FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Hoffnung auf eine Beruhigung der Eurokrise hat die deutschen Standardwerte am Montag angetrieben. Der Dax (DAX) stieg gegen Mittag um 0,83 Prozent auf 7.292,79 Punkte. Für den MDax mittelgroßer Werte ging es um 0,81 Prozent auf 11.322,24 Punkte nach oben. Der TecDax aber sank um 0,39 Prozent auf 811,08 Punkte. Hier belastete ein negativer Analystenkommentar zu Aixtron.
Als Kurstreiber sahen Börsianer Spekulationen, dass Spanien im November unter den Euro-Rettungsschirm ESM schlüpft. Dann könnte die Europäische Zentralbank spanische Anleihen kaufen und so möglicherweise für eine Beruhigung der Schuldenkrise sorgen. Auch Aussagen des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble, der eine Staatspleite Griechenlands ausschloss, hatten Händlern zufolge den Markt gestützt.
AUCH DER EURO LEGT ZU
"Der Markt ist derzeit sehr stabil", sagte Marktstratege Fidel Helmer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser. "Zudem legte der Euro zu und auch das stützt den Dax." Allerdings seien die Umsätze am Markt aktuell sehr niedrig.
Am Nachmittag dann rückten die US-Einzelhandelsumsätze für den Monat September in den Fokus. Hinzu kommen auf der Agenda weitere Unternehmensberichte aus den USA etwa von der Citigroup.
DOUGLAS SCHNELLEN HOCH
Ein Übernahmeangebot des US-Investors Advent sorgte bei den Douglas-Aktien für einen Kurssprung. Mit plus 7,57 Prozent auf 37,435 Euro waren sie mit Abstand der größte MDax-Gewinner. Nach monatelangem Ringen hat sich der US-Investor mit der Douglas-Gründerfamilie Kreke geeinigt. Die im Besitz von Advent befindliche Beauty Holding Three AG bietet den Douglas-Aktionären 38,00 Euro je Aktie in bar. Zuvor hatten die "Financial Times Deutschland" und die Nachrichtenagentur Bloomberg über eine unmittelbar bevorstehende Kaufofferte berichtet. Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade sagte: "Es sind nun endlich Nägel mit Köpfen gemacht worden." Eine endgültige Lösung bei den Großaktionären sei damit wohl gefunden worden. "Das war sicherlich auch eine Frage des Preises."
Im Dax bewegte eine Übernahme in den USA die T-Aktien. Der japanische Mischkonzern Softbank hat wie erwartet angekündigt, die Mehrheit an dem drittgrößten amerikanischen Mobilfunker Sprint Nextel übernehmen zu wollen. Der Experte Javier Borrachero vom Analyseheus Kepler sieht in der geplanten Transaktion durchaus positive Aspekte für die Telekom: zum einen reduziere sie die Gefahr eines preistreibenden und wertzerstörenden Bieterkampfes um MetroPCS. Dieses Unternehmen hatte sich jüngst auf die Übernahme durch die US-Telekom-Tochter T-Mobile USA geeinigt. Zudem eröffneten sich neue Wege aus dem US-Mobilfunkmarkt und auch zeige es die Werthaltigkeit der dortigen Anbieter. Die Telekom-Titel zogen um 0,63 Prozent an.
SKEPTISCHE KOMMENTARE ZU LEONI UND AIXTRON
Wiederum im MDax fielen die Papiere von Leoni um 4,34 Prozent. Börsianer begründeten dies mit einer Studie der Deutschen Bank. Darin hatten die Experten in einem Ausblick auf die Zahlen des Automobilzulieferers geschrieben, dass sie den Zielsetzung von Leoni nach wie vor als zu hoch erachten.
Ein negativer Analystenkommentar ließ die Aktien des auf Leuchtdioden-Anlagen spezialisierten Maschinenbauers Aixtron als Schlusslicht im TecDax um 5,84 Prozent absacken. Händler verwiesen auf eine Zielsenkung durch die US-Bank JPMorgan. Der Chipsektor spüre nach wie vor den konjunkturellen Gegenwind, schrieb Analyst Sandeep Deshpande in einer Sektorstudie./la/rum
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---