Effecten-Spiegel AG: Effecten-Spiegel AG warnt vor Ausverkauf der deutschen Wirtschaft

(DGAP-Media / 11.09.2015 / 15:45)
 
 Effecten-Spiegel AG warnt vor Ausverkauf der deutschen Wirtschaft
 
 Am 31.08.2015 legte die Große Koalition einen Änderungsantrag zum
 Gesetzentwurf "zur Umsetzung der Transparenzrichtlinie-Änderungsrichtlinie"
 (BT-Drucksachen 18/5010, 18/5272) vor, zu dem bereits am 07.09.2015 die
 öffentliche Anhörung im Finanzausschuss des Bundestages stattfand. Der
 völlig überraschend eingebrachte Vorschlag sieht vor, dass für
 Aktiengesellschaften ein Rückzug von der Börse (Delisting) nur zulässig
 ist, wenn gleichzeitig ein Übernahmeangebot zum Erwerb der außenstehenden
 Aktien gemacht wird. Als Preis gilt allein der durchschnittliche Börsenkurs
 der letzten drei Monate. Eine Unternehmensbewertung auf Grundlage der
 Ertragswertmethode sowie die gerichtliche Überprüfung des Abfindungspreises
 durch ein Spruchverfahren soll es nicht mehr geben.
 Getarnt als scheinbare Verbesserung des Anlegerschutzes entpuppt sich der
 Regierungsvorschlag bei genauerem Hinsehen als einer der aggressivsten
 Angriffe auf die letzten, noch verbliebenen Minderheitenrechte der
 Aktionäre.
 Während Aktionärsvereinigungen und die SPD harte Kritik an diesem Vorschlag
 üben, wird er vom Deutschen Aktieninstitut (DAI) befürwortet. Auf Anfrage
 der Effecten-Spiegel AG teilte das DAI mit: "Es ist sinnvoll, den
 Börsenrückzug wie den Börsengang im Kapitalmarktrecht und nicht im
 Aktienrecht zu regeln, da die betroffenen Aktionäre ihre Aktionärsrechte
 wie z.B. das Recht auf Dividende auch außerhalb der Börse behalten.
 Sachgerecht ist es auch, die Abfindungshöhe anhand des Börsenkurses zu
 bestimmen. Eine Entschädigung nach dem inneren Wert würde dagegen mit
 erheblichen Rechtsunsicherheiten für die Unternehmen einhergehen und lange
 teure Rechtstreitigkeiten über die richtige Abfindungshöhe provozieren."
 Statt die Aktienkultur in Deutschland zu stärken, lässt sich das Deutsche
 Aktieninstitut mit dieser Haltung vor den Karren der Lobbyisten spannen.
 Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes würden jedoch nicht nur die
 Minderheitsaktionäre schutzlos gestellt, sondern auch die deutsche
 Wirtschaft. Gerade ausländische Großinvestoren werden in Zukunft den Druck
 auf die Minderheitsaktionäre (darunter auch viele Mitarbeiteraktionäre,
 Pensionskassen etc.) erhöhen, indem sie bereits im Übernahmeangebot mit
 einem späteren Delisting ohne Abfindung drohen. Kleinaktionäre und auch
 institutionelle Investoren werden so gezwungen, auch ein unangemessenes
 Übernahmeangebot anzunehmen und hätten keinerlei Rechtsschutz, eine
 wirtschaftlich volle Entschädigung anhand des Ertragswertes zu erhalten.
 Der Entwurf verstößt damit gegen das Eigentumsrecht aus Artikel 14 GG. Er
 ist eine Anleitung dafür, wie künftig Aktionäre billig aus ertragsstarken
 deutschen Gesellschaften gedrängt werden können, um diese dann unter Wert
 zu übernehmen. In der Konsequenz führt dies zum rabattierten Ausverkauf der
 deutschen Industrie, unterstützt vom deutschen Gesetzgeber. Die
 Effecten-Spiegel AG hat daher auf ihrer Internetseite
 www.effecten-spiegel.com ein Musterschreiben für Aktionäre eingestellt, um
 ihren jeweiligen Bundestagsabgeordneten aufzufordern, gegen diesen
 Vorschlag zu stimmen.
 
 Marlis Weidtmann
 Vorstand der Effecten-Spiegel AG,
 Postfach 102243, 40013 Düsseldorf
 Tel. (0211) 683022
 Fax (0211) 6912998
 E-Mail: weidtmann@effecten-spiegel.de
 Internet: www.effecten-spiegel.de
 Ende der Pressemitteilung
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Emittent/Herausgeber: Effecten-Spiegel AG Schlagwort(e): Finanzen 11.09.2015 Veröffentlichung einer Pressemitteilung, übermittelt durch DGAP - ein Service der EQS Group AG. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich. Die DGAP Distributionsservices umfassen gesetzliche Meldepflichten, Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen. Medienarchiv unter http://www.dgap-medientreff.de und http://www.dgap.de
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