PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Mit der sich zuspitzenden Situation am spanischen Anleihenmarkt sind am Freitag auch Europas Börsen ins Trudeln geraten. Nach zwei freundlichen Handelstagen ging der EuroStoxx 50 mit einem Abschlag von 2,83 Prozent auf 2.237,33 Punkte ins Wochenende. Binnen Wochenfrist hat das Kursbarometer damit 0,96 Prozent verloren. In Paris verabschiedetet sich der CAC 40 mit einem Abschlag von 2,14 Prozent auf 3.193,89 Punkte aus dem Handel. In London sackte der FTSE 100 bis Handelsschluss um 1,09 Prozent auf 5.651,77 Punkte ab. Am schlimmsten aber traf es die Börse in Madrid: Dort ging es für den Leitindex Ibex erdrutschartig um fast sechs Prozent nach unten.
Zunächst hatten am Morgen eher noch moderate Gewinnmitnahmen das Börsengeschehen bestimmt. Als dann gegen Mittag die schlechten Nachrichten vom spanischen und italienischen Anleihenmarkt die Runde machten, gingen die Indizes allerorts in die Knie. In Spanien stieg der Risikoaufschlag für heimische Staatsanleihen zu deutschen Papieren mit zehnjähriger Laufzeit auf einen Rekordwert und die Zehnjahresrendite kletterte wieder über die kritische Marke von sieben Prozent. In Italien stieg der Effektivzins für entsprechende Anleihen auf mehr als sechs Prozent. Ein Händler sagte, dass dies die Problematik Europas und seiner Sorgenkinder wieder zurück auf die Agenda bringe. Zudem sei an diesem Freitag ein kleiner Verfallstermin - also auf Aktien und Aktienindizes -, der sich ebenfalls bemerkbar gemacht habe./tav/he