Auswirkungen des Energieverbrauchs

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Auswirkungen des Energieverbrauchs Sailorman

Auswirkungen des Energieverbrauchs

 
#1


14. September 1999

Zwingt der gestiegene Rohölpreis zur Strategieänderung?

Trotz der vielen Marktgurus, die mit der Überbewertung vor allem des größten Kapitalmarktes der Welt drohen, gibt es eine tatsächliche Gefahr für die produzierende und verbrauchende Welt. Diese Gefahr hat sich ganz leise aber relativ schnell von US$ 11 im Januar auf schon über US$ 24 herangenaht und muß absolut ernst genommen werden: Das Rohöl, die Hauptenergiequelle der Welt.

Europäische- und US-amerikanische Volkswirtschaften sowie der Kosovo-Krieg ließen den Energieverbrauch stark ansteigen.

Sorglos verbraucht die US-amerikanische Wirtschaft, die auf Hochtouren läuft, mehr Energie als je zuvor. Die kriegerischen Aktivitäten im Kosovo haben nicht nur mehr Kerosin und Diesel verbraucht wie zu friedlichen Zeiten, sondern auch viele Vertriebswege aus den Förderländern geschlossen, genauso wie das Erdbeben in der Türkei. Im indonesischen Archipel (ehemaliges holländisches Kolonialgebiet), dessen Ölquellen der Ursprung von ROYAL DUTCH, der jetzt größten Ölgesellschaft der Welt, bilden, dürften jetzt auch einige Vertriebswege unterbrochen werden und durch die UN-Truppen hauptsächlich aus Australien auch mehr Diesel verbraucht werden. Mit Ausnahme in Deutschland und Italien laufen im restlichen Europa die Volkswirtschaften auch auf Hochtouren.

Der Rohölpreis steht vor der magischen Schwelle von 25$.

Die Förderdisziplin der ölproduzierenden Staaten ist so beispielhaft, daß selbst Präsident Saddam Hussein und Colonel Moammar Kadafi sich daran halten. Wenn der Rohölpreis über die magische Schwelle von US$ 25 pro Barrel steigen sollte, dürfte es ratsam werden, sich auf deutlich düstere Aussichten einzustellen. In diesem Szenario müßte man deutlich steigende Lebenshaltungskostenpreise vorausahnen, die natürlich viel Geld aus den Kapitalmärkten nehmen würden. Die folgliche Knappheit des Geldes würde die Aktienmärkte sinken lassen und die Zinssätze (als Maß für die Knappheit des Geldes) steigen lassen. Das Wachstum der Volkswirtschaften würden sich merklich verlangsamen und womöglich in eine Rezession hineinschlittern. Wir haben das alles schon mal miterlebt: Zuerst 1973/74 als Präsident Richard Nixon von seinem Watergate-Skandal mit der künstlich geschaffenen Energiekrise abzulenken versuchte und den OPEC-Ländern damit die Macht zum OPEC-Embargo verhalf. Danach 1979/80 im zweiten Ölschock, als der Rohölpreis auf US$ 49 pro Barrel stieg und die Zinssätze von Nachkriegstiefstniveau (in Deutschland war die 10-Jahresrendite bei 4 ¼%) bis auf ein historisches Höchstniveau ansteigen ließ (mit 23% für AAA-Bankers Acceptances im Can$, einer der wenigen sogenannten Ölwährungen).

Goldmienen, Öl- und Ölbohrungsgesellschaften sollte man jetzt genau beobachten.

Angesichts dieses möglichen Ausblicks macht es enorm viel Sinn, die Leitzinsen vor allem in den USA noch weiter steigen zu lassen, damit das Wachstum der Volkswirtschaften verlangsamt und der Verbrauch gebremst wird. Nur dann nimmt die Nachfrage nach Energie ab.

Wenn die Zinsen nicht rechtzeitig angehoben werden, muß man sich auf ein Abflachen der Börsenentwicklung, später ein Fallen der Aktien- und Rentenkurse und als Folge auch vermehrte Verkäufe der Investment-Fonds aufgrund von Rückgaben der Anteilseigner einstellen.

Die einzigen Industriezweige, die von diesem Szenario profitieren dürften, sind Rohstoffhersteller und natürlich auch Goldminen und Öl- und Ölbohrungsgesellschaften.

In unserem eb Weekly vom 13.8.1999 haben wir schon für diese mögliche Entwicklung vorgesorgt, als die Feinunze Gold kurzfristig mal auf US$ 263,35 stieg. Zu diesem Zeitpunkt empfahlen wir HOMESTAKE MINING bei US$ 8 5/8 als effektiver Aktienkauf oder als synthetische Long Position mit einem Ausübungspreis von US$ 10 und Fälligkeit per Oktober 1999. Die Absicherung wurde mit einem Ausübungspreis von US$ 7 ½ gewählt. Der Hauptgrund für unsere seinerzeitige Kaufempfehlung war die Tatsache, daß GOLDMAN SACHS von dem August COMEX-GOLD Kontrakt bei Fälligkeit die Hälfte des im Lagerhaus der New York Mercantile Exchange gelagerten Goldbarren physisch annahm. Sollte GOLDMAN SACHS mehr wissen oder ahnen als wir?

HOMESTAKE MINING

Deswegen empfehlen heute für vorsorgende langfristige Anleger nochmals, die Aktien von HOMESTAKE MINING bei dem augenblicklichen Kurs von US$ 7 11/16 effektiv zu kaufen. Eine Absicherung sollte trotz der Nähe des historischen Tiefstkurses von US$ 7 3/16 mit einem Put beim Ausübungspreis von US$ 7 ½ und Fälligkeit Januar 2000 erfolgen.

Der andere Industriezweig, der von dieser möglichen Entwicklung profitieren dürfte, sind natürlich die Öl- und Ölbohrungsgesellschaften. In diesem Sektor hat es viele Zusammenschlüsse gegeben, die eigentlich mehr aus dem ungewohnt tiefen Ölpreis von rund US$ 11 pro Barrel am Anfang des Jahres resultierten. Viele Öl- und Ölbohrungsgesellschaften wie AMERADA HESS, HOUSTON EXPLORATION, SMITH INTERNATIONAL und TESORO PETROLEUM haben gestern neue Jahreshöchstkurse verbuchen können.

ENI

Eine der attraktivsten und noch unabhängigen Ölgesellschaften ist die italienische ENI, die wir auch schon in unserem eb Daily vom 17.8.1999 als effektiven Aktienkauf bei US$ 62 ¾ empfahlen. Als Absicherung suggerierten wir einen Dezember 60 Put. Der Aktienkurs hat sich nicht verändert und der Dezember 60 Put kostet heute US$ 4 5/8.

Sollten unter diesen Vorzeichen die vielen Marktgurus mit den düsteren Vorzeichen vielleicht doch Recht haben? Nur wenn FED-Chairman Alan Greenspan zuvor mit steigenden Leitzinsen die Wirtschaft abbremsen und zu einem Softlanding bringen kann, könnte ein weiterer Anstieg des Rohölpreises verhindert werden.

Viele Grüße Sailorman
Mehr unter:  www.ebtrade.de


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