ROUNDUP: Nestle verspricht Endspurt nach 'schlechtestem Quartal des Jahres'

10:32 18.10.12

VEVEY (dpa-AFX) - Trotz eines enttäuschenden dritten Quartals sieht sich der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestle (Nestle Aktie) auf gutem Weg zu einem erfolgreichen Jahresabschluss. Allerdings hatten Analysten gerade beim Wachstum bessere Zahlen von den Schweizern erwartet. Der weltweite Umsatz in den ersten neun Monaten legte organisch - also ohne Übernahmen und Währungseffekte - um 6,1 Prozent auf 67,6 Milliarden Schweizer Franken (55,9 Mrd Euro) zu, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Auch die Margen entwickelten sich nicht so gut, wie Analysten prognostiziert hatten.

Vor allem in Asien und Afrika, wo Nestle einen immer größeren Anteil seines Umsatzes erwirtschaftet, verlangsamte sich das Wachstum im dritten Quartal. Als Grund nannte der Konzern einmalige Effekte wie die Flutkatastrophe auf den Philippinen Mitte August. Das Unternehmen arbeite in den Regionen außerdem daran, sein Vertriebsnetz zu vertiefen und Kapazitäten auszubauen.

Nestle kündigte aber einen kräftigen Endspurt für die drei ausstehenden Monate an. Das abgelaufene Quartal dürfte wegen der einmaligen Belastungen das schlechteste im laufenden Jahr werden und sei kein guter Anhaltspunkt für die weitere Entwicklung bis zum Dezember, hieß es. Die Ziele für 2012 bekräftigte der Hersteller von Nescafe, Alete-Babynahrung oder Maggi-Suppen. Er will weiterhin fünf bis sechs Prozent organisches Wachstum und bessere Margen erreichen. Helfen soll dabei ein geringerer Druck bei den Rohstoffpreisen im zweiten Halbjahr. Die Händler konnte das nicht überzeugen, Nestle-Aktien gaben in Zürich zu Handelsbeginn um mehr als zwei Prozent nach.

Auf dem umkämpften europäischen Markt konnte sich Nestle unterdessen behaupten und legte ohne Übernahmen und Währungseffekte um 1,9 Prozent zu. Selbst in den südeuropäischen Krisenstaaten gab der Umsatz in den ersten neun Monaten nur leicht nach, in Griechenland wuchs er sogar. Während in den Industriestaaten Kaffeeprodukte, Haustierbedarf und Tiefkühlpizzen gefragt sind, steht das Geschäft mit Milchprodukten kräftig unter Druck.

Der französischen Konkurrent Danone hatte am Mittwoch große Probleme speziell in Südeuropa eingeräumt. Deswegen müsse der weltgrößte Joghurthersteller sein Modell für Europa anpassen, hieß es. Insbesondere durch das schlechte Abschneiden in Spanien und Italien - hier ging der Umsatz im dritten Quartal um mehr als zehn Prozent zurück - könnte das Erreichen der Jahresziele schwieriger werden, vermuteten Analysten. Die Aktien hatten daraufhin zeitweise um mehr als vier Prozent nachgegeben.

Ein heißes Duell liefern sich die beiden Kontrahenten neben den Milchprodukten auch bei Babynahrung, der gerade in den aufstrebenden Märkten großes Wachstumspotenzial nachgesagt wird. Weltweit rechnet das Marktforschungsinstitut Euromonitor International bis 2016 mit einem Umsatzplus von sechs Prozent jährlich. Nestle erwartet sogar zweistellige Wachstumsraten und schätzte das Volumen des Segments zuletzt auf 30 Milliarden US-Dollar.

Von diesem Kuchen wollen die Schweizer ihren Anteil haben und stellen sich entsprechend auf: Im Frühjahr stach der Konzern den Konkurrenten Danone aus und übernahm für fast neun Milliarden Euro die Sparte des US-Pharmariesen Pfizer (Pfizer Aktie)./mmb/jha/fbr

Quelle: dpa-AFX

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