von wegen Rübe ab

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Bankerslast: von wegen Rübe ab
2
21.02.06 15:44
#1
Kommentar aus Tageszeitung

Wenn es um Fälle wie den der wochenlang missbrauchten Stephanie geht, sind die Ängste in der Bevölkerung enorm. Wieder einmal war ein Serientäter am Werk und bestätigt damit die Meinung vieler Menschen, dass diese Tätergruppe am besten gleich ganz weggeschlossen gehört. Bayerns Innenminister Günther Beckstein weiß dies wirksam zu nutzen und will nun die Veröffentlichung der Daten von Sexualstraftätern prüfen lassen.

In den USA wird diese Art Pranger schon seit Jahren praktiziert. Fälle von Lynchjustiz hat es deshalb nicht gegeben. Nur wird mit solch einer Methode auch jedem verurteilten Täter die Rückkehr in ein normales Leben verwehrt.

Abgesehen davon, dass der Pranger in Deutschland verfassungsrechtlich höchst bedenklich ist, hilft er auch keinem potenziellen Opfer weiter. Für den Staat ist es allemal billiger und bequemer, das Problem so abzuwälzen, anstatt kompetente Maßnahmen zu ergreifen. Neueste Studien aber zeigen, dass die Rückfallquote von Sexualstraftätern überschätzt wird. Mit rund 20 Prozent liegt sie unter der von anderen Verbrechen - und nimmt bei behandelten Tätern deutlich ab. Zudem lassen sich Täter mit hoher Rückfallgefahr relativ früh von anderen unterscheiden. In wirksame Therapien und ärztliche Gutachten muss der Staat investieren. Denunzieren statt rehabilitieren ist immer der falsche Weg.

21.02.06

brokeboy: da bin ich nicht so sicher
 
21.02.06 16:14
#2
... ok, ich bin kulturoptimist - viele misstände gibt es in ähnlicher form schon lange, allerdings leben wir in medienbestimmten zeiten und empören uns einfach mehr. aus berufenem munde weiss ich aber, dass im gegensatz zu den klassischen sexualdelikten pädophile gewalttäter nahezu nicht therapierbar sind und ein rückfall höchst wahrscheinlich ist.
dass diese rückfälle weniger werden glaube ich nicht und wenn, dann nur weil die typen vermehrt in verwahrung bleiben.
Bankerslast: Zustimmung brokeboy,
 
21.02.06 16:22
#3
die zitierte Statistik wirkt verwaschen. Die Rückfallquote mit rund 20% unter dem anderer Delikte muß man differenziert sehen, da nicht aufgezeigt wird um genau welche Delikte es sich handelt.    
hasenhaarsch.: Verwahrung zu teuer
 
21.02.06 16:23
#4
K a s t r i e r e n  - und der Hormondruck weicht

Gruß vom Hasenhaarschneider                                                                              
vanessax: Achso, nur 20%:
 
21.02.06 16:25
#5
Mit rund 20 Prozent liegt sie unter der von anderen Verbrechen - und nimmt bei behandelten Tätern deutlich ab.

Soll mich diese Aussage nun beruhigen ? nur jeder fünfte stellt eine Gefahr dar ?

Wahnsinn !
Burgler0: Rübe ist ab - Rehabilitation post mortem?
 
21.02.06 16:34
#6
Da sind sie wieder, all die Argumente für die Beseitigung sozial unerwünschter Elemente.
Aber wie wir aus Frankreich sehen: keine Justiz ist ohne Irrtum. Und solange diese menschliche Eigenschaft besteht, darf Strafe nicht endgültig sein. Somit (und sowieso gemäß unserer Verfassung, in der Leben und Würde des Menschen unantastbar festgeschrieben sind) sind Maßnahmen wie "Schwanz" oder "Rübe ab" inakzeptabel.
Jeder, der dies nicht bejaht, sollte sich fragen, wer "unerwünscht" definiert und ob er Vertrauen in eine Gesellschaft haben kann, die das elementarste Menschenrecht (Leben) nicht achtet.

 
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