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90 Millionen Schaden, 9000 Opfer - Prozess um DM Beteiligungen AG

Montag, 26.09.2016 15:44 von

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - 9000 Opfer, 90 Millionen Euro Schaden: Zehn Jahre nach der Insolvenz der Düsseldorfer DM Beteiligungen AG startet an diesem Dienstag der Strafprozess gegen zwei mutmaßliche Kapitalanlagebetrüger. Die Betreiber der Firma sollen mit geschönten Handelsbilanzen ein Schneeballsystem betrieben haben. Statt den Anlegern die versprochenen Zinsen von 5,5 bis 7 Prozent zu erwirtschaften, hätten sie die Mittel in ihren kostenintensiven Lebensstil gesteckt, heißt es in der Anklage. Das Düsseldorfer Landgericht hat 38 Verhandlungstage bis Juli 2017 angesetzt.

Am 1. September 2006 war das das System zusammengebrochen: Die AG war insolvent, konnte fällige Schuldverschreibungen nicht zurückzahlen. Nach einer Reihe von Strafanzeigen geschädigter Anleger ermittelten bald darauf Polizei und Staatsanwaltschaft. Anklage war bereits vor fünf Jahren erhoben worden.

Es gibt Parallelen zur Insolvenz der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West (WBG). In beiden Firmen hatte ein 52-jähriger Nürnberger Kaufmann seine Finger im Spiel. Er soll die Fäden gezogen haben. Doch weil er bereits in Leipzig vor Gericht steht, wurde das Düsseldorfer Verfahren gegen ihn vorläufig eingestellt. Die Anklage wegen schweren Betruges richtet sich somit noch gegen zwei Männer: einen 55-Jährigen ehemaligen Vorstand des Unternehmens aus Bad Breisig und einen 52-jährigen deutschen Steuerberater mit Wohnsitz in Großbritannien.

Die DM Beteiligungen AG hatte Schuldverschreibungen vermittelt. Sie gab laut Anklage Wertpapiere in einem Umfang von 143 Millionen Euro aus. Als sie 2006 zahlungsunfähig wurde, fehlten rund 9000 Anlegern insgesamt rund 90 Millionen Euro. Für den Prozess sind nach Gerichtsangaben 145 Zeugen benannt./fc/DP/tos