Bookbuilding vor dem aus (siehe Bericht) ?? Bitte mal Eure Meinung.

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Bookbuilding vor dem aus (siehe Bericht) ?? Bitte mal Eure Mein.

 
06.01.00 09:08
#1
vwd exklusiv/Faires Emissionsverfahren gesucht

von vwd Korrespondent Rolf Benders

Frankfurt (vwd) - Mehr als 150 Börsengänge wird es in diesem Jahr geben, mutige Schätzungen sprechen sogar von über 300. Schon im vergangenen Jahr erzielten Anleger wie ausgebende Unternehmen gute Erlöse aus diesem Geschäft, aber so richtig zufrieden scheint niemand zu sein. Die Unternehmen beklagen ein enormes Underpricing. Bestes Beispiel für diese Phänomen war zuletzt die Aktie der freenet.de AG, Hamburg. Nach einer Bookbuildingspanne
von 25,00 bis 29,00 EUR wurde das Papier mit 29,00 EUR zugeteilt; der Markt bewertete den Titel aber mit einem ersten Kurs von 68,00 EUR. Aktuell steht das Papier bei rund 107 EUR. Der Emissionserlös hätte also deutlich höher ausfallen können.

Die Anleger, vor allem die privaten, sehen dagegen für sich kaum eine Chance, bei einer Zuteilung zum Zuge zu kommen. Im ersten Halbjahr 2000 will nun die Trius AG, Wiesbaden, mit einem reinen Auktionsverfahren beiden Seiten gerecht werden. Steht das Bookbuilding als Emissionsverfahren also vor dem Aus? Oder muss es nur modifiziert werden?

"Besonders geeignet ist das Auktionsverfahren gerade bei schwierig zu bewertenden Startup- und Wachstumsunternehmen", ist sich Wolfgang Brandt,Vorstandsmitglied der Trigon Wertpapierhandelsbank AG, Wiesbaden, sicher. Das Unternehmen erhalte so einen besseren Gegenwert für seine Aktien, und der Anleger habe eine echte Chance, auch wirklich Anteile zu bekommen. Trigon will im Rahmen ihres ersten Going Public die Trius AG, Wiesbaden, nach diesem Verfahren an den Markt bringen. Dabei soll auf eine Preisspanne
verzichtet werden, jeder Interessent soll sich ausführlich mit dem

Unternehmen und seinem Wert auseinandersetzen und dann limitiert zeichnen. Billigst-Order wird es nicht geben.

Nach Abschluss der Zeichnungsfrist bekommen alle Zeichner, angefangen vom höchsten Gebot so lange eine Zuteilung, bis das Emissionsvolumen "aufgebraucht" ist. Die Höhe des niedrigsten Gebotes, das zum Zuge kommt, bestimmt dabei den Zuteilungspreis. Besteht zu diesem Preis mehr Nachfrage als noch Anteile "übrig sind", wird das verbliebene Angebot anteilig vergeben. Der Zeichner könne damit unabhängig von seinem Namen und der Bank,
bei der er Konten unterhält, zum Zuge kommen, so Brandt. Das Unternehmen erhalte im Gegenzug einen faireren Marktpreis.

Außerdem zwinge dieses Verfahren die Anleger dazu, sich mit der
Gesellschaft auseinanderzusetzen, was dieser treuere Aktionäre beschere. Dies mache den Nachteil wett, dass man bei der Zuteilung die zukünftige Aktionärsstruktur nicht weiter berücksichtige. Dieses Verfahren könne das Bookbuilding in der Zukunft zumindest ergänzen, vielleicht sogar ablösen, meint Brandt. Verhalten bewerten Helmut Achatz vom Deutschen Aktien Institut und Carsten Heyse von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz
e.V. dieses Verfahren.  

Beide räumen zwar ein, dass wegen der häufig auftretenden Diskrepanz zwischen Ausgabepreis und erstem Kurs am Markt aus Sicht der Unternehmen über Alternativen nachgedacht werden müsse. Es frage sich aber, ob gerade Privatanleger bei "heißen Emissionen" überhaupt in der Lage seien, einen angemessenen Preis für die Aktie zu ermitteln. Man sehe schließlich, dass dies sogar Profis schwer falle. Ein Ende des Bookbuildings sieht auch die DG
Bank noch nicht gekommen. Kay Steffen, Leiter Equity Capital Markets des Hauses, erwartet eher Modifikationen des bewährten Verfahrens, wie es sie in den USA bereits länger gebe.

Um die Gefahr eines Underpricing zu verringern, seien beispielsweise zuletzt die Preisspannen schon breiter geworden. Bei enormen Überzeichnungen könne es in Zukunft zu einer Anhebung der Spanne kommen. Rechtlichen Implikationen müßte man dafür jedoch vermutlich durch eine Einverständniserklärung der Kunden vorbeugen. Der große Vorteil des Bookbuildingverfahrens sei für die Unternehmen, dass man die zukünftige Aktionärsstruktur und den Sekundärmarkt weitestgehend steuern könne.

vwd/4.1.2000


Wie seht Ihr die Sache wäre eine Auktion fair oder nicht ?
Bookbuilding vor dem aus (siehe Bericht) ??   Bitte mal Eure Meinung. Pieter
Pieter:

Re: Bookbuilding vor dem aus (siehe Bericht) ?? Bitte mal Eure Meinu.

 
06.01.00 09:50
#2
Hi,

Das mit einer Auktion ist so eine Sache. Kommt da echt ein fairer Preis bei raus ?
Hätte den ernsthaft irgend jemand die Freenet beim Börsengang zu sagen wir mal 100E geordert ?
Der Laden hatte am 1.11.99 sage und schreibe 35 Mitarbeiter. Die sitzen in einem wahrscheinlich angemietetem Großraumbüro hinter geleasten PC's und bearbeiten Kundenanträge und ein paar Webseiten. Da müssen also ungeheure Substanzwerte in dem Laden stecken. Bei einem Emissionsvolumen von 3.675.000 Stückaktien ergäbe sich eine Marktkapitalisierung von 300 Millionen. Sorry, aber das halte ich für masslos überzogen. Ich schätze,
bei einer Auktion kommt alles mögliche raus aber bestimmt kein realistischer fairer Unternehmenswert. Da wäre dann endgültig den Firmen Tür und Tor geöffnet, die nur gegründet werden, um mal nach 2 oder 3 Jahren an die Börse zu gehen und die Gründer schnell mal eben zu Multimillionären zu machen.

Weiter zu dem Satz "Die Höhe des niedrigsten Gebotes, das zum Zuge kommt,
bestimmt dabei den Zuteilungspreis."  würde doch irgendwie dazu verleiten, ein möglichst hohes Angebot als Kleinanleger abzugeben in der Hoffnung, bei hohem Emmissionvolumen auf jeden Fall mit dabei zu sein und doch einen recht niedrigen Zuteilungskurs zu bezahlen.
Ich denke, bei einer Auktion würde die Zockerei eben nur noch früher anfangen, aber mit fairem Wert hätte das dann garnix mehr zu tun. Nur der Emmitent würde mehr einnehmen und selbstverständlich die emmitierende Bank.

Das heißt nicht, das ich mit dem bisherigen Verfahren besonders froh wäre. Bin bisher immer leer ausgegangen. Da fällt mir ein Satz ein, den ich mal im Consorschat gelesen habe, glaube ich "Die guten bekommt man nie, die schlechten immer, und das auch noch in der vollen Ordermenge".

Ein richtig faires Verfahren für alle wird es wohl nie geben.

Meine Meinung.
Gruß
Pieter
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Danke Pieter !

 
#3
Ich denke auch daß die Auktion nicht das gelbe vom Ei ist. Ist nur die Frage ob viele Privatanleger da mitspielen. Warum zeichnet man denn fleißig, damit man auch mal ein paar Mark auf die schnelle (und sichere) Art machen kann.

Apropos Zuteilung von "schlechten": Ich persönlich schau mir vorher immer die vorbörslichen Kurse von Schnigge und L+S an. Wenn der nicht mind. 20-30% über dem Bookbuildung liegt, lasse ich die Hände davon. Warum sollte man irgendetwas zeichnen, was man später billiger bekommen kann ?

Grüße

Short-Seller


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