TOKIO (dpa-AFX) - Die japanische Fluggesellschaft Japan Airlines
JAL hatte 2010 Konkurs anmelden müssen, die Aktie ging vom Markt. Danach wurde JAL unter Führung des charismatischen Kyocera
Mit dem Börsengang nimmt die Regierung fast das Doppelte dessen ein, was sie an Steuergeldern (350 Milliarden Yen) in die Sanierung des Unternehmens gesteckt hatte. Damit ist es zugleich eine der erfolgreichsten Sanierungen in der japanischen Wirtschaftsgeschichte. Der Betriebsgewinn belief sich in dem am 31. März abgelaufenen Geschäftsjahr auf den Rekord von 204,9 Milliarden Yen, ein mehr als doppelt so hohes Ergebnis wie bei ANA: der Lufthansa (Lufthansa Aktie)-Partner kam auf 97 Milliarden Yen. Im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2012/2013, das Ende Juni schloss, stieg der Betriebsgewinn zum Vorjahreszeitraum um 83,1 Prozent auf den Rekord von 31,4 Mrd Yen.
Doch die hervorragenden Ergebnisse löste in der Branche auch Kritik aus, dass die hohen Staatsinvestitionen den Wettbewerb verzerrt hätten. Transportminister Yuichiro Hata erklärte am Mittwoch, dass seine Regierung dies überprüfen und notfalls JAL Anweisungen geben werde. JAL hatte Ende August zunächst eine Preisspanne von 3500 Yen bis 3790 Yen je Aktie angegeben, was am Markt jedoch als zu billig angesehen worden war. Schließlich wurde der Ausgabepreis je Aktie auf 3790 Yen festgesetzt. Nach Handelsauftakt stieg der Kurs zwischenzeitlich auf bis zu 3905 Yen. Das Handelsvolumen belief sich auf 155,5 Milliarden Yen, das höchste an diesem Tag an der gesamten ersten Sektion der Tokioter Börse.
Zwar haben manche Marktteilnehmer die Hoffnung, dass der Börsengang von JAL den gesamten Markt stimulieren wird. Andere sind jedoch in ihrer Einschätzung der weiteren Entwicklung des Unternehmens eher vorsichtig und verweisen auf die wachsende Konkurrenz durch Niedrigpreis-Anbieter. Manche Analysten rechnen denn auch damit, dass die Aktie nicht weiter signifikant anziehen wird. Chefsanierer Inamori plant derweil nach eigenen Angaben, sich voraussichtlich im Frühjahr 2013 aus dem JAL-Projekt zurückzuziehen./ln/DP/wiz