DICOM (WKN, alt & neu: 903118).: Interview mit Vorstand

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DICOM (WKN, alt & neu: 903118).: Interview mit Vorstand

 
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betrifft Aktie: DICOM GRP

Dicom: "...Wir wollen Präsenzen ausbauen..."

Die Dicom Group, bisher in London und im deutschen Freiverkehr notiert, geht jetzt auch an den Neuen Markt. Es werden bis zu 7,97 Millionen Stammaktien ausgegeben (WKN: 903118). Für den Greenshoe, dessen Aktien aus dem Besitz von Alteigentümern stammen, stehen 1,19 Millionen Papiere zur Verfügung. Die Bookbuildingspanne läuft bis 25. Januar 2000. Der Emissionspreis soll am 27. bekannt gegeben werden, die Erstnotiz ist für den 28. Januar vorgesehen. Dicom betreibt Beratungs-, Support- und Vertriebsgesellschaften in 16 europäischen und 5 asiatischen Ländern. Kernkompetenz sind Komponenten für die elektronische Daten- und Dokumentenerfassung . Dicom bietet Produkte für Intra-/Inter-/Extranet sowie für E-Commerce, um den Datentransfer vor Manipulationen und externen Zugriffen zu schützen. Dicom und die Beteiligung Kofax/USA zusammen erzielten im abgelaufenen Geschäftsjahr (30. Juni 1999) einen Umsatz von 160 Millionen Mark und beschäftigen derzeit 530 Mitarbeiter weltweit


Anlässlich des bevorstehenden IPO sprach "Instock.de" mit Vorstand Christoph Löslein.


Instock:
Sie werden in Deutschland schon im Freiverkehr gehandelt. Wieso nun der Gang an den Neuen Markt?

Löslein:
Die Platzierung am Freiverkehr ist ganz ohne unser Zutun geschehen. Bekanntlich braucht es dazu nicht die Zustimmung der jeweiligen Firma oder gar eine Kapitalerhöhung. Für uns ist der Neue Markt einfach das Gegebene. Es ist die richtige Plattform für unser Haus.

Instock:
Geben Altaktionäre über den Greenshoe hinaus Aktien ab?

Löslein:

Nur sehr geringfügig. Insgesamt 13 Aktionäre geben gerade mal 470.000 Stücke ab. Die Gründer und die wichtigsten Mitarbeiter haben sich zu einem Lock-up von sechs Monaten verpflichtet. Darüber hinaus sind wir als in England ansässiges Unternehmen auch dem britischen Recht verpflichtet. Danach dürfen im Unternehmensmanagement tätige Aktionäre zwei Monate nach der Vorlage der Halbjahres- und Jahresberichte nicht mit Ihren Aktien handeln.

Instock:
Es wird keine Bookbuildingspanne geben. Wie wird Ihr Emissionspreis für den Neuen Markt ermittelt?

Löslein:
Der Emissionspreis richtet sich nach dem Kurs der Aktie an der Londoner Börse. Wir dürfen einen Abschlag von maximal zehn Prozent geben. Wie hoch dieser Abschlag tatsächlich ausfallen wird, entscheidet sich ganz kurzfristig.

Instock:
Können die potenziellen Anleger noch überraschende Meldungen bis zum Tag der Erstnotiz erwarten?

Löslein:
Wir werden mit Sicherheit keine Ad hoc-Meldungen mehr bis zum 28. 1. veröffentlichen.

Instock:
Können die Neuaktionäre mit Dividendenzahlungen rechnen?

Löslein: Na klar. Wir zahlen seit unserem Londoner Börsengang Dividende.

Instock:
Was haben Sie mit den Mittel aus dem anstehenden Börsengang vor?

Löslein:
Zu allererst werden wir zirka 45 Millionen Euro für die restlichen 80 Prozent der Kofax bezahlen, die derzeit in Absprache mit uns von der Dresdner Bank gehalten werden.

Instock:
Was, wenn die Deutsche Bank plötzlich nicht verkaufen will?

Löslein:
Das wird nicht passieren. Auch umgekehrt geht das übrigens nicht. Verträge binden uns, den Emissionserlös für den Kauf zu verwenden. Im übrigen arbeiten wir mit Kofax schon direkt zusammen, profitieren gegenseitig von den einsetzenden Synergien. Alle, die Dicom-Aktien zeichnen, kaufen zwei Unternehmen.

Instock:
Ab wann wird Kofax konsolidiert?

Löslein:
Ab 1. Februar 2000.

Instock:
Wo wollen Sie die restlichen IPO-Mittel investieren?

Löslein:
Wir wollen auch weiter in strategische Akquisitionen investieren. Unser geografisches Wachstum haben wir weitestgehend abgeschlossen. Wir suchen jetzt lokale Dienstleistungsunternehmen in allen 22 Ländern, in denen wir bereits präsent sind. Dabei müssen die Firmen in unser bestehendes Angebotsportfolio passsen. Hier sind entsprechende Abschlüsse noch im ersten Quartal zu erwarten.

Instock:
Sie haben kein Interesse mehr an der Erschließung neuer Märkte?

Löslein:
Aktuell jedenfalls nicht. Wir wollen, wie gesagt, vor allem unsere Präsenzen ausbauen. Das heißt nicht, dass wir keine Wünsche haben. Dazu zählen auf jeden Fall China und Japan. Für den japanischen Markt verfügt Kofax übrigens schon über muttersprachliche Software.

Instock:
Mit welchem Umsatz und Gewinn vor Steuern und Zinsen rechnen Sie im laufenden Geschäftsjahr?

Löslein:
Auch hier sind uns, was Prognosen angeht, durch das britische Recht die Hände gebunden. Wir dürfen keine Prognosen abgeben. Doch soviel: Der Markt wächst um zirka 30 Prozent jährlich. Wir möchten diese Wachstumsrate mindestens erreichen, nach Möglichkeit sogar schneller wachsen. Beim Gewinn geht unsere Phantasie noch weiter.

Instock:
Sie beanspruchen Marktführerschaft. Das ist ein Attribut, mit dem sich Unternehmen gerne schmücken. Wo sehen Sie sich international platziert?

Löslein:
Mir ist klar, dass die Beanspruchung von Marktführerschaft immer etwas problematisch ist. Doch ich bin der Ansicht, wir sind im Bereich der Umwandlung nichtdigitaler Daten in digitale die internationale Nummer eins. Keiner unserer Mitwettbewerber ist so groß und keiner so global präsent wie wir.

Instock:
Wieso hört man in der letzten Zeit so wenig von Ihrer Exklusivpartnerschaft für den Vertrieb von Samsung-Hochleistungsmonitoren in Österreich und der Schweiz?

Löslein:
Es gab nichts zu vermelden. Das Geschäft läuft gut. Allerdings passt dieser Unternehmenszweig nicht in unser Kerngeschäft, auf das wir uns ja voll konzentrieren wollen. Mittelfristig streben wir so eine Ausgliederung im Rahmen eines Buy-outs des Managements an.

Instock:
Herr Löslein, vielen Dank für das Gespräch.



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