NEW YORK (dpa-AFX) - Ungeachtet weltweit schwächelnder Börsen dürfte die Wall Street am Dienstag vergleichsweise moderate Auftaktverluste verbuchen. Als Belastung sahen Marktexperten die wachsenden Sorgen, dass die europäischen Regierungschefs sich mit der Lösung der Euro-Schuldenkrise schwer tun könnten. Der Future auf den Dow Jones Industrial gab knapp eine Stunde vor dem Handelsbeginn um 0,13 Prozent nach. Damit würde der Leitindex zunächst an sein moderates Vortagesminus anknüpfen. Am Freitag hatte er dank einer anhaltenden Euphorie über die weiter gelockerte Geldpolitik der Notenbank noch auf dem höchsten Stand seit Dezember 2007 geschlossen. Der Terminkontrakt auf den Nasdaq 100 (Nasdaq 100) fiel am Dienstag vorbörslich um 0,08 Prozent. Nach dem Börsenstart könnten noch Daten zum amerikanischen Immobilienmarkt bewegen.
Den Anlegern seien die wachstumsstimulierenden Maßnahmen der US-Notenbank bewusst, erklärte ein Vermögensverwalter. Allerdings nehme die Konjunkturdynamik in der weltgrößten Volkswirtschaft ab, während sich die Inflationssignale mehrten. Dies könnte die Gewinne der amerikanischen Konzerne beeinträchtigen, weshalb er derzeit nicht wirklich von US-Aktien überzeugt sei. Zudem herrsche weiter Unsicherheit über die Lage in Spanien. Zuletzt profitierte das krisengeplagte Euro-Mitgliedsland allerdings von der jüngsten Entspannung in der Schuldenkrise: Bei einer Versteigerung kurzlaufender Geldmarktpapiere musste Spanien weniger Zinsen zahlen als bei vergleichbaren Auktionen im August. Zudem konnte das Land sogar etwas mehr Geld aufnehmen als eigentlich geplant.
Unternehmensnachrichten waren dünn gesät. Die Aktien von Advanced Micro Devices (AMD) büßten vorbörslich 7,5 Prozent an Wert ein, nachdem der US-Chiphersteller überraschend den Abschied seines aus Deutschland stammenden Finanzchefs Thomas Seifert bekannt gegeben hatte. Die genauen Hintergründe blieben indes unklar. Der Abgang stehe nicht im Zusammenhang mit etwaigen Meinungsverschiedenheiten zu Rechnungslegungspraktiken oder zu Finanzberichten, hieß es.
Die FedEx-Titel verbuchten vorbörslich ein knappes Minus von 0,15 Prozent, nachdem der Logistikkonzern und Deutsche-Post-Konkurrent für das erste Geschäftsquartal erstmals seit Jahren einen Gewinnrückgang berichtet und den Jahresausblick gesenkt hatte.
Dagegen könnten die Apple-Papiere ihren Höhenflug fortsetzen. Nach dem vortags erreichten Rekordhoch ließ die anhaltende Vorfreude auf das neue iPhone die Aktie schon vor dem Handelsstart um weitere 0,30 Prozent auf mehr als 700 US-Dollar klettern./gl/ck