Marktausblick Deutsche Bank zum 06.01.2000

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Marktausblick Deutsche Bank zum 06.01.2000 Al Bundy

Marktausblick Deutsche Bank zum 06.01.2000

 
#1
Aktienmärkte:
Mit einem Tagestief bei 6388 Indexpunkten,
hatte sich im gestrigen Geschäft der DAX
bereits in der ersten halben Handelsstunde
dem errechneten minimalen
Korrekturpotential des vorangegangenen, seit
Oktober 1999 gültigen Aufwärtstrends, bis
auf wenige Indexpunkte angenähert. Die sich
anschließende, recht mühevolle
Kurserholung, könnte ein Ansatz einer
möglichen Aufwärtskorrektur werden, sollte
aber an der derzeit dominierenden negativen
Verfassung des DAX kaum etwas ändern.
Quelle: Reuters
Im gestrigen Tagesverlauf wurde die, nach unserer Systematik festgelegte untere Begrenzungslinie des jüngsten
Aufwärtstrends, unterschritten. Damit ist dieser definitionsgemäß beendet und die sich nun anschließenden
möglichen Aufwärtsbewegungen tragen korrigierenden Charakter. Um sich nun eine Idee über die weitere
Entwicklung des DAX in den nächsten Handelstagen machen zu können, halten wir folgende Szenarien für
wahrscheinlich:
(1) Unterstellen wir, daß mit den gestrigen 6388 Indexpunkten und dem damit verbundenen Erreichen des
minimalen Korrekturpotentials des vorangegangenen Trends, vorerst das erste Reaktionstief eines sich
fortsetzenden Abwärtstrends erreicht wurde. Dann wäre eine technisch bedingte Aufwärtskorrektur zu erwarten,
deren rechnerische Potentiale in etwa in den Bereichen um 6681 (Minimumkorrektur), 6774 (Normalkorrektur)
bzw. 6868 (Maximumkorrektur) liegen würden. Das Ausmaß dieser möglichen Korrektur sollte uns einen
Hinweis dafür geben, wie es um die übergeordneten Dynamik der Abwärtsbewegung der letzten drei Tage
bestellt ist. Kann sich der DAX nicht über das Niveau der 6681 schieben (nach Möglichkeit per Schlußkurs),

bzw. erreicht nicht einmal dieses Niveau, ist von einem weiterhin extrem hohen abwärtsgerichteten
Dynamikdruck auszugehen, der zu neuen Bewegungstiefs und somit zu einem neuen Abwärtstrend führen
sollte, der durchaus Potential bis (vorerst) in den Bereich um 6200 Indexpunkte haben kann.
(2) Könnte sich der DAX jedoch über das minimale Korrekturpotential bei 6681 schieben und das normale bzw.
maximale Korrekturniveau erreichen, würde die Wahrscheinlichkeit, daß wir erst einmal das schlimmste
gesehen haben, enorm steigen. In diesem Falle gehen wir von einer mittelfristig ausgerichteten
Konsolidierungsbewegung aus, die sich über die nächsten Handelswochen hinweg erstrecken sollte. Aus
aktueller Sicht halten wir dieses Szenario jedoch für weniger wahrscheinlich als das erste, nachdem es zu einer
Fortsetzung der Abwärtsbewegung kommen sollte.
Interessant wäre im Falle des ersten Szenarios noch ein systematischer Ansatz nach ROSS: unter der Annahme,
daß die 6388 das vorläufige Reaktionstief waren und der heutige Handelstag ein höheres Hoch als das gestrige
Tageshoch und ein höheres Tief als das gestrige Tagestief generieren würde, wäre eine erste Möglichkeit gegeben,
die Ausbildung einer 1-2-3 Umkehrformation zu konstruieren, welche der Ausgangspunkt für eine Fortsetzung der
Abwärtsbewegung sein sollte. In diesem Falle liegt die (1) im historischen Hoch bei 7159, die (2) bei 6388, die
Ausbildung der (3) ist noch offen und läge im erwarteten technischen Reaktionshoch. Kommt es zur Ausbildung der
(3), eignet sich die (2) bei 6388 als untere Trigger-Marke für strategische Short-Positionen.

Die Abwärtsbewegung im Euro-STOXX 50 wurde gestern mit hoher Dynamik fortgesetzt und der europäische Index
schloß genau in der Nähe der Unterstützungsmarke im Bereich um 4533 Punkten. Weitere Unterstützungen liegen
im Bereich um 4441/4415 und bei 4283. Insgesamt gibt es noch keine Anzeichen, daß die Abwärtsbewegung an
dieser Stelle zu einem Ende kommen wird. Der Aufwärtstrend im Euro STOXX 50 ist auch nach dem
charttechnischen Bruch seit gestern aus markttechnischer Sicht nicht mehr intakt; die Trendfolger generieren jetzt
ein sogenanntes neutrales set-up. Die Oszillatoren bewegen sich weiterhin in die Richtung des überverkauften
Bereiches.
Index           Widerstände          Unterstützungen        Tendenz
DAX             6992, 7159,          6534, 6388,            neutral
NEMAX           4813,                4178,                  bullish
Dow Jones       11366,               10939, 10860,          neutral
S&P 500 Index   1425,                1391, 1380             neutral

Rentenmärkte:
Marktausblick:
Nach gemischten Ergebnissen auf den Aktien- und Rentenmärkten diese Nacht könnte die bearische Stimmung und
die hohe Volatilität heute möglicherweise abnehmen. Die heutigen Datenveröffentlichungen sollten keine neuen
Einsichten vermitteln. Für Euroland scheint die Story ohnehin recht klar. Die letzte Entwicklung des Euros zeigt, dass
immer mehr Marktteilnehmer glauben, dass Euroland nicht nur von einem Aufhellen der Weltkonjunktur profitiere,
sondern beginnt seine Lehren aus dem Beispiel USA zu ziehen. Die letzten guten Daten in Euroland dürften daher
kein kurzfristiges Phänomen sein, sondern nur die ersten einer langen Reihe guter Ergebnisse, da die Konjunkturen
in Euroland mehr und mehr von strukturellen Änderungen profitieren werden. Die deutschen Reformen
(insbesondere die Steuerreform) sind nur ein Anzeichen für diese Entwicklung. Dies sind gute Nachrichten für die
Aktienmärkte, allerdings keine so guten Nachrichten für die Bondmärkte.
Wir stimmen mit den gestrigen Kommentaren von Herrn Duisenberg überein: Inflation wird in der kurzen Frist kein
Problem sein. Am Anfang des Jahres sollte die Inflation steigen, aber im Sommer dann wieder sinken. Soweit
deuten die EZB und wir die aktuellen Signale auf die gleiche Weise. Aber was wird danach kommen? Duisenberg
hat sich darüber ausgeschwiegen. Ein starkes weltweites Wachstum, höhere Rohstoffpreise und nicht so
bescheidene Lohnforderungen dürften zu einer Beschleunigung der Inflation gegen Jahresende führen. Die Teuerung
dürfte dann immer noch unter 2% liegen, aber der Trend wird die EZB zum Handeln zwingen. So rechnen wir mit
drei Zinserhöhungen um jeweils 25 BP in diesem Jahr: eine im Frühjahr, eine im dritten Quartal und eine im vierten
Quartal.
Aber dieses Szenarios sollte bereits weitgehend in die Bondmärkte eingepreist sein. Derzeit rechnen wir damit, dass
der Höhepunkt der Zinsen (10j-Bereich) in diesem Jahr knapp unter 6% liegen wird.


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