Griechenlands Energieversorgern droht die Zahlungsunfähigkeit. Um Gasimporte bezahlen und Kraftwerke betreiben zu können, sind sie auf Notfallkredite angewiesen. Das Risiko von Stromausfällen ist offenbar enorm hoch.
In Griechenland drohen, die Lichter auszugehen, da bei den Versorgern die Barmittel schwinden, um für Erdgasimporte zu bezahlen und Kraftwerke zu betreiben.
Die Aufsichtsbehörden werden sich unter Umständen schon in diesen Tagen mit dem Betreiber des griechischen Strommarktes treffen, um über einen Notfallkredit in Höhe von 300 Millionen Euro zu verhandeln. Dadurch sollen vorerst Zahlungen für Gasimporte von OAO Gazprom aus Russland, Botas AS aus der Türkei und Eni SpA aus Italien geleistet werden.
Dem größten Stromproduzenten Griechenlands, Public Power Corp SA (PPC), ist das Geld fast vollständig ausgegangen und er wird wahrscheinlich seinen Verpflichtungen nicht nachkommen können. Im Verlauf der letzten zwölf Monate ist die Zahl der unbezahlten Stromrechnungen um 50 Prozent hochgeschnellt, wie aus Informationen von Standard & Poor's hervorgeht.
Es besteht definitiv das Risiko von Stromausfällen, sagt Olivier Jakob, Managing Director des Energieberaters Petromatrix GmbH mit Sitz in Zug. Griechenland stehen höhere Kosten ins Haus, da die Anbieter auf bessere Konditionen bestehen werden, um sich abzusichern. Und wenn die Regierung die Rechnung nicht zahlen kann, dann gibt es ein richtiges Problem.
PPC-Sprecher Kimon Steriotis wies diese Gefahr in einer Stellungnahme per E-Mail zurück und erklärte, dass mit keinen unmittelbaren Stromausfällen zu rechnen sei. Die Kohlekraftwerke hätten volle Lager, und die Reservoirs der Wasserkraftwerke seien gefüllt. Auch die Kraftwerke auf den Inseln, die nicht mit dem nationalen Stromnetz verbunden sind, verfügen über ausreichend Rücklagen. Für die Stromversorgung sei während der Reisesaison also gesorgt. Keine Aussagen machte er dazu, ob sein Unternehmen einen Zahlungsausfall verhindern kann.
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