November: "Hohe Margen bergen hohes Risiko"

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NOVEMBER AG .
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November:
Johnboy:

November: "Hohe Margen bergen hohes Risiko"

 
11.04.00 14:44
#1
   
November: "Hohe Margen bergen hohes Risiko"    

Mit der November AG hat ein weiteres Biotechnologie-Unternehmen den Weg an die Börse gefunden. Seit dem 10. April werden die 2,7 Millionen Stückaktien des Börsenneulings am Neuen Markt gehandelt (WKN: 676 290). Das in Erlangen ansässige Unternehmen entwickelt Diagnose- und Therapieverfahren. Der Geschäftsbereich molekulare Diagnostik gliedert sich in die Sparten medizinische Diagnostik, medizinische Produkte und Ident-Technik. In letzterer Sparte geht es um die Kennzeichnung von nichtmedizinischen Materialien mittels biologischem Code. Ein weiterer Geschäftsbereich ist die molekluare Therapie, bei der Transportmethoden für Pharmawirkstoffe gesucht werden. Diese sollen es ermöglichen, Wirkstoffe ohne Verluste in die Zellen zu transportieren.
Instock sprach kurz nach dem Börsengang mit dem Vorstandsvorsitzenden Wolf Bertling.  

Instock:
Sie haben gerade die Roadshow bei den institutionellen Anlegern hinter sich. Welches war auf dieser Tour die meistgestellte Frage?  

Bertling:
Die gab es eigentlich nicht. Jeder war an etwas anderem interessiert. Da ging es um Finanzen und sehr viel um Fachfragen. Sehr oft wurde allerdings nach Konkurrenten und nach dem Erreichen des Break-even gefragt.  

Instock:
Schließen wir uns der letzten Frage an. Ab wann sollen schwarze Zahlen geschrieben werden?  

Bertling:
Im Bereich molekulare Diagnostik werden wir ab 2003 schwarze Zahlen schreiben. Ein Jahr später werden wir im gesamten Unternehmen den Break-even erreicht haben.  

Instock:
Ihre Aktien waren schon sehr früh mehrfach überzeichnet. Warum haben Sie die Bücher nicht schon früher geschlossen?  

Bertling:
Die Aktien waren zum Ende der Zeichnungsfrist knapp dreiundzwanzigfach überzeichnet. Bei einer Zeichnungsfrist von nur drei Tagen wäre es vor allem gegenüber den Privatanlegern unfair gewesen, die Bücher früher zu schließen. Nicht jeder hatte die Möglichkeit, gleich am ersten Tag zu zeichnen.  

Instock:
Wie groß waren die Chancen für Privatanleger, Aktien zu bekommen?  

Bertling:
Bei einer so starken Überzeichnung sind die Chancen nicht allzu groß. Jeder 25. Zeichnungswillige bekam unabhängig von der Zeichnungshöhe 100 Aktien.  

Instock:
Da können sich all jene, die Aktien abbekommen haben, über hohe Zeichnungsgewinne freuen.  

Bertling:
Unser Ziel ist es nicht, mit großen Zeichnungsgewinnen dazustehen. Viel lieber ist uns ein kontinuierliches Wachstum unseres Kurses. Davon haben unsere Aktionäre und wir mittel- und langfristig viel mehr.  

Instock:
Bisher kannte kaum jemand Ihr Haus. Worauf führen Sie den großen Run auf November-Aktien zurück?  

Bertling:
Insider kannten uns schon auf jeden Fall. Auch international war die November AG schon ein Begriff. Ansonsten hat der Börsengang viel zur Bekanntheit unseres Namens beigetragen. Die Leute haben sich informiert und haben Vertrauen in das Unternehmen. Das ist auch der Grund für den Run auf unsere Aktien.  

Instock:
Sie streben, wie schon gesagt, erst in drei bis vier Jahren die Gewinnzone an. Verlangen Sie von Ihren Aktionären nicht zuviel Vertrauen ab?  

Bertling:
Das sehe ich nicht so. Wir haben ja schon Einnahmen aus Lizenzen. Darüber hinaus gilt: Hohe Margen bergen auch ein hohes Risiko.  

Instock:
Mit welchen Margen rechnen Sie?  

Bertling:
Als reine Entwicklungsfirma haben wir ja sehr geringe Kosten. Wir rechnen mit über 80 Prozent.  

Instock:
Sie haben bisher mit La Fontaine eine Akquisition im Bereich Vertrieb getätigt. Ist das der erste Schritt zum Aufbau eines eigenen Vertriebsnetzes?  

Bertling:
Nein. November ist und bleibt Entwicklungsfirma. Wir benötigen, um eine weltweite Präsenz zu erreichen, einen ebenfalls weltweit agierenden Partner. La Fontaine schafft uns Marktzugang für Produkt-Testläufe und dient als Plattform zur Einholung von Marktinformationen. Im übrigen ist, entgegen vieler Meldungen, La Fontaine profitabel.  

Instock:
Wie ist November denn an der Wertschöpfungskette beteiligt?  

Bertling:
Eigentlich von der Quelle an. Wir vergeben Lizenzen, primär, in der Entwicklung von Geräten und ähnlichem.  

Instock:
Sie bekommen Geld von Firmen, die in Ihrem Auftrag arbeiten?  

Bertling:
Korrekt. Wir vergeben Lizenzen, für die unsere Partner bezahlen. Die sind dafür am gesamten Gewinn aus diesem Projekt beteiligt. Damit ist beiden Partnern gedient. Wir bekommen vorab Lizenzgebühren und die Firmen sind am wesentlich höheren Gewinn beteiligt.  

Instock:
Schmälert das nicht Ihren Gewinn?  

Bertling:
Sicherlich sinkt unser Gewinnanteil dadurch etwas. Doch die Tatsache, dass so eingebundene Firmen mit viel größerem Engagement bei der Sache sind, wiegt das ganz sicher wieder auf und bewirkt eine größere Effizienz in der Wertschöpfungskette. Selbstverständlich haben wir für uns diese Vorgehensweise durchkalkuliert.  

Instock:
Ein amerikanisches Unternehmen hat vor wenigen Tagen die Entschlüsselung von 99 Prozent aller menschlichen Gene bekanntgegeben. Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?  

Bertling:
Für uns ist das nur positiv. Je mehr Gene bekannt sind, um so mehr kann man mit unseren diagnostischen Geräten analysieren.  

Instock:
Als Entwicklungsfirma leben Sie von Ihrem Wissen. Wieviel von diesem Wissen ist mit Patenten abgesichert?  

Bertling:
November hält derzeit 70 Patente. Ohne eine solche rechtliche Absicherung könnten wir überhaupt nicht über unsere Arbeit reden. So gesehen sind Patente ungeheuer wichtig für uns.  

Instock:
Bei einem Molekulartechnik-Unternehmen fallen dem Beobachter sofort große Umweltschutzauflagen ein. Wie hoch sind solche Auflagen und wie stark belasten Sie das Ergebnis?  

Bertling:
Wir haben solche Auflagen nie als Bedrohung empfunden. Ganz im Gegenteil. Im Unternehmen gelten schon aus Eigeninteresse sehr hohe Sicherheitsstandards. Die Kosten dafür sind nicht so hoch, wie immer vermutet.  

Instock:
Es gibt kaum ein Unternehmen am Neuen Markt, dass nicht über Personalprobleme klagt. Sie auch?  

Bertling:
Für uns ist die Personalsituation kein großes Problem. Wir benötigen ja vor allem Mitarbeiter aus dem naturwissenschaftlichen Bereich. Da gibt es kaum Engpässe. Wir sind andererseits als junges, wachstumsorientiertes Unternehmen auch attraktiv für Bewerber.  

Instock:
Wie wichtig ist die 2-Prozent- Beteiligung von Siemens an Ihrem Unternehmen?  

Bertling:
Für November ist das sehr wichtig. Siemens ist unser Entwicklungspartner. Von Vorteil sind auch die kurzen Wege hier in Erlangen zwischen beiden Unternehmen.  

Instock:
Sie sind als „Mutiger Unternehmer“ ausgezeichnet worden. Müßten Sie die Auszeichnung nicht mit Ihren Aktionären teilen?  

Bertling:
Sicher, das tun wir ja auch. Da muß man sich doch nur unsere ersten Kurse ansehen.  








 
November:

Aha, der Kauf von November Aktien zu 40E ist also mutig

 
#2
nach Bertlings letztem Satz. Meint Bertling also daß ein niedrigerer Kurs weniger mutig und damit angemessener wäre?

Und noch so etwas: 80% Marge, weil nur ein Entwicklungsunternehmen ohne eigenen Vertrieb. Ich dachte immer, daß gerade im Vertieb die Musik spielt. Was nutzt ein gutes Produkt, wenn man auf den Vertrieb keinen großen Einfluß nehmen kann, zumal wenn es sich um ein erklärungsbedürftiges Produkt handelt?

Die 2% Beteiligung von Siemens dürfte nach unten wohl auch kaum zu unterbieten sein, um noch von einer nennenswerten Beteiligung zu sprechen.

November ist m.E. Biotech Phantasie pur. Ein paar mehr Fakten wären nicht schlecht.

Gruß furby


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