ROUNDUP: Rhön kappt Ziele - Geplatzte Übernahme durch Fresenius belastet

10:17 27.07.12

BAD NEUSTADT A. D. SAALE (dpa-AFX) - Der private Klinikbetreiber Rhön-Klinikum (Rhön-Klinikum Aktie) hat wegen angefallener Kosten in Zusammenhang mit dem vorerst gescheiterten Übernahmeversuch von Fresenius SE (Fresenius Aktie) und Restrukturierungskosten in seiner Uniklinik Gießen Marburg seine Prognose für 2012 gekappt. Der Überschuss vor Minderheiten werde im Geschäftsjahr 2012 auf 117 Millionen Euro sinken, teilte der MDax (MDAX)-Konzern am Freitag mit. An der Börse büßte die Aktie in den ersten Handelsminuten 1,69 Prozent auf 17,55 Euro, während der Index leicht im Plus lag.

Die Belastungen kommen nicht überraschend: Rhön-Chef Wolfgang Pföhler hatte im Juni auf der Hauptversammlung gesagt, dass Beratungskosten den Jahresabschluss belasten werden. Zudem strahle die Unsicherheit, die von dem Fresenius-Gebot ausgehe, auf das Tagesgeschäft aus. Im Februar waren die Franken von einem Gewinnrückgang auf 145 Millionen Euro ausgegangen. Denn die defizitären Wiesbadener Dr. Horst-Schmidt-Kliniken, die seit dem ersten April erstmals konsolidiert werden, stellen eine Belastung dar. Im Vorjahr wies Rhön-Klinikum einen Gewinn von 161 Millionen Euro aus.

Wie Rhön-Klinikum mitteilte, soll das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im laufenden Jahr 315 Millionen Euro erreichen. Zuvor wurden 350 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Beim Umsatz wird ein Anstieg auf 2,85 Milliarden Euro angepeilt. Von den Zielen könne der Umsatz um 2,5 Prozent und die Gewinnzahlen um fünf Prozent nach oben oder unten abweichen.

FRESENIUS-CHEF FÜHRT WEITER GESPRÄCHE

Der hessische Medizintechnikkonzern Fresenius war Ende Juni mit der Übernahme von Rhön-Klinikum gescheitert. Die Bad Homburger loten derzeit die Möglichkeiten für einen zweiten Anlauf zur Übernahme des Konkurrenten aus. Fresenius-Chef Ulf Schneider führe Gespräche mit allen Beteiligten, verlautet es aus mit der Transaktion vertrauten Kreisen. Neben Rhön-Gründer Eugen Münch und dem Asklepios-Gründer Bernard Broermann sei auch Rhön-Chef Wolfgang Pföhler eingebunden. "Ergebnisse gibt es noch nicht, und ich glaube auch nicht, dass es eine schnelle Lösung geben wird", sagte eine Quelle am Freitag der dpa-AFX. Der Asklepios-Gründer habe sich noch nicht konkret geäußert, ob er seinen Rhön-Anteil an Fresenius verkaufen möchte, hieß es von einer zweiten Quelle.

Fresenius hatten sich in dem Milliardendeal zwar rund 84 Prozent der Rhön-Anteile gesichert. Der Eigner des Konkurrenten Asklepios, Bernard Broermann, verhinderte aber das Geschäft, indem er kurz vor Ende der Annahmefrist rund 5 Prozent der Rhön-Anteile erwarb. Fresenius hatte 3,1 Milliarden Euro für Rhön-Klinikum geboten - inklusive Schulden ergab sich eine Summe von 3,9 Milliarden Euro.

GIEßEN MARBURG UND BERATUNGSKOSTEN BELASTEN RHÖN

Die Restrukturierung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) habe sich in den vergangenen Monaten beträchtlich verzögert, hieß es. Zudem hätte die Ankündigung des Übernahmeangebots von Fresenius und die seither eingetretenen Veränderungen im Aktionärskreis für Verunsicherung innerhalb der Unternehmensorganisation gesorgt. Auf Jahressicht sei damit zu rechnen, dass das operative Ergebnis des UKGM voraussichtlich in einer Größenordnung von rund 20 Millionen Euro belastet sein wird. In Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot seien zudem Belastungen in Form von zusätzlichen Beratungskosten entstanden. Diese beliefen sich im ersten Halbjahr auf einen einstelligen Millionen-Betrag. Rhön-Klinikum will seine Zahlen für die ersten sechs Monate am 9. August vorlegen./ep/mne/wiz

Quelle: dpa-AFX

Ausgewählte RBS-Zertifikate auf Fresenius

WKN Art Geld Brief Knockout Hebel
AA6XXT Mini Future Zertifikat (long) 1,54 € 1,74 € 84,40 € 6,14 x
AA48SH Mini Future Zertifikat (short) 2,07 € 2,27 € 107,30 € 4,54 x
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