Bernd Niquet: Kurt Richebächer und das Fiasco

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Bernd Niquet: Kurt Richebächer und das Fiasco Johnboy

Bernd Niquet: Kurt Richebächer und das Fiasco

 
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Bernd Niquet: Kurt Richebächer und das Fiasco
Bernd Niquet: Kurt Richebächer und das Fiasco

- Der gigantische Riesenzock -

Langsam scheint der Pessimismus ja doch etwas zu steigen. Heute Morgen lese ich, dass sogar der Super-Tech-Bulle, Harry S. Dent, Autor des Buches „The Roaring 2000s“, einen Verkauf der Nasdaq-Werte empfohlen hat. Gut gebrüllt, Löwe. Aber ansonsten: Wenn man einmal die deutschen Börsenzeitschriften durchblättert, dann kann man davon noch nichts spüren.

Nun gut, dann wird es eben noch etwas dauern.

Gestern hatte ich bereits über das schöne Buch „F.I.A.S.C.O“ von Frank Partnoy berichtet – und möchte hierzu heute einen etwas weiteren Bogen spannen. Im letzten Jahr war in der „Börsenzeitung“ ein visionärer Artikel von Kurt Richebächer erschienen, in dem dieser die Explosion der US-Kreditvolumens anprangerte.

Der Hauptteil davon stammt aus dem Bereich der „Federal government-related“ Emittenten, sprich mit Staatsgarantie versehener Papiere privater Unternehmen wie beispielsweise FannieMae. Wird hier stillschweigend der staatliche Mantel über faule Kredite ausgebreitet (?), hatte ich damals überlegt. Denn auch Richebächer gibt über diesen Tatbestand keine Auskunft.

„F.I.A.S.C.O.“ hingegen tut es! Und zwar im zweiten Kapitel („Das Kartenhaus“) in der Geschichte über die PERLS. PERLS bedeutet „Principal Exchange Rate Linked Security“. Dahinter verbergen sich über dem Marktzinssatz verzinsliche Anleihen von Agenturen mit Staatsgarantie (!), deren Rückzahlung jedoch an eine komplizierte Formel diverser Wechselkurse gebunden ist.

Doch warum solche Konstruktionen? Weil sich einerseits dadurch immense Provisionen für die Investmentbanken generieren lassen und zudem der Kunde eine höhere Verzinsung erhält, andererseits jedoch – und das ist der entscheidende Punkt (!) – durch die Staatsgarantie selbst ein derartiges Super-Risiko-Papier eine „AA-„ Bonität erhält! Und das ist das große Kriterium für alle Versicherungen und Pensionsfonds.

Soll heißen: Mit derartigen Tricks kann erreicht werden, dass sich selbst mit durch Gesetz zu risikoarmen Strategien gezwungenen Anlagetöpfen trefflich herumzocken lässt! Alles natürlich zum Wohle der Performance! Allerdings nur, wenn es gut geht. Wenn nicht, dann wird den Kunden eben die Haut vom Gesicht gezogen ...

Im Endeffekt scheint sich damit also das genaue Gegenteil (!) von dem abzuspielen, was man zuerst denken konnte, nämlich keine Verstaatlichung fauler Schulden, sondern vielmehr das genaue Gegenteil: ein gigantischer Superzock mit dem Rentenvermögen.

Oder handelt es sich hierbei etwa überhaupt nicht um Gegensätze ...????



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