- Ein kurzer, heftiger Crash kaum mehr vorstellbar ? -

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- Ein kurzer, heftiger Crash kaum mehr vorstellbar ? - Marius

- Ein kurzer, heftiger Crash kaum mehr vorstellbar ? -

 
#1
Mann muß nicht der Ansicht sein, ist aber mal ein ganz interesanter Gedanke.

Kopiert aus Wallstreet-Online:



- Ein kurzer, heftiger Crash kaum mehr vorstellbar ? -

Die zunehmende und überall heftig um sich greifende Marktliberalisierung eröffnet uns gemeinhin völlig neue Möglichkeiten und Chancen, die es anderweitig überhaupt niemals gegeben hätte.
Denken wir nur an das Reisen. Doch was wäre von folgendem Angebot zu halten? Ein Karibikurlaub im besten Hotel, "all inclusive", einschließlich Flug, für nur 500 DM. Dauer: So lange, wie man möchte. Doch: Für den Rückflug steht zu jedem Zeitpunkt nur eine begrenzte Kapazität zur Verfügung, die jeweils nach dem Losverfahren vergeben wird. Voranmeldungen sind jedoch nicht möglich.
Würden Sie eine derartige Reise buchen?
Alleine 50.000 Leute haben etwas ganz Ähnliches gemacht und seit Jahresanfang bei der comdirectbank ein Konto eröffnet. Das sind 550 pro Tag. Rechnet hier nun die anderen Wettbewerber, wie consors, bank 24, advance bank, direktanlagebank, entrium und wie sie sonst noch heißen, hinzu, dann sind es sicherlich mindestens 200.000 oder mehr als 2.000 pro Tag.
Der Vorteil: Jetzt kann man nach Herzenslust für relativ geringe Gebühren beim großen Spiel mitspielen. Man hat damit jedoch auch noch eine andere Garantie erworben: Wenn es wirklich einmal ganz heftig abwärts gehen sollte mit den Märkten, dann wird man mit Sicherheit (!) nicht verkaufen können, da diese Banken und Broker aufgrund des Ansturmes nicht mehr erreichbar sein werden.

Man kann die neuen Anleger zu ihrer Wahl also nur begrüßen: Denn was auf den ersten Blick wie eine Lemming-Strategie aussieht, erweist sich auf den zweiten Blick als weit vorausschauendes Handeln. Denn nichts ist schlechter als sich aufgrund von Panik zu unüberlegten Verkäufen treiben zu lassen. Die neuen Anleger machen also genau das, was ich in "Der Crash der Theorien" als die "Odysseus-Strategie" bezeichnet habe. Sie binden sich selbst fest in ihrer Strategie, um sich damit von - im Affekt begangenen - Irrtümern zu schützen.
Und merken wir diese Strategie nicht auch irgendwie heute schon? Denn da reden alle davon, die Aktien der "new economy" müssten endlich korrigieren, diejenigen der "old economy" hingegen wären sogar unterbewertet. Doch was passiert? Genau das Gegenteil. Die Aktien der "old economy" fallen immer weiter, die der "new economy" hingegen sind in den Depots bei den "new banks" fest eingefroren. Und nun spreche wirklich jemand noch im Ernst von den Wirkungen der Zinsen. Nein, es scheinen vielmehr diese "Lock-In-Effekte" zu sein, die derzeit das Börsengeschehen zweiteilen. Von wegen also, die Marktwirtschaft würde immer nur auf die Ergebnisse der kurzen Frist abstellen. Nein, die Weitsicht ist es. Es ist immer die Weitsicht. Und vor allem: Die neue Weitsicht.


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