Ich glaube wir sind alle spielsüchtig. Lest mal, erkennt ihr euch auch wieder?

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Ich glaube wir sind alle spielsüchtig. Lest mal, erkennt ihr euch auch wieder? Dauberus

Ich glaube wir sind alle spielsüchtig. Lest mal, erkennt ihr euch auc.

 
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Risiko-Anleger sind extrem suchtgefährdet
von lipperkrone 28.05.00 21:57:17   1002807
Börsen-Zockern droht auf der Jagd nach dem schnellen Geld eine verhängnisvolle Psycho-Falle. Die möglichen
Folgen reichten von der krankhaften Spielsucht bis zum finanziellen Ruin, warnt der Psychologe Gerhard
Meyer von der Universität Bremen. Gefährdet seien insbesondere Daytrader und alle, die auf hochspekulative
Termingeschäfte wie Optionsscheine und sogenannte Futures setzten, die eindeutigen Glücksspielcharakter
hätten. «Psychotrope Wirkungen» nennt der renommierte Glücksspiel-Experte die psychologischen
Mechanismen, vor denen weder Profi-Zocker noch Feierabend-Börsianer gefeit sind.

Diese psychotropen Wirkungen machen sich bei vielen Börsenzockern zunächst als Nervenkitzel und die
lustvoll-euphorische Gewinnerwartung bemerkbar. Viele schätzten, ähnlich wie Roulettespieler, den
«prickelnden Reiz der Ungewissheit», unabhängig vom Ausgang der Spekulation, sagt Meyer. «Und ist ein
Geschäft erfolgreich, stellen sich Wohlbefinden, Euphoriegefühle, Machtphantasien und die Hoffnung auf
weitere Gewinne ein».

Läuft der Markt jedoch gegen den Spekulanten, machen sich Angst und Verzweiflung breit und es droht
die Spielsucht. «Die enorme Belastung lässt sich nur durch neuerliche Abschlüsse ausblenden, und es muss
Geld für neue lustvolle Erwartungen her», sagt Meyer. «Es gilt das Motto: Irgendwann werden die Kurse schon
wieder steigen». Dabei unterliegen die Spekulanten einem fatalen Irrtum. «Fast alle glauben, mit komplexen
Strategien kurzfristige Marktentwicklungen vorhersagen zu können, aber das ist eine Illusion.»

Nur selten werden die fatalen Folgen dieser Psycho-Falle so bekannt wie bei dem Börsenmakler Nick
Leeson, der 1996 mit einem Spekulationsverlust von 1,4 Milliarden Mark die altehrwürdige britische
Barings-Bank ruinierte. Weniger öffentlichkeitswirksam verlief jüngst ein Fall in Bremen, wo zwei
Sparkassen-Angestellte 28 Millionen Mark von einem Konto ihre Arbeitgebers verspielten. Und beim
«Arbeitskreis gegen Spielsucht» in Unna meldete sich erst kürzlich ein 24-jähriger Immobilienkaufmann, der
innerhalb eines Jahres 140.000 Mark an der Börse verloren hatte, wie der Geschäftsführer des Arbeitskreises,
Jürgen Trümper, berichtet.

Risiko-Handel wächst explosionsartig

Wie viele Börsianer sich unter den rund 150.000 Spielsüchtigen befinden, ist nicht bekannt. In
Selbsthilfegruppen und ambulanten Einrichtungen sind es nach einer Untersuchung Meyers derzeit knapp zwei
Prozent der Betroffenen. Besorgnis erregend sei insbesondere, dass die Banken zwar gern bereit seien,
Kredite für Börsenspekulationen zur Verfügung zu stellen, es aber an der Aufklärung der Anleger mangeln
ließen.

Wie gering das Informationsinteresse ist, erlebte Trümper jüngst bei der Planung eines bundesweiten
Weiterbildungsseminars zur Spielsucht. Die Erfahrungen mit den tragischen Folgen ruinöser Spekulationen
reichten aus, um darüber ein ganzes Buch zu füllen, ließ man ihm beim Frankfurter Börsenverein wissen. Die
Teilnahme eines Fachreferenten wurde jedoch kurz darauf wieder abgesagt. «Das Thema könnte wohl die
Geschäfte stören», vermutet Trümper.


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