DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Nach dem kurzfristig geplatzten Börsengang des Versicherungskonzerns Talanx schiebt Vorstandschef Herbert Haas den Banken die Schuld dafür in die Schuhe. Die hätten die Risikobereitschaft der Investoren falsch eingeschätzt, sagte er dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe). "Das ist nicht in dem Umfang vorhergesehen worden."
Konsequenzen in der Zusammenarbeit wolle Talanx vorerst nicht ziehen. "Wir sind ja auf die Banken angewiesen", sagte Haas. "Es hat eine Fehleinschätzung gegeben, das ist misslich. Aber vor Fehlern ist niemand gefeit." Sicher hätten auch die Banken aus dem Vorgang gelernt. Ob Talanx bei einem möglichen neuen Anlauf wieder auf die Partner vertrauen werde, ließ Haas allerdings offen. "Darüber denken wir nach, wenn es so weit ist."
Am Ende hätten die Preisvorstellungen von Konzern und den Investoren noch mehr als zehn Prozent auseinandergelegen, sagte Haas. Damit sei eine rote Linie überschritten gewesen. Dabei habe Talanx keine überzogenen Vorstellungen gehabt. "Das war kein Griff nach den Sternen", sagte der Vorstandschef. Statt rund eine Milliarde Euro einzusammeln, muss Talanx nun sogar draufzahlen. "Ich schätze, dass die Gesamtkosten bei über zehn Millionen Euro liegen werden", sagte Haas./mmb/stb