand geknackt werden, dann ergebe sich ein völlig neu zu analysierendes Bild.
Der halbherzige Glaube, nun müsse der Markt erst einmal korrigieren, spiegele sich auch in der aktuellen Erhebung der Marktstimmung zu DAX® und TecDAX® wider. Wie jeden Mittwoch habe die Börse Frankfurt heute 300 aktive Investoren nach ihrer Einschätzung zu DAX und TecDAX gefragt. Die Akteure würden sich leicht pessimistischer für die deutschen Bluechips äußern. Etwa 4 Prozent, die zuvor je zur Hälfte long oder gar nicht im Markt gewesen seien, seien nun auf die Short-Seite gewechselt. Im TecDAX seien es immerhin noch 3 Prozent.
Mit einem neuen Indexfonds eröffne Lyxor Anlegern die griechische Börse. Der Lyxor ETF MSCI Greece (LYXOR ETF MSCI GREECE) sei an den gleichnamigen Index gekoppelt und enthalte rund 85 Prozent der Marktkapitalisierung der an der Athener Börse gelisteten Unternehmen. Sektoral seien Banken mit knapp 56 Prozent am stärksten gewichtet, gefolgt vom Telekommunikationssektor mit rund 14 Prozent) und der Reisebranche mit etwa 10 Prozent (Stand: 30. März 2007).
Einen ausführlichen Blick auf den griechischen Aktienmarkt biete die Börse Frankfurt News zum Fondsmarkt am kommenden Montag. (18.04.2007/zc/a/a)