Wahnsinn: Pflanzenöl und Biodiesel 30 Pf. teurer

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Scontovaluta: Biodiesel zumischen, jawoll!
 
02.02.06 15:12
#26
Das habe ich früher in Abständen vor allem dann gemacht, wenn ich mal zwischenzeitlich den Dieselfilter reinigen wollte.
Habe dann 25% Biodiesel (das verträgt eigentlich jeder "Diesel") zugetankt. Mit dem Gemisch war zwar anfangs ein leichter Leistungsabfall festzustellen. Aber nach der nächsten Tankfüllung mit Mineraldiesel lief mein XM (2.1 TD) immer wieder wie neu!  
007Bond: Und die allergrößte Abzocke ist:
 
02.02.06 15:25
#27
Der Kunde an der Tanke zahlt den vollen Preis für Öko-,Mineralöl- und Mehrwertsteuer - ob Bio beigemischt oder nicht!
.Juergen: ja hab ich auch gemacht
 
02.02.06 15:29
#28
allerdings jede zweite und dritte mit 50% beimischung
als ich biodiesel noch 15cent preiswerter bekommen habe

für 10 cent hab ich das kaum noch gemacht

denn bei 50 tsd. km und 5 ltr. durchschnittsverbrauch
wären das 1250 ltr.biodiesel mit 10cent ersparnis= 125€

eine neue diesepumpe kostet 1200€
MadChart: Biodiesel ist für Weicheier und Hausfrauen
 
02.02.06 15:32
#29
außerdem stimmt die ökologische Gesamtenergiebilanz nicht.

Der umweltbewusste Kraftfahrer von heute fährt reines Pflanzenöl. (ca 75 cent/Liter)
007Bond: Bei meinem würde ich
 
02.02.06 15:35
#30
Probleme bekommen: 270 CDI AMG (leider "zusätzlich" auch ohne Rußpartikelfilter - das gabs vor 2 Jahren bei meinem damaligen Neuwagen noch nicht  ;-(
Scontovaluta: Ja und die Karre lief danach besser, weil der
 
02.02.06 15:35
#31
Rapsölester (Biodiesel)und der Restanteil Säure Ablagerungen aus dem Dieselfilter als erstes auflöst.


Scontovaluta: MadChart, wie geht das mit dem Speiseöl?
 
02.02.06 15:42
#32
Da steig ich ja sofort um! Oder brauch ich da ein grünes Nummernschild?
MadChart: @Sconto
 
02.02.06 15:47
#33
Du brauchst nen alten Benz oder sowas. Da kannst Du das Speiseöl einfach reinkippen und fahren. Mit normalem Nummernschild.

Bei modernen Direkteinspritzern (CDI,TDI,usw.) musst Du das Speiseöl vorwärmen, bevor Du es dem Motor verfütterst. Hierzu gibt es zahlreiche Umrüstbetriebe.

Ich empfehle Dir die Lektüre dieser Seite: www.fmso.de

Aber vorsicht. Erst selber einlesen, dann Fragen stellen. Die Jungs dort reagieren ziemlich allergisch auf Fragen wie: "Ich möchte Salatöl verfahren. Was muss ich tun?"

*g*
007Bond: @MadChart
 
02.02.06 15:52
#34
Falsche Frage, denke ich. Sie sollte lauten: "Ich möchte mein altes Frittenöl verfahren - was muss ich tun! ;-)
Scontovaluta: Der link
 
02.02.06 15:57
#35

http://www.fmso.de

ging bei mir zuerst nicht,

Scontovaluta: Vertrauensbruch: Steuerermäßigung für Gas entfällt
 
02.02.06 17:38
#36

Steuer auf Biokraftstoffe kommt

ERSTELLT 02.02.06, 16:53h
Bio-Diesel-Tankschild
Auf Biokraftstoffe muss künftig auch Mineralölsteuer bezahlt werden. 

Berlin - Biokraftstoffe sollen nach einem Gesetzesentwurf des Finanzministerium ab August 2006 besteuert werden. Ein Ministeriumssprecher begründete dies mit einer Überförderung von Biokraftstoffen, die nach den Vorgaben der Europäischen Union abgestellt werden müsse.

Nach dem Gesetzesentwurf soll auf reinen Biodiesel ab dem 1. August 2006 ein Steuersatz von zehn Cent pro Liter erhoben werden. Auf Biodiesel mit fossiler Beimischung sollen fünfzehn Cent pro Liter erhoben werden. Bislang sind Biokraftstoffe von der Mineralölsteuer befreit.

Das Ministerium verspricht sich für dieses Jahr laut Gesetz Mehreinnahmen von 130 Millionen Euro und für das kommende 370 Millionen Euro. Der Referentenentwurf muss noch mit anderen Ministerien abgestimmt werden, zudem können betroffene Unternehmen und Verbände dazu Stellung beziehen. Der Deutscher Bauernverband (DBV) kritisierte die geplante Besteuerung von Biodiesel als «unangemessen hoch». Völlig außer Acht gelassen würden die Investitionen in den Aufbau der Biodieselproduktion.

Das Finanzministerium plant zudem, Steuermäßigungen für Erdgas als Kraftstoff bereits 2015 auslaufen zu lassen. Ursprünglich sollte die Ermäßigung bis zum Jahr 2020 gelten. Dies sei ein Vertrauensbruch, teilte der Bundesverband der Deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) mit. Inzwischen seien 650 Erdgas-Tankstellen in Betrieb genommen und rund 150 Millionen Euro investiert worden. Der Vorstoß des Ministeriums sei umweltpolitische ein «eklatanter Rückschritt». (dpa)

http://www.ksta.de/html/artikel/1138894593156.shtml

 

Scontovaluta: Jetzt kommen sie alle damit,
 
02.02.06 22:13
#37
wie gut, dass wir hier immer so schnell sind!
zombi17: Ich finde das herrlich,
 
02.02.06 22:14
#38
endlich bin ich mal nicht betroffen:-)))
Scontovaluta: Betroffenheit ist ja meine großeStärke, wie Du ja
 
02.02.06 22:17
#39
schon so schön analysiert hast, Zombi.ariva.de
zombi17: Du wirst doch schon lockerer,
 
02.02.06 22:22
#40
ich mache mir wenig Sorgen um dich:-))
Scontovaluta: Hab mich heute über die Österreicher geärgert,
 
02.02.06 22:33
#41
mit dem Vogelgrippe-Schmarren.
Die kapieren immer noch nicht, dass man keine Glasscheiben in der freien Prärie aufstellen darf... da liegen halt dann ein paar tote Vögel in der Landschaft herum.
Ist vergleichsweise für den Menschen so, als ob man in irgeneinem Autobahntunnel ne Panzerglasscheibe mal hier, mal da,aufbaut und hinterher sagt:
Selber schuld, dass ihr das nicht gesehen habt.

(Es ging darum http://www.ariva.de/board/245622?pnr=2368188#jump2368188 )
Aber Du kennst mich ja, gottseidank!
zombi17: Ich habe einen guten Tip für dich
 
02.02.06 22:39
#42
Wenn Du mal in einer unübersichtlichen Kurve einen verletzten Vogel oder Hase siehst, halte erst an einer übersichtlichen Stelle und überquere die Strasse nur, wenn wirklich keine Gefahr droht. Ich möchte wirklich nicht, dass Du in dem berühmten "JIMPS" eingearbeitet wirst.
Scontovaluta: ooooookaaayyy! Igelchen werde ich aber dennoch
 
02.02.06 22:44
#43
immer retten, koste es was es wolle!
Igel%20Moritz%20neu.jpg
zombi17: Habe ich auch schon, er kam leider nicht durch!
 
02.02.06 22:52
#44
Nachdem ich Ihm ca 300 Maden entfernt hatte, Infos und Medizin beim Tierarzt eingeholt habe, hat er seine letzte Ruhestätte in der Müllverbrennungsanlage Alsdonkhof gefunden. (Du weisst ja, mit dem Glauben habe ich es nicht so, und soweiss ich informiert bin ist das Paradies für Tiere sowieso gesperrt)
Aber ich muss zu meiner Ehrenrettung sagen, ich habe auch schon eine Menge verletztes Viezeug durchgebracht. Es handelt sich um einen Habicht, mehrere Igel, einen Raben einen Hasen und ein Eichhörnchen.
Scontovaluta: Wenn das stimmt, sind wir seelenverwandt,
 
02.02.06 22:57
#45
ich hoffe, es ist tatsächlich so.
Verarschen kann ich mich nämlich selber!
zombi17: Sconto
 
02.02.06 23:03
#46
Können diese Augen und diese Ausdrucksweise lügen???

Ich habe nie behauptet,  ein erfolgreicher Aktionär, Millionär, Poschefahrer, Golfclubinhaber, Firmeninhaber oder sonst etwas zu sein.

Ich bin sehr natürlich, liebe die Natur und wenn jemand Hilfe braucht, sehe ich nicht weg.

Scontovaluta: So bin ich auch, und wenn Du mal was brauchst
 
02.02.06 23:53
#47
ein Exil-Gladbacher (Rheydter) in München ist für Dich da.
lassmichrein: Streit um Steuer auf Biodiesel
 
03.02.06 11:25
#48
Tankstelle bietet Biodiesel an (Foto: dpa) - Streit um Steuer auf Biodiesel
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Tankstelle bietet Biodiesel an (Foto: dpa)
03. Februar 2006

Streit um Steuer auf Biodiesel

Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) stößt mit der geplanten Besteuerung von Biodiesel auf Widerstand. Der Umweltexperte seiner Partei, Hermann Scheer, forderte, rein biologischen Kraftstoff weiter von der Besteuerung auszunehmen. Der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD sieht indes vor, die Steuerfreiheit für Biodiesel aufzuheben. Dafür muss der biologisch erzeugte Kraftstoff aber ab 2007 herkömmlichem beigefügt werden.

Auch aus dem Agrarministerium wurden Bedenken über die Steuerpläne angemeldet: Er sehe "beträchtlichen Beratungsbedarf", sagte der parlamentarische Staatssekretär Peter Paziorek (CDU). Vor allem müsse der Eigenverbrauch der Landwirte steuerfrei bleiben. Möglicherweise sei der geplante Satz von zehn Cent je Liter ohnehin zu hoch.

370 Millionen Euro jährlich

Das Bundesfinanzministerium hatte zuvor Berichte über einen Gesetzentwurf bestätigt, wonach vom 1. August dieses Jahres an erstmals eine Abgabe auf Biodiesel fällig würde. Allerdings betonte ein Sprecher der Behörde, damit würden nur Vorgaben der EU umgesetzt: Durch den Preisauftrieb bei herkömmlichem Diesel habe sich der Abstand zum früher weitaus teureren Biokraftstoff so verringert, dass die Förderung höher sei, als die Gemeinschaft es ihren Mitgliedern erlaube.

Nach Medienberichten rechnet Minister Steinbrück mit Mehreinnahmen von 130 Millionen Euro noch in diesem Jahr. Die Summe soll danach bei 370 Millionen jährlich liegen. Dazu würden zehn Cent für jeden Liter Biodiesel fällig. Beigemischter Biodiesel würde gar mit 15 Cent je Liter belastet. Der Ministeriums- Sprecher betonte indes, es gebe noch keinen Kabinettsbeschluss, so dass er sich nicht zu den Werten äußern könne.

ADAC: "Aus für Biodiesel"

Grüne und FDP hatten die Planungen bereits gerügt: Der Grünen-Umweltexperte Reinhard Loske erinnerte daran, dass die rot-grüne Bundesregierung die Freistellung von Bio-Diesel von der Steuer bis einschließlich 2009 beschlossen hatte. Auch die Liberalen halten die Steuerpläne für falsch: Sie brächten Unruhe in eine boomende Branche, warnte die Partei.

Für den Autofahrerverband ADAC naht mit einer Besteuerung "das Aus für Biodiesel in Deutschland". Ein Sprecher sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", derzeit betrage der Preisunterschied zwischen herkömmlichem und biologisch hergestelltem Diesel genau jene zehn Cent, die aufgeschlagen werden sollten. Dann werde niemand mehr zum biologisch erzeugten Kraftstoff greifen, weil er einen Mehrverbrauch von rund acht Prozent nach sich ziehe. Auch eine Steuer auf die Beimischung lehne der Auto-Club strikt ab.

(N24.de, Netzeitung)

<!--nachrichtentext ende -->

Mehr zum Thema:
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Neues Eichrecht: An der Tanksäule droht der Betrug
Rückschlag für Biosprit-Branche befürchtet
Biosprit soll teurer werden
Scontovaluta: Biodiesel tanke ich nicht mehr,
 
05.02.06 00:09
#49
nein, ich kosuminiere es.
Oder mein Treker:
trekker.jpg
Luki2: Ökologen zweifeln an Biokraftstoff
2
27.03.06 16:49
#50
ACKER-BENZIN

Ökologen zweifeln an Biokraftstoff

Von Susanne Donner

Biokraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gelten als umweltfreundlich und werden von der EU massiv gefördert. Jetzt kommt ausgerechnet von Umweltschützern Einspruch gegen Benzin und Diesel aus Raps oder Zuckerrohr.


Sonnenblumen: Geeignet für Biodiesel - aber schlecht für die Umwelt?



Johann Widmanns Brennerei im bayerischen Oberhaching produziert 250.000 Liter Alkohol im Jahr, Rohstoff für Arznei- und Genussmittel. Statt deutscher Mägen könnte der Kartoffelbauer neuerdings auch Autotanks befüllen: Bis Ende 2005 sollten zwei Prozent Bioethanol dem Benzin beigemischt werden, so fordert es die Biokraftstoff-Richtlinie der EU. Bis 2010 soll der Pflanzensprit-Anteil auf 5,75 Prozent klettern. Im gleichen Umfang soll herkömmlicher Diesel mit Methylester, zum Beispiel aus Raps, verlängert werden. Zurzeit sind die Biotreibstoffe von der Mineralölsteuer befreit, was einen regelrechten Boom entfacht hat.

Viele Brennerei-Betreiber wollen hier mitmischen, und so liebäugelte auch Widmann mit dem Biokraftstoff. Aber aus der Geschäftsidee wurde nichts, zu übermächtig ist die Konkurrenz der Großunternehmen. Rückblickend kann Widmann dem vermeintlichen Ökoprojekt kaum noch etwas Gutes abgewinnen: Wirklich "Bio" seien die Pflanzenkraftstoffe eigentlich nicht. Die schicke Vorsilbe bringt ihnen allein der Umstand ein, dass sie aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt werden. Davon abgesehen gedeihen sie in konventioneller Landwirtschaft. Mit Pflanzenschutzmitteln, mit Gülle und viel Dünger.

Im Grünbuch der EU-Kommission "Hin zu einer europäischen Strategie für Energieversorgungssicherheit" wird das Ziel festgelegt, bis 2020 zwanzig Prozent der konventionellen Kraftstoffe durch alternative Kraftstoffe zu ersetzen. In einem noch unveröffentlichten Szenario für 2030 propagiert ein Expertengremium sogar, ein Viertel der Treibstoffe vom Acker zu holen. Auch die USA möchten sich mit Hilfe des Biosprits aus der Abhängigkeit vom Öl des Nahen Ostens befreien. Der Energy Policy Act von 2005 der US-Regierung sieht vor, im Kalenderjahr 2012 rund 28 Milliarden Liter Biotreibstoff an die Tankstellen zu bringen.

Zu Recht fragen Umweltverbände nun kritisch nach, wie viel Pflanzen-Kraftstoff die Erde verträgt. Die Auswirkungen auf Artenvielfalt, Wasser und Boden machen unter anderem dem Umweltverband BirdLife International Sorgen. Tatsächlich fallen die Ökobilanzen der biogenen Kraftstoffe in Anbetracht der Bio-Euphorie eher bescheiden aus.

Biokraftstoffe aus Weizen, Zuckerrüben oder Kartoffeln stoßen mehr Schwefeldioxide aus als Benzin. Der intensive Anbau der Energiepflanzen beschleunigt auch die Eutrophierung: Seen und Teiche kippen, weil sie mit zusätzlichen Stickstoffverbindungen überladen werden. "Es gibt gute Gründe, eine weitere Zunahme der Biokraftstoffe nicht zu favorisieren", resümiert das Institut für Energieund Umweltforschung in Heidelberg.

Schonungslose Kritik ernten die alternativen Treibstoffe auch von den US-Forschern David Pimentel von der Cornell University und Tad Patzek von der University of California in Berkeley, nach deren Urteil die Herstellung von Biokraftstoffen aus Pflanzen mehr Energie verschlingt, als diese am Ende freisetzt.

Namhafte Forscher wie Alexander Farrell von der University of California in Berkeley mildern zwar die harsche Kritik am Bioethanol. Aber auch Farrell bezeichnet die adäquaten Herstellungsverfahren für den Rohstoff gegenwärtig als zu teuer, um eine Option für die nahe Zukunft zu sein.

"Viele Diskussionen sind zu euphorisch. Es gibt auch Risiken, die erst allmählich sichtbar werden", bekräftigt Kurt-Jürgen Hülsbergen vom Lehrstuhl für Ökologischen Landbau am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München. Beim Düngen der Felder mit Stickstoff wird unter anderem Lachgas frei, was in frühen Untersuchungen nicht berücksichtigt wurde. Dieses Gas ist ein viel stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid.

Den Biokraftstoff-Forschern ist die Kritik der Ökologen nicht entgangen. Gern werden sogenannte BTL (Biomass to Liquid)-Biokraftstoffe als Lösung aller Probleme gepriesen.

Diese Treibstoffe können aus allen möglichen Rohstoffen von Holz über Bioabfälle bis hin zu Stroh gewonnen werden. Doch noch fehlen zu BTL-Kraftstoffen wissenschaftlich fundierte Ökobilanzen. Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie hat im Januar erste Ergebnisse einer Studie präsentiert, die einen großtechnischen Einsatz von BTL nicht vor dem Jahr 2020 sieht.

Trotz finanzieller Anreize kommen deutsche Landwirte mit dem Anbau der Energiepflanzen nicht nach. Zwar gedeihen inzwischen auf knapp zwölf Prozent aller deutschen Äcker Energiepflanzen, vor allem Raps und Getreide. Doch das wird bei weitem nicht reichen, um die EU-Vorgaben zu erfüllen. Um die ab 2010 jährlich benötigten 22 Milliarden Liter Biokraftstoff für Europa zu liefern, müsste rund die Hälfte der Fläche Deutschlands nur mit Energiepflanzen bestellt werden.

An Importen führt deshalb schon jetzt kein Weg mehr vorbei. In riesigen Frachtern wird täglich billiges Palm- und Sojaöl aus Südamerika, Malaysia und Indonesien nach Europa transportiert. Der Biotreibstoff-Handel reißt dort riesige Wunden ins Ökosystem.

In Brasilien fällt der Urwald mittlerweile hauptsächlich für den Anbau von Sojabohnen, 15 Milliarden Liter Ethanol produziert das Land jährlich aus Zuckerrohr. Die Herstellung kostet dort nur knapp halb so viel wie in Europa. Auf riesigen Feldern wird das Zuckerrohr bis zu fünfmal im Jahr geerntet.

Doch wenn Millionen Hektar Regenwald gerodet werden, dann verliert der Vorteil der Kraftstoffe beim Klimaschutz jedes Fundament. Schon seit Monaten versucht die brasilianische Umweltschutzorganisation Fuconams, auf den Raubbau aufmerksam zu machen. In einer verzweifelten Aktion verbrannte sich der Präsident von Fuconams, Anselmo de Barras, bei einer Kundgebung im November 2005.

Noch bestehen Importzölle für die Einfuhr von Bioethanol in die EU, doch diese werden schon bald aufgehoben. Und sollte die Steuerbefreiung für Biodiesel, wie vom Bundesfinanzminister geplant, tatsächlich schon ab 1. August 2006 fallen, dann wird "kein Unternehmen mehr in Deutschland in eine Biokraftstoff-Anlage investieren. Es ist illusorisch, dass wir dann aus eigenen Stücken den Anteil von 5,75 Prozent erreichen", bekundet Ernst Schwanhold von BASF. Der Pflanzensprit wird dann mehr denn je aus Billiglohnländern nach Europa eingeführt werden. "Das ist eine ökologische Katastrophe. In diesen Ländern gibt es nicht annähernd solche Umweltstandards wie bei uns", schimpft Kartoffelbauer Widmann. Er hat mittlerweile seine Pläne begraben, jemals am Bioethanol-Boom teilzuhaben.

© Technology Review, Heise Zeitschriften Verlag, Hannover



Q:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/...bild-448194-406148,00.html  

Gr.

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