FRANKFURT (dpa-AFX) - Schwindende Hoffnungen auf eine baldige weitere konjunkturelle Unterstützung durch die Notenbanken haben am Mittwoch den deutschen Aktienmarkt belastet. Bei dünnen Handelsumsätzen sank der Dax (DAX) um die Mittagszeit um 0,41 Prozent auf 6.945,53 Punkte. Der MDax (MDAX) gab um 0,38 Prozent auf 11.007,99 Punkte nach. Der TecDax (TecDAX (Performance)) sank um 0,06 Prozent auf 777,83 Punkte.
Bereits in Asien hatten die Märkte nachgegeben, da Investoren nach den jüngsten Konjunkturdaten in Europa und den USA zunehmend nicht mehr an weitere geldpolitische Lockerungen im September glaubten, sagte ein Marktstratege. Händler Markus Huber von ETX Capital hingegen meinte, dass es trotz der vielen neuen Konjunkturdaten letztlich keine größere Klarheit gebe, in welche Richtung es in Europa und weltweit nun weitergehe.
MERCK-AKTIE ERNEUT DAX-FAVORIT
In dem im Vergleich zum Vortag sehr ruhigen Handelsumfeld standen erneut die Aktien des Pharma- und Chemieunternehmens Merck im Fokus. Nach starken Quartalszahlen und leicht angehobenen Jahresprognosen am Vortag profitierten sie nun von mehreren positiven Studien. So setzte JPMorgan das Papier von "Underweight" auf "Neutral", zudem hoben Barclays, die UBS und die Credit Suisse ihre Kursziele für die Aktie an. Nach einem Anstieg am Dienstag um etwas mehr als 4 Prozent, gewannen die Papiere weitere 1,16 Prozent auf 87,00 Euro.
Die Anteilsscheine von ThyssenKrupp fielen um 1,80 Prozent und waren damit schwächster Dax-Wert. Die Papiere des Stahlhändlers Salzgitter büßten im MDax 2,05 Prozent ein. Beide Werte litten unter Aussagen des weltgrößten brasilianischen Eisenerzlieferanten Vale, der davon ausgeht, dass die goldenen Zeiten des chinesischen Wachstums vorbei sind. Das hatte bereits die Stahlwerte in Asien belastet.
ZEITUNGSBERICHT BELASTET RHEINMETALL
Die Aktien von Rheinmetall verloren 2,90 Prozent. Die Bundeswehr will laut "Financial Times Deutschland" wieder Wartung und Reparatur der Heeres-Fahrzeugflotte vollständig selbst übernehmen. Vor sieben Jahren war dieser Teil in die dafür neu gegründete HIL Heeresinstandsetzungslogistik ausgegliedert worden. An ihr hält der Bund seitdem 49 Prozent, die restlichen 51 Prozent befinden sich in den Händen dreier deutscher Rüstungsfirmen, darunter auch Rheinmetall. Ein Händler kommentierte: "Der Plan des Verteidigungsministeriums, die 51 Prozent nun zurückzukaufen, belastet den Kurs, da die Margen in diesem Bereich über dem Durchschnitt gelegen haben dürften."
Tui profitierten an der MDax-Spitze mit plus 2,07 Prozent auf 5,719 Euro von einer positiven Studie. Nach am Vortag vorgelegten Zahlen hob die Deutsche Bank das Kursziel der Aktie des Reiseunternehmens von 6,60 auf 7,30 Euro an und bekräftige ihr Anlageurteil "Buy".
Solarworld erholten sich im TecDax mit plus 3,17 Prozent auf 1,140 Euro leicht von ihren deutlichen Verlusten am Montag. Die Papiere des Photovoltaikunternehmens waren zum Wochenstart nach enttäuschenden Halbjahreszahlen um mehr als 12 Prozent eingebrochen./ck/rum
--- Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX ---