Bernd Niquet: Die Zeitbombe am Neuen Markt

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  Bernd Niquet: Die Zeitbombe am Neuen Markt Johnboy

Bernd Niquet: Die Zeitbombe am Neuen Markt

 
#1

Wallstreet Online-Nachricht

Donnerstag, 23.03.2000, 12:47

Wallstreet Online-Nachricht

Donnerstag, 23.03.2000, 12:47
Bernd Niquet: Die Zeitbombe am Neuen Markt
Bernd Niquet: Die Zeitbombe am Neuen Markt

- Die Behandlung von Aktienoptionen für Mitarbeiter-

Gestern und vorgestern habe ich einen kritischen Beitrag über die Behandlung von Aktienoptionen für Mitarbeiter bei Microsoft referiert sowie selbst einmal ein derartiges Beispiel aufgestellt. Heute nun werde ich das Ergebnis meiner Recherchen zur Bilanzierung derartiger Beteiligungsmodelle darstellen:

(1) Es gibt in dieser Hinsicht keine Unterschiede zwischen der Bundesrepublik und den USA.

(2) Aktienoptionen für Mitarbeiter müssen im Zeitpunkt ihrer Gewährung nicht bilanziert werden, sondern es muss nur in einer Fussnote (!) auf sie verwiesen werden.

(3) Diese Fussnote wird jedoch gemeinhin von niemandem wirklich beachtet.

(4) Diese Fussnote ist dennoch bei steigenden Aktienmärkten der wichtigste Punkt in der Bilanz jeden Technologieunternehmens (!)

Begründung:

(5) Zum Zeitpunkt der Ausübung der Optionen muss die Differenz zwischen dem Basispreis (in etwa der Aktienkurs bei Gewährung) und dem gegenwärtigen Kurs

- einerseits bei den Beschäftigten als Einkommen versteuert,- andererseits bei der Gesellschaft als Lohnkosten passiviert werden.

(6) Der Cash-Flow der Gesellschaft wird dadurch nicht berührt, die Gewinn- und Verlustrechnung jedoch in vollem Umfange.

(7) Das Unternehmen bekommt damit natürlich die Möglichkeit, wie Bill Parish es behauptet hat, diese Kosten, denen jedoch kein Cash-Abfluss gegenübersteht, steuermindernd anzusetzen.

(8) Werden also Stock-Optionen in großem Umfange gewährt und steigt zudem der Kurs währenddessen steil an, - wie in meinem gestrigen Beispiel -, so wird dies in vielen Fällen zur wirtschaftlichen Überschuldung führen. Das heißt: Die Unternehmen säßen dann zwar, wenn sie ansonsten profitabel sind, auf einem hohen Cash-Berg, müssten jedoch Konkurs anmelden.

(9) Ob hier jedoch bereits das letzte Wort gesprochen ist, weiß ich nicht. Die vorangegangenen Überlegungen sind jedoch logisch konstistent.

(10) Es ist durchaus davon auszugehen, dass die Geschäftsergebnisse der Unternehmen am Neuen Markt in den nächsten Jahren ganz deutlich von dem Mitarbeiteroptionen bestimmt ist.

(11) Wer sich also vor zukünftigen Verlusten schützen möchte, sollte das winzige kleine Fußnötchen in der Bilanz tunlichst nicht übersehen.

(12) Konkrete Zahlen oder Statistiken über diesen Sachverhalt sind jedoch nirgendwo zu erhalten ...

(13) Salute (!)

Bernd Niquet, Donnerstag, 23. März 2000

Feed-back und Diskussion: Im angeschlossenen Board bei www.wallstreet-online.de oder über: b.niquet@wallstreet-online.de

Bernd Niquet, KEINE ANGST VORM NÄCHSTEN CRASH - Warum Aktien als Langfristanlage unschlagbar sind, Campus-Verlag, Frankfurt/M., New York 1999, 269 Seiten, kartoniert, 49,80 DM, ISBN 3-593-36293-7. Bestell-Link:www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3593362937/buchervonberndni

Bernd Niquet: Die Zeitbombe am Neuen Markt

- Die Behandlung von Aktienoptionen für Mitarbeiter-

Gestern und vorgestern habe ich einen kritischen Beitrag über die Behandlung von Aktienoptionen für Mitarbeiter bei Microsoft referiert sowie selbst einmal ein derartiges Beispiel aufgestellt. Heute nun werde ich das Ergebnis meiner Recherchen zur Bilanzierung derartiger Beteiligungsmodelle darstellen:

(1) Es gibt in dieser Hinsicht keine Unterschiede zwischen der Bundesrepublik und den USA.

(2) Aktienoptionen für Mitarbeiter müssen im Zeitpunkt ihrer Gewährung nicht bilanziert werden, sondern es muss nur in einer Fussnote (!) auf sie verwiesen werden.

(3) Diese Fussnote wird jedoch gemeinhin von niemandem wirklich beachtet.

(4) Diese Fussnote ist dennoch bei steigenden Aktienmärkten der wichtigste Punkt in der Bilanz jeden Technologieunternehmens (!)

Begründung:

(5) Zum Zeitpunkt der Ausübung der Optionen muss die Differenz zwischen dem Basispreis (in etwa der Aktienkurs bei Gewährung) und dem gegenwärtigen Kurs

- einerseits bei den Beschäftigten als Einkommen versteuert,- andererseits bei der Gesellschaft als Lohnkosten passiviert werden.

(6) Der Cash-Flow der Gesellschaft wird dadurch nicht berührt, die Gewinn- und Verlustrechnung jedoch in vollem Umfange.

(7) Das Unternehmen bekommt damit natürlich die Möglichkeit, wie Bill Parish es behauptet hat, diese Kosten, denen jedoch kein Cash-Abfluss gegenübersteht, steuermindernd anzusetzen.

(8) Werden also Stock-Optionen in großem Umfange gewährt und steigt zudem der Kurs währenddessen steil an, - wie in meinem gestrigen Beispiel -, so wird dies in vielen Fällen zur wirtschaftlichen Überschuldung führen. Das heißt: Die Unternehmen säßen dann zwar, wenn sie ansonsten profitabel sind, auf einem hohen Cash-Berg, müssten jedoch Konkurs anmelden.

(9) Ob hier jedoch bereits das letzte Wort gesprochen ist, weiß ich nicht. Die vorangegangenen Überlegungen sind jedoch logisch konstistent.

(10) Es ist durchaus davon auszugehen, dass die Geschäftsergebnisse der Unternehmen am Neuen Markt in den nächsten Jahren ganz deutlich von dem Mitarbeiteroptionen bestimmt ist.

(11) Wer sich also vor zukünftigen Verlusten schützen möchte, sollte das winzige kleine Fußnötchen in der Bilanz tunlichst nicht übersehen.

(12) Konkrete Zahlen oder Statistiken über diesen Sachverhalt sind jedoch nirgendwo zu erhalten ...

(13) Salute (!)

Bernd Niquet, Donnerstag, 23. März 2000

Feed-back und Diskussion: Im angeschlossenen Board bei www.wallstreet-online.de oder über: b.niquet@wallstreet-online.de

Bernd Niquet, KEINE ANGST VORM NÄCHSTEN CRASH - Warum Aktien als Langfristanlage unschlagbar sind, Campus-Verlag, Frankfurt/M., New York 1999, 269 Seiten, kartoniert, 49,80 DM, ISBN 3-593-36293-7. Bestell-Link:www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3593362937/buchervonberndni



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