DJ Emissionsrechtehandel im EU-Flugverkehr stößt auf Widerstand
MUMBAI (Dow Jones)--Indien, China, USA und 23 weitere Nationen wehren sich gegen die Einbeziehung ihrer Fluggesellschaften in den Emissionsrechtehandel in der Europäischen Union. In einer von der indischen Regierung am Freitag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung richten sich die Staaten gegen den Plan, auch Fluggesellschaften außerhalb der EU einzubeziehen.
Der EU-Richtlinie zufolge sollen alle Flugzeuge, die in Europa starten und landen, vom 1. Januar 2012 an in den Handel mit Verschmutzungsrechten einbezogen werden. US-amerikanische Fluggesellschaften klagen bereits gegen dieses Vorgaben vor dem Europäischen Gerichtshof.
Unter den indischen Fluggesellschaften sind vor allem Jet Airways, Kingfisher Airlines und Air India betroffen. Die zusätzlichen Kosten für die Verschmutzungsrechte würden die ohnehin schon durch hohe Kerosinpreise belasteten Airlines zusätzlichen belasten.
Der Ansatz der EU sei "inakzeptabel", hieß es in der Erklärung weiter. Statt einer einseitigen Regelsetzung einer Nation oder Region sollte die Entwicklung einer großen Bandbreite von Lösungen gefördert werden, mit denen echte Verbesserungen erzielt werden können.
Auch die Deutsche Lufthansa AG betrachtet die Diskussion um den Emissionsrechtehandel mit Sorge. "Nach wie vor sind zahlreiche rechtliche Fragen ungeklärt", hatte ein Sprecher vergangene Woche zu Dow Jones gesagt. Deutschlands größte Airline plädiert wegen dieser Unstimmigkeiten für weitere Verhandlungen mit allen Beteiligten. "Wenn eine wettwerbsneutrale Ausgestaltung des Handelssystems nicht gewährleistet werden kann, muss die Einführung verschoben werden", sagte der Sprecher.
-Von Anirban Chowdhury, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 102, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/mgo/sha
October 04, 2011 08:13 ET (12:13 GMT)