Deutsche Börse AG - ETFs Kauffreude in Nischen

12:07 15.06.10

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Anleger interessieren sich im Moment offenbar eher für Fußball als für ETFs: Der Handel verläuft jedenfalls eher zäh, so die Deutsche Börse AG.

Trotz der durchaus erfreulichen Preisentwicklung am Aktienmarkt sei die Kauflaune bei ETFs noch nicht wieder zurückgekehrt, das meine nicht nur Gregor Hamme von der UniCredit Group. Auch die Commerzbank sehe das ähnlich: "Es herrscht Ruhe im Karton", bemerke Frank Mohr. Bernardus Roelofs von Flow Traders melde ebenfalls rückläufige Umsätze. Die Investoren hätten sich sehr zurückgehalten: "Es gab zwar gute Konjunkturzahlen und positive Äußerungen der Zentralbanker, der Markt bleibt wegen der Schuldenkrise aber ziemlich anfällig." Neben Griechenland - hier habe die gestrige Herabstufung durch Moody's wieder Unruhe gestiftet - hätten sich Anleger auch zunehmend um Spanien gesorgt.

Nach Einschätzung der Commerzbank würden sich, wie bereits in der Vorwoche, bei den Largecaps Zu- und Verkäufe in etwa die Waage halten. "Es sind keine echten Trends zu erkennen", erkläre Frank Mohr. Lediglich Nordamerika habe klar auf der Einkaufsliste gestanden, etwa der UBS-ETF MSCI USA (UBS ETF MSCI USA). Flow Traders melde einen leichten Käuferüberhang beim DB x-trackers MSCI Europe (db x-track.MSCI Europe Idx.ETF Inhaber-Anteile 1C) und beim iShares DJ STOXX 600 (iShares DJ STOXX 600 (DE)).

Laut Bastian Ohta von der UniCredit Group würden Anleger derzeit lieber zu Smallcaps greifen, etwa sei der iShares MDAX (iShares MDAX (DE)) zuletzt gut gelaufen. Daneben habe Ohta Wiedereindeckungen beim iShares STOXX 50 (ISHARES DJ STOXX 50) ausgemacht: "Aufgrund des hohen Gewichts von BP hat der Index besonders gelitten", erläutere der Händler. Viele Investoren hätten das offenbar für überzogen gehalten. Vergleichsweise große Umsätze seien nach wie vor bei Short-ETFs zu verzeichnen: Etwa hätten der db x-trackers Short DAX Daily (db x-tr.SHORTDAX DAILY ETF Inhaber-Anteile 1C)/ DBX1DS) und der db x-trackers EURO STOXX 50 Short (db x-tr.EUR.ST.50 SH.DAILY ETF Inhaber-Anteile 1C) auf Platz drei und sieben der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage gelegen.

In Sachen Sektoren würden sich Anleger weiter in Zurückhaltung üben. Die Commerzbank melde Interesse an Banken- (COMSTAGE ETF STOXX 600 BANKS TR) und Technologie-ETFs (COMSTAGE ETF STOXX 600 TECHNOLOGY TR). Indexfonds, die die Entwicklung der Bau- (COMSTAGE ETF STOXX 600 CONSTRUCTION & MATERIALS TR)/ ETF065) sowie der Versorgerbranche (COMSTAGE ETF STOXX 600 UTILITIES TR) abbilden würden, seien hingegen eher abgestoßen worden. Laut Flow Traders habe etwa der Lyxor ETF STOXX 600 Food & Beverage (LYXOR ETF DJ STOXX 600 FOOD & BEVERAGE) Anhänger gefunden. "Von einer Nachfrage in großem Stil kann man aber nicht sprechen", räume Roelofs ein.

Umsatzstark zeige sich der Oil & Gas-ETF von iShares (iShares DJ STOXX 600 Oil & Gas (DE)), wie die UniCredit Group registriere. Aufgrund der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hätten sich in den vergangenen Wochen zahlreiche Anleger von dem Indexfonds getrennt, gestern und heute seien aber auch schon wieder Eindeckungen zu beobachten. Der ETF habe zuletzt deutlich Federn lassen müssen, auf Sicht von drei Monaten verzeichne er ein Minus von fast 9 Prozent.

Ähnlich verhalten präsentiere sich derzeit sich der Handel mit Emerging Markets-ETFs. "Mitte April hat hier eine Verkaufswelle eingesetzt", erkläre Stefano Valenti von der UniCredit Group. Die sei nun zu Ende, Anleger hätten aber erst einmal abgewartet. Er bemerke einen Hang zu marktbreiten Indexfonds (ISHARES MSCI EMERGING MARKETS), regionale Asien- und Lateinamerikafonds seien weniger begehrt. Auch Bernardus Roelofs zufolge sei tendenziell bei weltweit engagierten Produkten zugegriffen worden (db x-tr.MSCI Emer.Mkts.Idx.ETF Inhaber-Anteile 1C), während etwa beim db x-trackers MSCI Asia ex Japan (db x-tr.MSCI AC As.ex Jp.Index Inhaber-Anteile 1C) größere Positionen abgegeben worden seien.

Der Hang zu sicheren Anlagen setze sich unterdessen fort - und da würden weiterhin deutsche Staatsanleihen zu den Lieblingen gehören, wie etwa die Commerzbank berichte. Etwa hätten sich Investoren gerne den iShares eb.rexx Government Germany (iShares eb.rexx Government Germany (DE)) und den iShares eb.rexx Governmemt Germany 1,5-2,5 (iShares eb.rexx Government Germany 1 5-2 5 (DE)) ins Portfolio gelegt. Als "sehr sehr ruhig" beschreibe Roelofs den Handel mit Renten-ETFs, ihm zufolge hätten allenfalls der iShares Euro Corporate Bond (iShares Corporate Bond) und der iShares JPMorgan Emerging Markets Bond-ETF (iShs II-iShs JPM.$ Em.Mkts Bd Bearer Shares (Dt. Zert.)) Beachtung gefunden - bei "geringen Volumina". (15.06.2010/fc/a/f)

Quelle: Aktiencheck