Web.de AG - Internationale Expansion

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Web.de AG - Internationale Expansion

 
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Web.de AG - Internationale Expansion
von: Klaus Singer
Die WEB.DE AG, Karlsruhe, Betreiberin des Internet-Portals WEB.DE, begreift sich auch als ein führendes Unternehmen für Portal-Technologien in Europa.

Dieses Verständnis wird nun mit dem ersten internationalen Lizenzierungsabkommen für eine der proprietären Technologien des Unternehmens unterstrichen. Für einen Betrag von 2 Mio. US-Dollar wurden die eigenen Technologie für Trust Center und Digitale Unterschriften an ein nicht näher genanntes US-amerikanisches Unternehmen lizensiert, das damit das Recht erwirbt, die Technologie im Bereich Internet-Telefonie für Nord-, Mittel- und Südamerika begrenzt einzusetzen.

Die WEB.DE AG beabsichtigt, den Weg der Lizensierungen künftig weiter zu beschreiten. Im Gegensatz zu den meisten europäischen Internet-Unternehmen entwickelt das Unternehmen fast die gesamte Portal-Software sowie die meisten Dienste selbst.

Die sich daraus ergebende besondere Performance der angebotenen Dienste bringt Wettbewerbsvorteile, was sich in den vergangenen Monaten in einer Reihe von Auszeichnungen, Testsiegen und positiven Berichten widergespiegelt hat.

Die WEB.DE AG teilt heute weiter mit, dass sie plant, weltweit zu expandieren. Das jetzt geschlossene Abkommen sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung. In der Tat verfügt das Unternehmen über ein finanziell bedeutsames Akquisitionspotential. Schließlich wurden beim IPO Ende Februar 360 Mio. DM erlöst.

In ähnlichen Studien sehen die DG Bank und das bekannte, auf Technologie spezialisierte US-Investmenthaus Robertson Stephens die Aktie der WEB.DE AG in einem äußerst positiven Licht. Beide raten zum "Kauf". Die DG Bank gibt ein Kursziel von 34 Euro aus.

Die DG Bank stellt das "explosionsartige Nutzerwachstum" heraus, das über den eigenen Erwartungen läge. Nachdem Ende Dezember 1999 das Web.de-Portal 36,3 Mio. Pageviews pro Monat registriert hatte, konnten sich im Verlauf der ersten drei Monate 2000 die Pageviews fast verdreifachen und erreichen Ende März 2000 105 Mio. Die Zahl der registrierten Nutzer stieg auf knapp 880.000 Nutzer per Ende März. Sie liegt damit fast 100% über der zum IPO getroffenen Annahme von 442.000.

Ein Teil der drastischen Zunahme der Nutzerzahlen sei zwar auf die gestiegene Aufmerksamkeit durch das IPO zurückzuführen, aber die auch im März anhaltenden Steigerungsraten belegten die Konstanz im Wachstumspfad.

Die Positionierung von Web.de im zunehmenden Wettbewerbsumfeld der Internet-IPOs sei klar auf ein reinrassiges horizontales Internet-Portal mit lokalem Fokus ausgelegt. Durch den Verzicht der ISP-Funktion ist das Business Modell von Web.de potentiell margenstärker.

In diesem Zusammenhang grenzt das Institut die Geschäftsmodelle von beispielsweise Lycos oder T-Online ab, die wesentliche Umsatzanteile aus deren ISP-Funktion (Internet Service Provider) erzielten. Diese werde tendenziell immer margenschwächer.

Aus all dem folge, dass Web.de bereits im Jahr 2002 einen positiven Jahresüberschuß erzielen sollte. Das ergäbe einen zweijährigen Vorsprung gegenüber Lycos Europe.

Robertson Stephens hebt die eigenen Schätzungen für WEB.DE an. Das Kundenwachstum habe sich fortgesetzt und verzeichne per Ende Mai mittlerweile schon 1,3 Mio. Das Unternehmen rangiere nach einer Studie von MMXI Europe an erster Stelle in Deutschland, was die täglichen Views per Visitor und andere Parameter, insbesondere auch die durchschnittliche Verweildauer pro Monat und Nutzer angehe.

Das Umsatzziel für 2000 wird von 11,8 auf 12,6 Mio. Euro angehoben. Das EPS wird nach früher 0,49 nun bei 0,55 Euro gesehen. Bereits für das zweite Halbjahr 2001 wird jetzt das Erreichen der Gewinnzone erwartet. Ursprünglich hatte man damit ein Jahr später gerechnet.

Das Investhaus hat aufgrund eines Gesprächs mit dem Management am 19. Juni den Eindruck gewonnen, dass sich WEB.DE zu einem kompletten und umfassenden Kommunikationsportal entwickeln werde. Außerdem könnte die eigene Technologie an ander Unternehmen lizensiert werden, wobei man damals noch an Europa dachte.

Außerdem erwartet man nach der jüngsten Übernahme eine stärkere Positionierung im B2B-Bereich. Weiter verspricht man sich von der Einführung innovativer Anzeigentarife, die stärker effizienzorientiert seien, weitere Verbesserungen auf der Einnahmenseite. Auch aus der größeren Reichweite resultierten neues Potential mit jährlichen Beträgen zwischen 1 und 5 Mio. Euro. Neben traditioneller Banner-Werbung habe WEB.DE im Rahmen des "Millionenclicks" das erste gesponserte Internet-Anzeigenmodell lanciert.

Robertson Stephens sieht eine Bruttomarge von mehr als 80%. Die rühre zu einem guten Teil aus der eigen-entwickelten Technologie her. Die Aktie werde unter der Hälfte des Umsatzmultiples des Branchendruchschnitts (31,9) gehandelt. T-Online liegt aktuell etwa bei einem Multiple von 33, Freenet sogar bei 40. Die Aktie sei mit etwa 308 US-Dollar pro registriertem Benutzer bewertet. Der Branchendurchscnizt käme auf 2.020 US-Dollar.

Die Risiken werden im Wettbewerb mit einer etablierten, finanzstarken deutschen Mediengesellschaft wie etwa Bertelsmann gesehen. Außerdem sei die Wettbewerbssituation mit US-Internet-Portalen (Yahoo!, Lycos und Excite) zu sehen, insbesondere, wenn diese massiv auf dem deutschen Markt expandierten. Eine weitere Unwägbarkeit sei auch die Frage, ob die Gesellschaft bei der Entwicklung der eigenen Technologie mit Angeboten von dritter Seite Schritt halten könne.

Die Bank empfahl in der letzten Woche, auf dem aktuellen Kursniveau den zu erwartenden positiven Überraschungen vorzugreifen, die sich bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen am 27. Juli manifestieren würden. Sie riet zum Kauf. Ein Kursziel wurde nicht angegeben.

Die Aktie konnte heute aufgrund der aktuellen Ad Hoc Mitteilung bis auf 21 Euro zulegen. Gegenwärtig setzt sie sich wieder bei Kursen um 19 und damit plus 0,40 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusstand. Das Papier startete am 18. Februar nach einem Ausgabekurs von 26 Euro fulminant mit einem ersten Schlusskurs von 58 Euro, bevor es dann im Rahmen des allgeminen Niedergangs der Kurse von Internet-Unternehmen Federn ließ. Das Tief lag bei 14 Euro. Die technischen Indikatoren sind im oberen neutralen Bereich angesiedelt. Die GD30 liegt bei 18 waagerecht. Insgesamt deutlich anziehende Umsätze.







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