BONN/SHANGHAI (dpa-AFX) - Die Deutsche Post (Deutsche Post Aktie) erwartet eine rasant steigende Bedeutung ihres Asiengeschäfts. Bis 2017 soll die Logistikttochter DHL ein Drittel ihres Umsatzes in der Region Asien-Pazifik erwirtschaften, sagte Konzernchef Frank Appel am Mittwoch in Shanghai. Derzeit erzielt DHL mit seinen Geschäftsbereichen Express, Fracht und Lieferketten-Logistik fast 20 Prozent seiner Erlöse in der Region, mit 4,2 Milliarden Euro mehr als die Hälfte davon in China.
Bereits seit geraumer Zeit ist das Asiengeschäft für die Bonner der Wachstumstreiber. Die Grundlagen für einen weiteren kräftigen Schub aus der Wachstumsregion sieht der Konzern mit den Investitionen der vergangenen Jahre gelegt: In Shanghai eröffnet DHL an diesem Donnerstag das nach eigenen Angaben größte Express-Drehkreuz in Asien, in Hongkong soll demnächst ein Hub vier kleinere Umschlagszentren der Lieferketten-Logistik ersetzen.
Die Position in den Wachstumsmärkten sorgte beim ehemaligen Staatsmonopolisten auch zuletzt für Optimismus, als Appel dem Konzern ein konkretes Mittelfristziel bis 2015 verordnete. Dann wollen die Bonner vor Zinsen und Steuern zwischen 3,35 und 3,55 Milliarden Euro im Jahr verdienen. Wegen des schwächelnden deutschen Hauptgeschäfts mit Briefen konzentriert sich das Unternehmen auf die wachsenden Geschäftsbereiche von DHL.
Die Briefsparte leidet seit Jahren unter der wachsenden Konkurrenz von Emails, will in diesem Jahr das Ergebnis mit 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro (EBIT) aber nahezu stabil halten. Dazu soll neben Einsparungen auch der dank Internethandel boomende deutsche Paketversand beitragen, der in der Organisation der Post zur Briefsparte zählt. Rückendeckung erhält der Konzern von der Politik. Laut "Financial Times Deutschland" ist Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) mit einer Liberalisierung des Briefmarktes gescheitert./men/enl/stk