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10 Jahre Initiative FidAR: Frauenquote macht Fortschritte

Freitag, 11.11.2016 05:56 von

BERLIN (dpa-AFX) - Mehr Frauen als je zuvor sind in Führungspositionen der Wirtschaft angekommen. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle "Women-on-Board-Index 100", den die Initiative FidAR (Frauen in die Aufsichtsräte) am Freitag vorstellt. Alle Unternehmen, die 2016 Wahlen zum Aufsichtsrat durchgeführt haben, erreichen demnach die gesetzlich geforderte 30-Prozent-Marke.

Die aktuellen Zahlen unterstreichen den Aufwärtstrend: Lag der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der 160 im Dax, MDax, SDax und TecDax notierten Unternehmen im Jahr 2011 noch bei 10 Prozent, so hat er sich auf 25,9 Prozent fast verdreifacht. Der Frauenanteil in den Vorständen ist dagegen weiter auf sehr niedrigem Niveau. Er stieg von 3 auf 6,5 Prozent.

Zum 10. Geburtstag der FidAR-Initiative schrieb Frauenministerin Manuela Schwesig (SPD): "Wir haben den Kulturwandel in Gang gebracht, wir werden gemeinsam weiter daran arbeiten. Es gibt noch viel zu tun." Schwesig hatte das Gesetz zur Frauenquote 2015 gegen Widerstand aus Teilen der Union durchgesetzt.

FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow betonte, die gesetzliche Quote habe erreicht, was vor zehn Jahren noch illusorisch schien. "Das ist ein wichtiger Etappensieg auf dem Weg zur Durchsetzung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Wirtschaft."

Seit 2016 gilt in börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen bei den Aufsichtsräten eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent. Das betrifft gut 100 Großunternehmen. Nach FidAR-Angaben fehlen noch 92 Frauen, um die Quote in allen diesen Unternehmen zu erfüllen. 437 von 1588 Aufsichtsräten sind bereits weiblich./tl/DP/stk