Im Konflikt mit dem Iran wird Großbritannien international im Stich gelassen. So ringen sich die Europäer nicht zu wirtschaftlichen Sanktionen gegen das Regime in Teheran durch. Russland blockiert derweil ein angemessenes Signal des UN-Sicherheitsrats.
Wer jemals Zweifel am unappetitlichen Wesen des iranischen Regimes hatte, den werden die jüngsten Aufnahmen der gefangenen britischen Soldaten eines Besseren belehren. Verängstigt wirken die verschleppten Briten. Geiseln der al-Qaida, entführt im Irak, sähen nicht anders aus. So gehen zivilisierte Staaten nicht mit Menschen um.
Dank des russischen Vetos konnte sich der Sicherheitsrat zu keinem angemessenen Signal entschließen. Moskaus Politik gegenüber Teheran bleibt zwiespältig. Man wird mit Russlands Wankelmütigkeit im iranischen Fall auch dann rechnen müssen, wenn es um Teherans Atomrüstung geht. Irgendwann wird dem Westen nichts anderes übrig bleiben, als ohne die Russen vorzugehen.
Allerdings geben auch die Europäer kein günstiges Bild ab. Zwar bekunden sie Solidarität, aber den Iran wirtschaftlich unter Druck zu setzen fällt ihnen nicht ein. Allein die Bundesregierung sichert den Export in den Iran mit Hermes-Bürgschaften im Wert von 900 Millionen Euro. Würden sich Deutschland und Frankreich entschließen, Teheran mit einer Kreditblockade unter Druck zu setzen, würde die persische Regierung womöglich schneller zur Vernunft kommen.
http://www.welt.de/politik/article785903/Putin_deckt_die_Mullahs.html