ADELONG-Bericht aus der morgigen Euro am Sonntag ( habe ich im WO-Board gefunden)

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ADELONG-Bericht aus der morgigen Euro am Sonntag ( habe ich im WO-Board gefunden) auf geht´s
auf geht´s:

ADELONG-Bericht aus der morgigen Euro am Sonntag ( habe ich i.

 
05.02.00 18:03
#1
wieder von der gleichen Pappnase geschrieben - aber offensichtlich etwas besser recherchiert !!

Gruß AUF GEHT`S
ADELONG-Bericht aus der morgigen Euro am Sonntag ( habe ich im WO-Board gefunden) auf geht´s

Sorry , habe doch tatsächlich vergessen den Bericht einzufügen !!

 
#2
Quelle: Euro Am Sonntag, Online
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Aktuell
Ziemlich schlechte Manieren
„Bad Manners“ steht in Australien für schlechte Manieren. Der ehemalige Adelong-Manager Craig Manners trieb deutsche Anleger mit utopischen Kurszielen reihenweise in die Aktie des Unternehmens. Drei Direktoren machten Kasse.
Von Jens Castner

Wenn der Traum vom schnellen Geld zu zerplatzen droht, geht es rund an Deutschlands Broker-Boards, den Flüsterbörsen im Internet. Und selten hat ein Ereignis die virtuelle Welt der Börsianer so aufgewirbelt wie der Handels-Stopp der Adelong-Aktie (EURO berichtete in Nr. 5/2000).

Seit Weihnachten hat sich der Kurs des australischen Penny-Stocks versechsfacht. Die letzten 150 Prozent der Rally darf sich Craig Manners auf die Fahnen schreiben. Im Interview mit einem deutschen Online-Börsendienst hatte der Adelong-Manager am 14. Januar durchblicken lassen, dass schon bald Kurse von 9,20 bis 19,60 Euro drin sein könnten, ein Vielfaches des damaligen Aktienwerts. Der deutschen Internet-Gemeinde reichte das, um sich wie wild auf das Papier zu stürzen. Die Aktie schoss innerhalb von zwei Wochen von 44 Cent auf 1,15 Euro. Doch Manners Rolle als Liebling der deutschen Anleger währte nicht lange. Die Kurs-Exzesse riefen die australische Börsenaufsicht auf den Plan, die Adelong am 27. Januar nahelegte, die Aktie vom Handel aussetzen zu lassen. Craig Manners verlor seinen Job und mutierte in kurzer Zeit vom Helden zum Buhmann der Adelong-Anleger.

Manners hatte in dem Interview den Einstieg einer großen Internet-Gesellschaft bei Adelong und die Ausgliederung des Minengeschäfts – bisher Haupterwerbsquelle des Unternehmens – angekündigt. Das aber rief die Australian Stock Exchange auf den Plan.

Der Vorwurf: Derart kursbewegende Aussagen hätten nicht in einem deutschen Broker-Board veröffentlicht werden dürfen, sondern als offizielle Mitteilung an die australische Börse gemeldet werden müssen. Folge: Der Handel wurde ausgesetzt, bis das Management den Börsen-Offiziellen Rede und Antwort gestanden hat. Und Manners, der in dem Interview auch noch fälschlicherweise als „Chairman“ deklariert worden war, erklärte am vergangenen Montag seinen Rücktritt. Er will sich nun verstärkt um seine Firmen Free ISP und eSmart kümmern, den bisher einzigen beiden Technologie-Beteiligungen von Adelong.

Direktoren nutzten die Gunst der Stunde und verkauften

„Das Problem ist“, so der tatsächliche Chairman Stan Lewis gegenüber EURO am Sonntag, „dass Manners seine Vorstandskollegen nicht über das Interview informiert hatte und auch im Hinblick auf zukünftige Internet-Beteiligungen Angaben gemacht hat, die nicht mit der Geschäftsleitung abgestimmt waren. Es handelte sich um Mr. Manners persönliche Meinung, nicht um Aussagen des Unternehmens.“

Dessen ungeachtet nutzten drei Adelong-Direktoren, die nach eigenen Angaben von dem Interview nichts wussten, die von Manners ausgelöste Hausse zum Ausstieg. Chairman Stan Lewis selbst verkaufte eine Million seiner insgesamt 1,2 Millionen Aktien-Optionen. Die restlichen 200000 ließer in Aktien umwandeln, die er ebenfalls abstieß. Verwaltungsratsmitglied Clive McKee reduzierte die Anzahl seiner Aktien von 750000 auf 50000 Stück. Zusätzlich verkaufte er alle Aktien-Optionen, insgesamt eine Million. Sein Kollege Garry Crole stieß 700000 seiner 800000 Aktien ab. Wie McKee verkaufte auch er seine Optionen (ebenfalls eine Million) komplett.

Insider-Verkäufe sind nach Anmeldung durchaus legal

Diese Verkäufe, wurde zunächst gemutmaßt, seien der Grund für die Handelsaussetzung von Adelong, die seit dem 28. Januar besteht. Doch das waren ordnungsgemäß angemeldete und genehmigte Insider-Verkäufe, nicht (wie einige Anleger irrtümlich interpretierten) verbotener Insider-Handel. Ein schaler Beigeschmack bleibt trotzdem: Ein Vorstand eines australischen Unternehmens weckt bei den Anlegern im fernen Deutschland Hoffnungen und treibt damit die Kurse. Die Herren Direktoren nutzen die Gunst der Stunde, um kräftig Kasse zu machen.

Auf die Geschäftsaussichten von Adelong hat das nach Angaben Lewis natürlich keinen Einfluss: Das Unternehmen wird wie geplant von einer Minengesellschaft in eine Risikokapital-Firma umgebaut und ist auf der Suche nach lohnenden Investments im High-Tech-Sektor.

In den deutschen Broker-Boards trösten sich geprellte Glücksritter unterdessen damit, dass demnächst gute Nachrichten kommen könnten, die den Kurs weiter steigen lassen. Dazu müsste die Aktie allerdings erst einmal wieder gehandelt werden. Lewis zufolge könnte das bereits in den nächsten Tagen der Fall sein: Adelong hat in einem vierseitigen Schreiben zum Fragenkatalog der Börsenaufsicht Stellung genommen. Wenn diese die Antworten als hinreichend erachtet, wird der Handel wieder aufgenommen. Lewis: „Damit rechne ich jede Viertelstunde.“


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