München (aktiencheck.de AG) - Wird nun endlich alles gut mit Griechenland, und dann auch noch schneller als erwartet - diesbezügliche Spekulationen schossen gestern ins Kraut, als ein bereits vor mehreren Wochen angesetztes EU-Gipfeltreffen für Donnerstag in Brüssel mit einer früheren Abreise Trichets aus Sydney Richtung Europa in Verbindung gebracht wurde, so die Analysten von UniCredit Research.
Hoffnungen auf die ganz große umfassende Lösung, womöglich in einem Aufwasch die Probleme Portugals und Spaniens gleich mit erledigt, hätten die seit Tagen verschärfte Risikoaversion erst einmal zum Stillstand gebracht. Die Aktienmärkte hätten ein wenig Luft holen können und der Euro deutliches Korrekturpotenzial entwickelt.
Wenn die Hoffnung auf derart tönernen Füßen stehe, sei die Enttäuschung nicht weit. Sofern das Gipfeltreffen ausgehe wie das Hornberger Schießen, sprich es lediglich bei dringenden Empfehlungen und verbaler Rückendeckung gegenüber Griechenland und den anderen Defizitkandidaten bleibe und auch die EZB nochmals klarmache, dass niemand und nichts ein massives Sparprogramm ersetzen könne, sehe man durchaus die Gefahr eines erneuten Rückschlags in EUR/USD und EUR/JPY. Die bisherigen Jahrestiefs könnten dann locker unterschritten werden. Auch habe sich an den hohen Risikoaufschlägen und Versicherungsprämien für Staatsanleihen der EWU-Peripherie noch nichts geändert.
Vor dem Hintergrund dieser durch die Märkte selbst entfachten Relevanz dürfte sich die morgige Ansprache Bernankes vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses zur geldpolitischen Exit-Strategie kaum zum großen Brüller an den Devisenmärkten entwickeln. (09.02.2010/ac/a/m)
