Kinowelt, was geschieht nun?

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KINOWELT MEDI. kein aktueller Kurs verfügbar
 
Kinowelt, was geschieht nun? spinoza
spinoza:

Kinowelt, was geschieht nun?

 
08.02.00 13:49
#1
nachdem sich das Unternehmen mit 100 Mio. Verluste für die Realisierung des
geplanten Fernsehsenders abgefunden hat, haben sich viele Aktionäre von der
Aktie getrennt. Seither hat sich die Aktie von 42€ bis auf 52€ erholt ohne
Bekanntgabe neuer Nachrichten und ganz im Trend der allgemeine Hausse.
Kurzfristig sehe ich bei der Aktie keine Chancen und bin auch nicht gewillt bis 2002 auf die evt. Gewinne zu warten.
Nun es gibt die Empfehlung und Meinung diverser Analysten, die die Aktie
gut bewerten bzw. auf kaufen gesetzt haben. Darin sehe ich einen Widerspruch
und würde gern Euere Meinung dazu wissen.
Soll ich die Aktie abstossen?

vielen Dank im voraus fuer hoffentlich viele Meinungen von Euch
Spinoza
Kinowelt, was geschieht nun? Investigator
Investigator:

Kinowelt dürfte eine Gelegenheit sein !

 
08.02.00 13:58
#2
der kürzliche Absturz war meiner Meinung nach völlig unberechtigt.
Immerhin holen sie sich mit einem FreeTV-Sender ein weiteres Stück der Verwertungskette ins eigene Haus.
Trotz anfäglicher (natürlich notwendiger) Investitionen dürfte das auf Dauer ein sicheres und vor allem rentables Geschäft werden !
Desweiteren zeigt z.B. Prosieben den Erfolg von Spielfilmkanälen in einer Welt von Talkshow-Sendern !!!
Kinowelt, was geschieht nun? kofi

Re: Kinowelt, was geschieht nun?

 
#3
Nachdem der Titel begann, die Kursverluste der letzten
 Depression am Neuen Markt und aufgrund der letztjaehrigen
 Kapitalerhoehung wieder wettzumachen, gab man bekannt, einen
 Fernsehsender errichten zu wollen. Gleichzeitig teilte Kinowelt
 mit, dass es hierdurch kurzfristig zu verringerten Unternehm-
 ensgewinnen kommen koenne. Daraufhin wurde das Unternehmen von
 den Analysten buchstaeblich in der Luft zerrissen. Ob dies nun
 damit zu tun hat, dass bei einigen Analysten hinsichtlich dem  
 Pro7-Konzern, Leo Kirch sowie Robert Murdoch gewisse Interessen-
 konflikte zu befuerchten sind, oder ob man sich tatsaechlich von
 den vorlaeufigen eventuellen Gewinnrueckgaengen hat abschrecken
 lassen, ist hierbei nur schwer zu beurteilen.


 Dem Anleger jedoch, der ueber einen etwas laengeren Anlagehori-
 zont als bis zur Veroeffentlichung des jeweils kommenden Quar-
 talsbericht verfuegt, duerften diese ambitionierten Plaene des
 Unternehmens zweifellos entgegenkommen. Betrachtet man die
 Hintergruende der Entscheidung etwas weniger oberflaechlich,
 erkennt man enorme Vorteile. Deckt Kinowelt bisher bereits weite
 Teile der Film-Wertschoepfungskette ab (Produktion, Rechte /Liz-
 enshandel, Merchandising, Videoverleih etc.) ab, wuerde man
 diese mit einem eigenen Fernsehsender sogar nahezu komplett
 schliessen.

 Somit reagiert Kinowelt bemerkenswert schnell auf den sich
 zunehmend verschaerfenden Wettbewerb innerhalb der Medienbranche.
 Denn waehrend mancher Mitbewerber noch die Augen vor den bereits

 ueberhoehten Einkaufspreisen der Spiel- und Kinofilmrechte ver-
 schliesst, reagierte Kinowelt prompt. Auch vergassen einige
 Analysten in ihren uebereifrig anmutenden mathematischen Bemue-
 hungen, dass die Kosten fuer den Aufbau eines Fernsehsenders
 durch die mittlerweile fortgeschrittene Technologie bei weitem
 nicht mehr so hoch sind, als noch einige Jahre zuvor.

 Denn waehrend SAT1 damals noch weit mehr als 650 Mio DM fuer den
 Aufbau aufwenden musste, laesst sich dies in der heutigen Zeit
 mit knapp 300 Mio DM bewerkstelligen. Diese 300 Mio DM reprae-
 sentieren einen Betrag, den ein florierendes, ueberaus gesundes,
 mit erheblichen finanziellen Ressourcen ausgestattetes Unter-
 nehmen wie Kinowelt tatsaechlich investieren kann, ohne das
 finanzielle Grundgeruest nennenswert zu strapazieren.

 Haelt man sich weiter vor Augen, dass man im Blockgeschaeft im
 Free-TV ohne weiteres Bruttomargen von 35% und mehr erwirtschaf-
 ten kann, beurteilen wir dieses Engagement aeusserst positiv.
 Mit einer Filmbibliothek von weit ueber 10.000 weitgehend quali-
 tativ hochwertigen Titeln besitzt man zweifellos die Voraussetz-
 ungen, um entstehende Kosten fuer den Fernesehsender schnell zu
 amortisieren und auch mit diesen Aktivitaeten vergleichsweise
 schnell in die Gewinnphase vorzudringen. Auch befindet sich die
 Kinowelt im Besitz von unzaehligen Spielfilm-Blockbuster, welche
 die Attraktivitaet der Programmgestaltung ueber die Massen
 hinweg sicherstellen. Hierdurch liessen sich Werbeeinnahmen
 erzielen, die gleichermassen lukrativ sind, wie sie die
 langfristige Rentabilitaet des Unternehmens nachhaltig
 garantieren.

 Das Unternehmen expandiert in jeder Richtung. Hierbei stellte
 man mehrfach unter Beweis, dass man bei der Verwertung der
 Filmrechte maximales Abschoepfungspotential sowie hoechste
 Rentabilitaet generiert. Denkt man diesen unbestreitbar posi-
 tiven Gedanken konsequent zu Ende, repraesentiert der eigene
 Fernsehsender lediglich die logische und einzig wirtschaftlich
 sinnvolle Fortsetzung dieser erfolgreichen Strategie.

 Sicherlich ist es hierbei moeglich, dass dies die Unternehmens-
 gewinne kurzfristig moderat beeintraechtigt. Mittelfristig aber,
 wird sich der eigene Fernsehsender als wertvolle strategische
 Entscheidung erweisen, mit der man sich langfristig den Eintritt
 in die ungemein lukrative Koenigsklasse der Medienbranche eroeff-
 net. Hier bieten sich enorme Synergiepotentiale. Beispielsweise
 laesst sich das Fussball/Bundesliga-Engagement hervorragend in
 die Sendeaktivitaeten einbinden.

 Sicherlich entspricht es den Tatsachen, wenn Analysten kritisch
 anmerken, dass die Preise fuer die ab 2003 vakanten Rechte fuer
 die Fussball-Bundesliga TV-Vermarktung, bei denen Kinowelt evtl.
 mitbieten will, von 300 evtl. bis auf 500-600 Mio DM ansteigen
 werden. Dementsprechend steigen aber auch die finanziellen Wert-
 schoepfungspotentiale, welche sich durch die Senderechte ergeben.
 Natuerlich ist auch fraglich, ob man die geplante EBIT-Marge von
 15%+ halten kann. Denn das Wachstum, welches man den Unternehmen
 am Neuen Markt abverlangt, muss natuerlich auch erst einmal
 vorfinanziert werden, sichert aber langfristig den Unternehmens-
 erfolg.  

 Man darf nicht vergessen, wie diversifiziert und aussichtsreich
 man sich in kuerzester Zeit in fast allen Bereichen der Medien-  
 landschaft in Szene zu setzen wusste. So besitzt man ueber die
 Sportwelt auch eine umfangreiches Beteiligungsportfolio preis-
 werter Fussballrechte, von den beeindruckenden Marktanteilen im
 Videoverleihgeschaeft einmal abgesehen.

 Die Vereine, an denen man sich beteiligte, besitzen eine umfang-
 reiche Fanbasis, keine finanziellen Probleme mehr und verfuegen
 allesamt ueber eine lange Tradition. Sobald hiervon ein oder gar
 mehrere Vereine in die Bundesliga aufsteigen, partizipiert man
 hieran gleich mehrfach. Die Kosten haetten sich nahezu unmittel-
 bar amortisiert, die nachhaltigen Gewinne waeren erheblich.

 Auch werden sich die Anlaufverluste fuer den Fernsehsender sehr
 in Grenzen halten, da es sich anfangs um einen Spartenkanal
 handeln wird. Ebenfalls will man die Filmrechte auch weiterhin
 an die fuehrenden verschiedenen Free-TV-Sender verkaufen. Die
 Filmbibliothek ist hierfuer, unschwer erkennbar, gross genug.

 Darueber hinaus werden von der anstehenden Integration der
 Sportwelt, der Berlinale im Februar sowie der Umsetzung von
 Produktionsprojekten mit Allianz Atlantis und Bioskop weitere
 positive Impulse ausgehen. Wir halten die panisch anmutende
 Reaktion einiger Analysten infolge der Bekanntmachung der Plaene
 fuer den eigenen TV-Sender sowohl fuer voellig ueberzogen,
 als auch falsch interpretiert und viel zu kurzfristig angelegt.
 Wir empfehlen die Papiere der Kinowelt dem langfristig ausge-
 richteten Investor mit einem 18-Monats-Kursziel von 110 Euro
 zum Kauf.

 WKN: 628590
 Name: Kinowelt Medien AG
 Liquidester Handelsplatz: Xetra
 Letzter Xetra-Kurs: 50,77 Euro


Quelle: Neuer Markt Newsletter    www.aktienservice.de
 


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