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Viertgrößte US-Bank macht Milliardenverlust
Die viertgrößte US-Bank Wachovia hat mit der Ankündigung eines Milliardenverlusts für das zweite Geschäftsquartal überrascht. Zugleich hat das Kreditinstitut, das bereits im ersten Quartal rote Zahlen schrieb, nach wochenlanger intensiver Suche einen neuen Konzernchef benannt.
HB NEW YORK. An der Spitze des Instituts stehe fortan Robert Steel, teilte Wachovia am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit. Zudem kündigte das Unternehmen für das zweite Geschäftsquartal einen Verlust zwischen 2,6 und 2,8 Mrd. Dollar an - unter anderem wegen der Finanz- und Hypothekenkrise.
Der in Aussicht gestellte milliardenschwere Quartalsverlust bedeutet nach Unternehmensangaben pro Aktie ein Minus von 1,23 bis 1,33 Dollar, eine geplante Goodwill-Abschreibung noch nicht eingerechnet. Analysten hatten dagegen im Schnitt ursprünglich mit einem Gewinn von 19 Cent je Aktie gerechnet, obgleich zuletzt ein Verlust nicht mehr gänzlich ausgeschlossen wurde.
Experten zeigten sich nun zunächst relativ gelassen. "Zumindest weiß der Markt jetzt, wie groß die Verluste sein werden", meinte etwa James Ellman vom Hedgefonds Seacliff Capital. "Überhaupt eine Zahl zu haben ist besser, als gar keine Zahl zu haben." Schon im ersten Quartal hatte Wachovia einen Verlust verbucht, damals noch in dreistelliger Millionenhöhe.
Nach einer Reihe von Abschreibungen und Fehlentscheidungen hatte sich Wachovia Anfang Juni mit sofortiger Wirkung vom damaligen Vorstandschef Ken Thompson getrennt. Mit der Suche nach einem Nachfolger wurde Interimschef Lanty Smith beauftragt.
Der 56-jährige Steel, auf den die Wahl nun gefallen ist, galt als Favorit. Er war zuletzt im US-Finanzministerium tätig und hatte zuvor bei der Investmentbank Goldman Sachs gearbeitet. In einer kurzen Erklärung von Smith hieß es, Steel sei die richtige Person, um Wachovia durch das aktuelle Marktumfeld zu steuern - "als starkes und unabhängiges" Unternehmen.
Wachovia-Aktien reagierten auf die Personalentscheidung nachbörslich mit einem Plus von gut drei Prozent auf 14,75 Dollar. Zuvor hatten sie inmitten eines allgemeinen Ausverkaufs der Finanzwerte deutlich im Minus geschlossen; im bisherigen Jahresverlauf haben die Papiere gar 63 Prozent an Wert verloren.
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