Hier mal einen Auszug aus einem Artikel von Manfred Gburek auf goldseiten.de. Ich finde es klasse.
"Und wie geht es danach weiter? Auf der Suche nach geschichtlichen Quellen aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts bin ich nicht nur wiederholt auf hohe Kursgewinne damaliger Goldaktien wie Dome Mines und Homestake Mining gestoßen, sondern auch auf einen in Gedichtform verfassten Beitrag des Satirikers Kurt Tucholsky in der linksliberalen Zeitschrift "Die Weltbühne" aus dem Jahr 1930. Man muss Tucholskys scharfsinnige Analyse und beißende Kritik nicht in allen Punkten teilen, um vor ihm mit seiner Vision den Hut zu ziehen - schließlich hat er schon vor acht Jahrzehnten zum Ausdruck gebracht, was uns heute erneut bewegt. Hier der Wortlaut:
"Wenn die Börsenkurse fallen, regt sich Kummer fast bei allen, aber manche blühen auf: ihr Rezept heißt Leerverkauf. Keck verhökern diese Knaben Dinge, die sie gar nicht haben, treten selbst den Absturz los, den sie brauchen - echt famos! Leichter noch bei solchen Taten tun sie sich mit Derivaten: wenn Papier den Wert frisiert, wird die Wirkung potenziert. Wenn in Folge Banken krachen, haben Sparer nichts zu lachen, und die Hypothek auf's Haus heißt: Bewohner müssen raus. Trifft's hingegen große Banken, kommt die ganze Welt ins Wanken - auch die Spekulantenbrut zittert jetzt um Hab und Gut! Soll man das System gefährden? Da muss eingeschritten werden: Der Gewinn, der bleibt privat, die Verluste kauft der Staat! Dazu braucht der Staat Kredite und das bringt erneut Profite, hat man doch in jenem Land die Regierung in der Hand. Für die Zechen dieser Frechen hat der kleine Mann zu blechen und - das ist das Feine ja - nicht nur in Amerika! Und wenn die Kurse wieder steigen, fängt von vorne an der Reigen - ist halt Umverteilung pur, stets in eine Richtung nur. Aber sollten sich die Massen das mal nimmer bieten lassen, ist der Ausweg längst bedacht: dann wird bisschen Krieg gemacht.""