Man muss halt akzeptieren dass es ein sehr großer Fehler war GR und CY in die EU zu nehmen, geschweige denn in den Euro. Die ganzen Südländer haben halt einen gewissen Mentalitätsunterschied und so östlicher man geht so mehr kommen halt noch die hässlicheren Kulturdifferenzen und schmerzhafteren Schwächen staatlicher Strukturen zum Tragen. Das alles war bekannt, doch man muss auch sehen dass das globale Kapital auf beiden Seiten dieses Projekt sehr forciert hat. Sowohl auf der GR Seite (z.B. GSucks Bilanzbetrug usw.), und in Deutschland Politiker die halt dem angelsächsischen Neoliberalen angehört haben. Schröder z.B. ist ja wohl der Neoliberalste aller namhaften Politiker in DE gewesen mit seiner Agenda. Griechenland kam sich wahrscheinlich wahnsinnig schlau vor, als diese ganzen Subventions- und Kreditmöglichkeiten unverdient in Reichweite kamen, und dachten sich wahrscheinlich dass das sie am Ende sich vor ihren Verbindlichkeiten drücken zu können. Mit dem Kollaps des Wachstums und der dadurch möglich gewordenen Entmachtung des globalen Kapitals und dem damit verbundenen Souverenitätsgewinn Deutschlands und anderer kleinerer Geberländer hat man nicht gerechnet. Reden wir mal Tacheles. Deutschland musste in den letzten 20 Jahren einen sehr hohen Preis für die Bedingungen der Wiedervereinigung zahlen. Unter diesen Bedingungen war auch die Akzeptanz des Euros, und die Aufnahme von Länder die nur mit einer weichen Währung wettbewerbsfähig bleiben konnten. Seit 1992 sind Reallöhne gefallen, die Arbeitnehmerrechte abgebaut, während die Arbeitsbelastung so stark gestiegen ist dass die arbeitende und meist auch gerade gutgebildete Mittelschicht ihres Lebens nicht mehr froh ist. Natürlich hat diese Entwicklung auch einen großen Effekt darauf warum gerade die Schichten keine Kinder bekommen können und wollen bei denen es für die Erhaltung der Wirtschaftskraft Deutschlands besonders wünschenswert wäre. Dass das ausreichende Vorhandensein von seelischer Gesundheit, Wohlbefinden, Lebensglück aber auch freies Einkommen und stressfreie Zeit mit der Bereitsschaft stark korreliert, ob man sich einer nervlich, zeitlich und finanziell so ultraanstrengenden Situation wie der Elternschaft gewachsen fühlt oder nicht, ist wohl mittlerweile intuitiv. Wie man sieht ist die Finanzierung der EU gemeinsam mit der schon viel früher einsetzenden Globalisierung nicht nur ein finanzielles Opfer für die Bevölkerung sondern kannibalisiert auch schon lange die eigentliche Substanz aus der diese Produktivität bisher gekommen ist. 1ALPHA hat m.E. damit eine richtige Beobachtung gemacht. Einzig ob die Migranten nicht in der Lage wären auch diese Leistung zu erbringen, da habe ich wohl eine positivere Meinung. Aber das ist wohl ein anderes Thema.
Diese Geschichte der letzten 20 Jahre ist aber auch eine Lehre für gewisse Kreise in den stärkeren europäischen Ländern die doch tatsächlich moderne Geopolitik teilweise auf der Basis von romantischen Mythen aus der Antike begründet haben. Wenn man sich die Erweiterungspolitik der EU anschaut dann kommt man schnell auf den Gedanken ob hier nicht die maximale Ausdehnung des römischen Reichs als Vorlage diente. Vollkommen losgelöst von der sicherlich vorhandenen Kenntnis der Tatsache dass die Völker die damals in diesem Raum lebten zum großen Teil nicht mehr existieren, durch andere ersetzt wurden oder wie die Italiener und Griechen ihre kulturellen Stärken aus der Antike bereits verloren haben. No na, es sind immer hin mehr als 1500 Jahre vergangen! Wo damals noch Urwälder waren, steht heute einer der stärksten Wirtschaftsmächte der Welt. Diese ganze Geschichte mit dem heiligen römischen Reich deutscher Nation kann man wohl auch getrost vergessen, so leid es mir für manche Kreise tut, die die Legitimation für ihre Weltanschauung versuchen aus der Geschichte zu ziehen. Italien ist heute unbrauchbar, ist ein Südland. Dafür liegt großes Potential in der Freundschaft mit Polen und Russland. Eine Bismarck'sche Politik, wenn schon unbedingt eine Referenz auf die Geschichte notwendig ist, ist wohl die beste Variante gegen die britische Geopolitik von MacKinder. MacKinder, geopolitical Pivot usw. bitte lesen, denn das ist die Geopolitik der letzten 100 Jahre. Wer den selben Fehler macht aus romantischen Gründen in den Briten potenzielle Freunde zu sehen, irrt m.E. gewaltig, und da muss ich einigen Teilnehmern dann offen wiedersprechen mit denen ich oft die Meinung teile. Kein Land hat in den letzten 100 Jahre eine offen feindlichere Politik gegen Deutschland geführt als die Briten. Der Krieg gegen Deutschland war für die Briten auch ein Vernichtungskrieg gegen die deutsche Bevölkerung. Die bewusste Bombardierung ziviler Ziele mit Brandwaffen, als Frauen und Kinder lebendig zubrennen als eine Kriegsnotwendigkeit zu praktizieren haben nicht ein mal die Russen gemacht, die allen Grund dafür gehabt hätten. Noch vor ca. 20 Jahren war die "Eiserne Lady" einem vollkommen in den Westen integriertem Deutschland offen feindselig gesinnt. Das hat natürlich einen sehr tiefliegenden und unüberbrückbaren Grund. Die britische Geopolitik wird durch die Interessen des Geldadels, also der City of London bestimmt. Nicht Deutschland und Großbritannien bekriegten sich sondern die stärksten Vertreter zweier Weltanschauungen. Die der auf Seehandelswegen begründete Macht des globalen Kapitals(Stichwörter: Fiatgeld, Zinseszins, unendliches Wachstum, Finanzkapital, Neoliberalismus, Outsourcing usw.), welches mit dem britischen Adel verschmolzen ist, und der von Deutschland vertretenen kontinental Europäischen Weltanschauung(Realwirtschaft, Nationalstaatliche Orientierung, Reichtum orientiert sich an Arbeitsleistung, ausgeglichenere Sozialordnung, Eliten übernehmen Verantwortung für die unteren Schichten usw.). Was wir heute sehen ist nicht der Zerfall des Westens, sondern eines Flügels des Westens welcher sich bisher durchsetzen konnte. In dem Moment wo GBs Elite ihre Symbiose mit dem Geldadel beendet, wird es keinen Grund mehr für den Konflikt mit Deutschland geben. Selbstverständlich würde das auch bedeuten dass von der geopolitischen Gestaltungsmacht her gesehen GB in die Klasse der skandinavischen Länder fallen würde. Das ist der Grund warum GB heute noch wahrscheinlich eher die EU verlassen würde als seine Steueroasen zu schließen, oder die Finanzwelt unter starke Regulierung zustellen. Doch das allmächtige globale Kapital hat eine Achillesverse: Wachstum. Mit dem Wegfall des globalen Wachstums werden gerade all die stark gehebelten "Investitionen" als stark gehebelte Risiken schlagend. Die Rettung erfolg zwar auch mit Fiat-Geld, doch mit jeder Rettung erfolgt die Einengung und Entmachtung des Finanzkapitals und somit des Geldadels, weil nun die Rettungsentscheidungen zunehmend von Deutschland getroffen werden. In naher Zukunft wird GB erkennen dass die Wachstumsgrenzen des Planeten erreicht sind, und dadurch es keinen Machtgewinn mehr zu holen gibt in dem man dem internationalen Finanzkapital eine Basis bietet. GB wird geopolitisch gesundschrumpfen, und damit wird sowohl die Globalisierung als auch die Ära des Finanzkapitalismuses enden.
Doch zurück zu Griechenland. Griechenland hat sich von den Interessen des Finanzkapitals instrumentalisieren lassen und zahlt nun die Rechnung dafür. Das erste Tor wurde gegen Deutschland geschossen, und zunächst lief das Spiel ja ganz gut gegen Deutschland. Doch jetzt dreht sich der Wind plötzlich und damit bekommt Deutschland jetzt die Gelegenheit zumindest die südlichen Länder vor eine Wahl zu stellen: Entweder werdet ihr euch samt eurer ineffizienten Kultur die seit jahrhunderten herrscht anpassen oder ihr werdet die Vorzüge mit reichen und hochproduktiven Ländern die mehrere Klassen über eurer Gewichtsklasse sind nicht mehr genießen. Das bedeutet Staatspleite, und das bedeutet, unter diesen Umständen natürlich keine Kredite mehr, kein Öl, kein Gas, keine Kohle, keine Medizin, keine Lebensmittel. Wollt ihr die ultimativen Faxen machen? Wollt ihr eure Spielchen bis zum Äußersten treiben? Passt euch an oder tragt die Konsequenzen. Ich bin ja nicht sehr optimistisch ob eine Anpassung von jahrhunderte alten Gepflogenheiten, auch wenn für den guten Zweck, über so wenige Jahre mit der Brechstange erreicht werden kann. Eher erwarte ich ein Szenario welches möglichst ungünstig und verlustreich für die Interessen des Finanzkapitals endet. Griechenland kam sich besonders schlau vor als es versuchte die Geberländer insb. DE zu verarschen, und hat sich vom Finanzkapital instrumentalisieren lassen. Jetzt darüber zu jammern dass das Spiel doch anders verläuft als damals geplant war, ist zwar herzzerreißend aber auch vollkommen irrelevant. Ihr wolltet über eurer Gewichstklasse spielen? Habt all die tollen Offshore Geschäfte mit Zypern gemacht, habt jedes Spielchen GBs bzw. des Finanzkapitals mitgemacht was den alten Industriemächten Jobs, Lebensqualität, hart erarbeiteten Reichtum und geopolitische Macht gekostet hat? Nun dann werdet ihr, ob ihr es nun wollt oder nicht, das Spiel bis zum Ende mitspielen müssen. Glaubt ja nicht dass ihr euch um die Auflagen durch orientalische Spielchen drücken könnt. Ihr werdet euren Beitrag zahlen, vielleicht mit Öl und Gas in der Ägäis welches ihr nur mit Hilfe westlicher Technik fördern könnt. Wenn ihr Faxen macht und z.B. die Chinesen holt, und denkt dass ihr dann immun seit, dann wird man vielleicht als letzte Möglichkeit diese Gebiete einem Stellvertreter, euren Liebling im Osten übergeben, der sich rationaler verhält als so mancher Nachbarstaat. Du glaubst das kann nicht geschehen?..