NEW YORK (dpa-AFX) - Nach einem freundlichen Handelsstart sind die wichtigsten US-Aktienindizes am Dienstag in die Verlustzone gerutscht. Belastend wirkten insbesondere enttäuschend aufgenommene Zahlen von Alcoa und Advanced Micro Devices (AMD). Dazu kamen weitere auf die Stimmung der Anleger drückende Unternehmensnachrichten aus dem Technologiesektor. Die Verhandlung vor dem Bundesverfassungsgericht zu den Eilanträgen gegen den Fiskalpakt und den Euro-Rettungsschirm ESM sorgte für zusätzliche Verunsicherung. Das Bundesverfassungsgericht will sich offenbar deutlich länger Zeit mit einer Entscheidung lassen als bisher erwartet.
Der US-Leitindex Dow Jones Industrial hielt sich mit Verlusten von 0,12 Prozent auf 12.721,38 Punkte noch etwas besser als die anderen Indizes - er hatte zuletzt schon drei Tage in Folge nachgegeben. Der marktbreite S&P 500-Index sank um 0,36 Prozent auf 1.347,58 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq verlor der Composite Index 0,58 Prozent auf 2.914,77 Punkte. Für den Auswahlindex Nasdaq 100 (Nasdaq 100) ging es um ebenfalls 0,58 Prozent auf 2.595,05 Punkte bergab.
Der Beginn der US-Berichtssaison fiel verhalten aus. Die Alcoa-Aktionäre konnten sich nur kurz über Kursgewinne freuen: Nach einem freundlichen Start drehten die Titel ins Minus und verloren 3,31 Prozent, womit sie klar schwächster Wert im Dow waren. Der Aluminiumkonzern war im zweiten Quartal ins Minus gerutscht. Dass der Verlust geringer als erwartet ausfiel und der Umsatz laut der US-Bank Morgan Stanley ebenfalls positiv überraschte, half den Aktien letztlich nicht. Alcoa gilt wegen der breiten Verwendung von Aluminium als ein Gradmesser für die Konjunktur und ist traditionell der erste bedeutende US-Konzern, der seine Quartalsbilanz veröffentlicht.
Die ebenfalls im Dow notierten Papiere von Boeing rückten hingegen um moderate 0,09 Prozent vor. Der Flugzeugbauer erhielt erneut einen Großauftrag für seinen modernisierten Mittelstreckenflieger 737-MAX. Die General-Electric-Tochter (GE) GE Capital Aviation Services bestellte 75 Maschinen dieses Typs sowie 25 des Modells Next-Generation 737-800.
Unter den Technologiewerten standen die Chiphersteller im Fokus. Für die Aktien von Intel ging es um 1,74 Prozent bergab, nachdem der weltgrößte Computerchiphersteller angekündigt hatte, er wolle beim Branchenzulieferer ASML einsteigen. Zudem soll in einer weitreichenden Kooperation mit den Niederländern die Entwicklung leistungsfähigerer Chips und neuer Produktionstechniken beschleunigt werden. Die Titel von ASML hatten in Amsterdam hingegen mit einem Kurssplus von gut achteinhalb Prozent geschlossen.
Während Intel die Tür zu neuen Chipgenerationen weit aufstoßen will, droht der Branche wegen der Konjunkturflaute ein schwächeres zweites Quartal. Rivale Advanced Micro Devices (AMD) leidet unter schwachen Absätzen in China und Europa. Der Umsatz sei im abgelaufenen Quartal gegenüber dem Vorquartal voraussichtlich um rund elf Prozent gefallen, hatte der weltweit zweitgrößte Chiphersteller mitgeteilt. Damit war AMD deutlich hinter den Analystenerwartungen zurückgeblieben. Die Titel des Unternehmens sackten um fast elf Prozent ab. Beim Chipausrüster Applied Materials sorgte die Senkung der Jahresprognosen für einen Kursrückgang von knapp zweieinhalb Prozent. Auf kurze Sicht dürfte die Nachfrage aus der Halbleiterindustrie unerwartet schwach ausfallen, hatte der Konzern mitgeteilt./gl/he