Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Stimmung im Handel mit ETFs ist gut - trotz des leichten Rückgangs, den die Märkte heute verdauen müssen, so die Deutsche Börse AG.
"Der Fokus liegt auf dem US-amerikanischen Unternehmen Alcoa, das mit seinen Quartalszahlen traditionell die Berichtssaison eröffnet", erkläre Bernardus Roelofs von Flow Traders. "Die Alcoa-Zahlen gelten immer als Barometer für die kommenden Unternehmenszahlen und den Zustand der Wirtschaft." Das nicht positive Ergebnis drücke den Märkten seinen Stempel auf. Doch würden sich ETF-Investoren davon nicht schrecken lassen. Die Market Maker im Handel mit Index-Fonds würden quer einheitlich von kauffreudigen Anlegern berichten.
Investoren seien eindeutig positiv gestimmt gegenüber den europäischen Indices. Sie würden auf Blue-Chips aus dem DJ EURO STOXX (iShares DJ EURO STOXX 50 (DE)), (LYXOR ETF DJ EURO STOXX 50), (db x-tr.EO STOXX 50 ETF Inhaber-Anteile 1D) und (ETFLAB DJ EURO STOXX 50) setzen. Die breiteren Index-ETFs (iShares DJ STOXX 600 (DE)), (ISHARES MSCI EUROPE) und (CS ETF LUX ON MSCI EMU LARGE CAP), die sich aus dem DJ STOXX 600 oder dem MSCI Europe zusammensetzen würden, stünden ebenfalls auf den Einkaufslisten.
DAX-ETFs (iShares DAX (DE)), (db x-trackers DAX ETF Inhaber-Anteile 1C) und (LYXOR ETF DAX) würden innerhalb Europa ebenso zu den Kaufpositionen gehören oder der breite britische FTSE 100 mit dem db x-tracker FTSE 100 (db x-tr. FTSE 100 ETF Inhaber-Anteile 1D).
Bei ETFs auf US-amerikanische Indices würden der iShares MSCI North America (ISHARES MSCI NORTH AMERICA) oder der iShares S&P 500 (ISHARES S&P 500) eine Rolle spielen.
Investoren, die mit einer negativen Indexentwicklung in Europa oder Deutschland rechnen würden, seien eher auf dem Rückzug. ETFs wie der db x-Trackers short DAX (db x-trackers DAX ETF Inhaber-Anteile 1C) oder der db x-trackers short DJ EURO STOXX (db x-tr.EUR.ST.50 SH.DAILY ETF Inhaber-Anteile 1C) würden eher verkauft.
Bastian Ohta von der UniCredit Group beobachte, dass vorwiegend Privatanleger - dies lasse sich aus den kleineren Ordervolumina schließen - auf exotischere ETF-Produkte setzen würden. "Die Investoren greifen nach ETFs, die wir nicht regelmäßig in den Büchern sehen." Sie würden beispielsweise den iShares Emerging Markets Small Caps (ISHARES MSCI EMERGING MARKETS SMALLCAP) kaufen. Ähnliches beobachte auch Roelofs oder Mark Schönbrodt von der DekaBank. So werde der iShares S&P 500 Acc (iShares S&P 500 (Acc)) gekauft, ein ETF, der die Dividende reinvestiere oder der Fokus richte sich gleich auf Dividenden-Strategie mit dem ETFlab DJ EURO STOXX Select Dividend 30 (ETFLAB DJ EURO STOXX SELECT DIVIDEND 30) bzw. Nachhaltigkeit wie im iShares DJ EURO STOXX Sustainability 40 (iShares DJ EURO STOXX Sustainability 40 (DE)).
Gregor Hamme von der UniCredit Group, der Sektoren-ETFs betreue, sehe unter Investoren einen eindeutigen Zug zum Grundstoffsektor. "Basic Resources-ETFs wie der db x-trackers DJ STOXX 600 (db x-t.STOXX EU.600 BAS.RE.ETF Inhaber-Anteile 1C) werden am meisten gehandelt." Schönbrodt dagegen sehe bei Investoren einen Hang zum Bankensektor (iShares DJ EURO STOXX Banks (DE)).
Die Musik bei Schwellenländer-ETFs spiele eindeutig in Asien. Investoren würden sich entweder gleich breit aufstellen und auf die Wertentwicklung des MSCI Emerging Markets (db x-tr.MSCI EM Asia Idx. ETF Inhaber-Anteile 1C), iShares MSCI Far East (iShares MSCI AC Far East ex-Japan) oder auf db x-trackers Asia (db x-tr.MSCI AC As.ex Jp.Index Inhaber-Anteile 1C) setzen. Wer auf einzelne Schwellenländer setze, bevorzuge hier ebenfalls asiatische Kandidaten: Indien, Korea, Taiwan, Vietnam, China.
Lateinamerika spiele hier nur eine untergeordnete Rolle. Allenfalls Brasilien locke einige Investoren (LYXOR ETF BRAZIL IBOVESPA). Unter den europäischen Emerging Market-ETFs steche noch die Türkei ins Auge mit dem iShares MSCI Turkey (ISHARES FTSE/MACQUARIE GLOBAL INFRASTRUCTURE 100).
Wie Schönbrodt melde, seien Renten-ETFs derzeit eher nicht angesagt. Geldmarkt-ETFs würden verkauft. Eric Wiegand von der Deutschen Bank bestätige diesen Trend: "Investoren bereiten sich auf eine Zinserhöhung vor und sichern sich mit inversen Zins-ETFs ab. Der ETF-Handel ist eindeutig von Aktien-ETFs dominiert." (12.01.2010/fc/a/f)