FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag eine Verschnaufpause eingelegt. Die Augen richten sich nun auf die am Abend anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank - zuvor ziehen sich laut Händlern einige Anleger zurück. Der Dax (DAX) bröckelte am Mittag um 0,42 Prozent auf 7.312,47 Punkte ab. Am Vortag hatte der Leitindex nach dem "Ja - Aber..." des Bundesverfassungsgerichts zum Euro-Rettungsschirm ESM bei 7.410 Punkten ein neues 14-Monatshoch markiert. Für den MDax (MDAX) mittelgroßer Werte ging es zuletzt um 1,00 Prozent auf 11.071,25 Punkte abwärts, der TecDax (TecDAX (Performance)) fiel um 0,36 Prozent auf 808,34 Punkte.
"Kaum ist die eine marktbewegende Nachricht zum Euro-Rettungsschirm verkündet, warten die Anleger schon mit Spannung auf die nächste Entscheidung der US-Notenbank", sagte Analyst Tobias Reichert von IG Markets. Nach Einschätzung vieler Volkswirte wird die Fed am Abend in den USA eine weitere geldpolitische Lockerung verkünden. Ökonomen halten gar ganz neue Maßnahmen und unbegrenzte Anleihekäufe für möglich. Nach der Genehmigung der Euro-Rettungsmechanismen tags zuvor in Deutschland schließen die US-Notenbänker damit aber einen ganzen Reigen von Großereignissen ab, die in den vergangenen Wochen die Spannung an den Finanzmärkten hoch hielten.
EADS RUTSCHEN WEGEN FUSIONSPLÄNEN KRÄFTIG AB
Besonders deutliche Kursbewegungen gab es bei den EADS-Aktien im MDax. Sie rutschten wegen der Verhandlungen über eine Megafusion mit BAE Systems
Daimler rutschten in der Folge mit 1,03 Prozent ins Minus, denn ihre EADS-Beteiligung verliert an Wert. Das lastet auf dem Autobauer. Die Stuttgarter wollen ihren Bestand an dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern bis zum Jahresende weiter abbauen. Börsianer hatten am Morgen noch positiv auf eine "extrem bullishe" Studie von Goldman Sachs verwiesen, in der das Daimler-Ziel auf 98 Euro angehoben wurde. Ein Händler sagte: "Das sind 150 Prozent Kurspotenzial und das sorgt für Fantasie." Die Einstufung bleibt "Conviction Buy".
MERCK MARKIEREN 5-JAHRESHOCH
Merck-Aktien hielten sich mit plus 1,18 Prozent auf 95,44 Euro an der Dax-Spitze. Händler konnten keine fundamental neuen Nachrichten ausmachen, verwiesen zur Begründung aber auf die gute technische Verfassung des Papiers. Die Aktie des Chemie- und Pharmakonzerns markierte ein neues 5-Jahreshoch und gab damit ein positives Signal. Analyst Ulrich Huwald von M.M. Warburg zufolge reflektiert der Anstieg die positiven Effekte des Sparprogramms.
Commerzbank lagen dagegen wegen Gewinnmitnahmen nach dem jüngsten Kurssprung mit minus 1,71 Prozent auf 1,548 Euro am Dax-Ende. Auch die Papiere von Metro verbilligten sich um 1,40 Prozent auf 24,665 Euro. Die Aktie sei am Widerstand bei 25 Euro nach unten abgeprallt und werde vor allem aus charttechnischen Gründen verkauft, sagten Händler./fat/rum
--- Von Frederik Altmann, dpa-AFX ---