Angela Scharping

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vega2000: Angela Scharping
2
03.08.05 14:41
#1
Wahlkampf

Peinliche Fehler können zum Scheitern von Kanzlerkandidaten beitragen - das musste SPD-Kandidat Rudolf Scharping 1994 erleben, als er brutto und netto verwechselte. Der gleiche Fehler ist nun Angela Merkel passiert - was die CDU zu vertuschen versucht.
Von Nico Fried

Brutto und netto kann man leicht verwechseln. Da braucht man nur bei Rudolf Scharping nachzufragen, dem dieses im März 1994 als SPD-Kanzlerkandidat passiert ist. Damals ging es übrigens darum, dass so genannte Besserverdienende nach einem Wahlsieg der SPD eine Ergänzungsabgabe bezahlen sollten, Ledige ab einem Einkommen von 50.000 Mark, Verheiratete ab 100.000 Mark.

Brutto oder netto? Das war damals die Frage, über die Scharping gehörig ins Straucheln kam und die letztlich mit zu seiner Niederlage gegen Helmut Kohl führte.

Nun ist Angela Merkel ähnliches widerfahren, was ohnehin schon ein wenig peinlich ist. Zu allem Überfluss hat die CDU aber auch noch ihr Motto vom ehrlichen Wahlkampf außer Acht gelassen und es mit der Wahrheit nicht genau genommen.

Und das kam so: Die Kanzlerkandidatin der Union sprach sich am Sonntag im Sommerinterview der ARD-Sendung Bericht aus Berlin (nachzuschauen unter www.tagesschau.de/bab) dagegen aus, die private Zusatzvorsorge mit der Riester-Rente zur Pflicht zu machen.

Weiter sagte Merkel: „Der interessante Effekt, den wir jetzt haben, ist ja, dass für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – und für die gilt ja die Riester-Rente – die Brutto-Löhne um ein Prozent sinken, wenn wir die Lohnzusatzkosten senken. Und das gibt auch wieder Spielraum, um zum Beispiel für die eigene Altersvorsorge etwas zu tun.“

Hier irrte Merkel. Denn an den Brutto-Löhnen ändert sich durch das Senken der Lohnzusatzkosten natürlich nichts. Das hat man dann später auch bei der CDU gemerkt.

Und genau da beginnt die Geschichte so richtig interessant zu werden: Auf ihrer Homepage im Internet veröffentlichte die CDU später mit dem Hinweis „im Wortlaut“ eine Fassung des ARD-Interviews, die jedoch mit dem Wortlaut nicht identisch war.

Nochmal falsch
Die entscheidende Passage las sich nämlich auf www.cdu.de noch am Dienstagmorgen so: „Der interessante Effekt ist doch, dass für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – und für die gilt ja die Riester-Rente – die Brutto-Löhne um ein Prozent steigen.“

Das war keineswegs das, was Merkel gesagt hatte, und es war zudem sachlich gleich nochmal falsch. Denn an den Brutto-Löhnen würde sich durch eine Senkung der Lohnzusatzkosten weder nach oben noch nach unten, sondern einfach überhaupt nichts ändern.

Im Laufe des Dienstagvormittags sprach sich das auch in der CDU herum. Gegen Mittag jedenfalls war die Abschrift des Interview-„Wortlauts“ auf der Homepage der Partei dann noch einmal geändert worden: „Der interessante Effekt ist doch, dass für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – und für die gilt ja die Riester-Rente – die Netto-Löhne um ein Prozent steigen, wenn wir die Lohnzusatzkosten senken.“ So ist es zwar sachlich richtig – nur leider hat es Merkel nicht so gesagt.


Die CDU wollte den Vorgang am Dienstag offiziell nicht kommentieren. Das veränderte Interview stand am Abend noch immer auf der CDU-Homepage – wie auch der Hinweis „im Wortlaut“.

Hinzugekommen war indes ein Bericht über die Vorstellung des Online-Wahlkampfes. Erster Satz: „CDU-Generalsekretär Volker Kauder wünscht sich einen ’soliden, anständigen und korrekten’ Wahlkampf, auch im Internet.“

(SZ vom 3.8.2005)


AbsoluterNeu.: CDU-Panne: Brutto, netto, Merkel (2x !)
 
03.08.05 17:16
#2
SPIEGEL ONLINE - 03. August 2005, 15:42
URL: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,368085,00.html

CDU-Panne
 
Brutto, netto, Merkel

Von Carsten Volkery

Gleich in zwei Interviews hat Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel diese Woche Brutto und Netto verwechselt. Die SPD freut sich. Finanzminister Hans Eichel sprach ihr sofort die Finanzkompetenz ab. Dabei haben auch die Genossen ein Rechenproblem.

'Angela
DPAAngela Merkel: "Maßlos überfordert"
Berlin - Mit der Mathematik haben es die wenigsten Politiker. Der ehemalige Wirtschaftsminister Günter Rexrodt (FDP) blamierte sich einst, als er nicht wusste, wie viele Nullen eine Billion hat. SPD-Kanzlerkandidat Rudolf Scharping brachte im Wahlkampf im März 1994 Brutto und Netto durcheinander und lieferte der Union so die Vorlage, seine Wirtschaftskompetenz anzuzweifeln.

Dass allerdings auch die promovierte Physikerin Angela Merkel beim Rechnen ins Rutschen kommt, erstaunt denn doch. Zweimal bereits warf die Kanzlerkandidatin der Union diese Woche Brutto und Netto durcheinander.

Zunächst unterlief ihr der Fehler im ARD-Interview am vergangenen Sonntag. Da sagte Merkel, die Bruttolöhne würden um ein Prozent sinken, wenn man die Sozialbeiträge um ein Prozent senke. Das ist falsch. Was sie meinte, ist: Der Nettolohn steigt. Der Versprecher wurde im Abdruck des Interviews auf der CDU-Homepage klammheimlich verbessert.

Damit nicht genug: In einem Interview in der neuen "Bunten", die am Donnerstag erscheint, macht sie den gleichen Fehler noch einmal. Zum Absenken der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung erklärt Merkel: "Das bedeutet für die Arbeitnehmer ein Prozent mehr Bruttolohn".

Für Scharping hatte die Brutto-Netto-Verwechslung damals erhebliche Folgen. Sein Rivale Kohl nutzte den Patzer im Wahlkampf weidlich aus. Vollends zum Gespött wurde Scharping zwei Jahre später, als er im Bundestag über Löhne in Mexiko dozierte und die Aussage wagte, ein mexikanischer Arbeitnehmer habe nach Abzug der Steuern mehr in der Tasche als ein deutscher - prozentual gesehen. "Brutto, Netto, Mexiko", jubilierte damals die Union, wann immer die Sprache auf den glücklosen SPD-Oppositionsführer kam.

'SPD-Aufkleber:
SPD-Aufkleber: "Das Leben ist komplizierter als ein Physiklabor"
Dieser Tradition eingedenk frohlocken nun die Wahlkämpfer bei der SPD und wittern eine Chance, "Brutto-Netto-Merkel" zu beschädigen. "Frau Merkel kann ohne Aufpasser keine Interviews geben", höhnt Generalsekretär Klaus Uwe Benneter. "Deutlich wird: Frau Merkel hat Schwierigkeiten, brutto und netto zu unterscheiden. Das Leben ist komplizierter als ein Physiklabor."

Finanzminister Hans Eichel zweifelt an Merkels Kompetenz. "Gleich zwei eklatante Patzer in einer Woche lassen kein gutes Urteil über die zukünftige Finanzpolitik", sagte der SPD-Politiker. Das zeige, dass Merkel in Haushaltsfragen "maßlos überfordert" sei.

Dabei sitzen die Genossen im Glashaus. Ihre Wahlkampf-Plakate, Flyer und Aufkleber gegen die von der Union geplante Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 18 Prozent enthalten nämlich einen Rechenfehler. So heißt es auf einem Aufkleber: "Ich koste zwei Prozent mehr".

Damit stellen auch die Sozialdemokraten mangelnde Mathematikkenntnisse unter Beweis. Wenn die Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte erhöht wird, steigt der Gesamtpreis des Produkts nicht um zwei Prozent, sondern nur um 1,7 Prozent. Ein Produkt, das jetzt zehn Euro plus 1,60 Euro Mehrwertsteuer kostet, würde nach der Steuererhöhung zehn Euro plus 1,80 Mehrwertsteuer kosten. Der Unterschied zwischen 11,60 und 11,80 Euro beträgt aber nur 1,7 Prozent.

Richtig müsste es auf den Plakaten also heißen: Alles wird 1,7 Prozent teurer. Das ist nur nicht so plakativ.
 
<!-- ##SPONTAG: LAYER## -->< script language=JavaScript><!--var SymRealOnLoad;var SymRealOnUnload;function SymOnUnload(){  window.open = SymWinOpen;  if(SymRealOnUnload != null)     SymRealOnUnload();}function SymOnLoad(){  if(SymRealOnLoad != null)     SymRealOnLoad();  window.open = SymRealWinOpen;  SymRealOnUnload = window.onunload;  window.onunload = SymOnUnload;}SymRealOnLoad = window.onload;window.onload = SymOnLoad;//-->< /script>
A.N.
(vincit sedendo)

geschichtsunterricht ist das eine, die wahrheit oftmals eine andere. war in meck/pomm und es gab nur einen, der bei diesem lehrer je eine 1+ in der mündl. prüfung bekam.

ruhrpott: Ist doch leicht zu erklären
 
03.08.05 17:28
#3

Politiker bekommen für ihr rumgehampel Staatsknete.

Brutto = Netto

Da muss man ja durcheinander kommen.

Ausgedacht ist oft viel schöner als die Wahrheit.
Deshalb verkauft sich die BLÖD-Zeitung wie Sau.
Vorteil: Das Denken wird einem abgenommen.
Nachteil: Das Denken wird einem abgenommen.

Viele Grüße

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aus dem Ruhrpott

AbsoluterNeu.: Merkel weiß nicht,wovon sie redet
 
03.08.05 17:48
#4

Brutto? Netto? – Merkel weiß nicht,wovon sie redet!

Fakt ist: Angela Merkel will die Mehrwertsteuer um mindestens 2 Prozent erhöhen, um mit einem Teil der erhofften Mehreinnahmen die Arbeitskosten zu senken.

Doch was passiert dann?

Angela Merkel weiß es selbst nicht so genau. Drei verschiedene Varianten hat die CDU/CSU-Kanzlerkandidatin in den letzten drei Tagen präsentiert.

 

VARIANTE 1: DIE BRUTTOLÖHNE SINKEN

Angela Merkel: …der interessante Effekt, den wir jetzt haben ist ja, dass für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer … die Bruttolöhne um ein Prozent sinken , wenn wir die Lohnzusatzkosten senken.“ [ARD-Sommerinterview, 31.7.05 (nachzulesen auf www.tagesschau.de)]

 

VARIANTE 2: DIE BRUTTOLÖHNE STEIGEN

Angela Merkel: „Wir wollen … einen Impuls für mehr Wachstum und Beschäftigung setzen, indem wir die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung um 2 Prozent senken. Das bedeutet für die Arbeitnehmer 1 Prozent mehr Bruttolohn .“ (Bunte,4.8.05)

 

VARIANTE 3: DIE NETTOLÖHNE STEIGEN

Angela Merkel: „Der interessante Effekt ist doch, dass für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer … die Nettolöhne um ein Prozent steigen ,wenn wir die Lohnzusatzkosten senken.“ [ (ARD-Sommerinterview, 31.7.05 (in der Version auf der CDU-Homepage www.cdu.de)]

Richtig ist Variante 3:

Eine Absenkung der Lohnnebenkosten hat keine Auswirkung auf die Höhe der Bruttolöhne. Sie steigen deshalb nicht und sie sinken nicht. Das haben dann auch die Berater von Frau Merkel erkannt und ihre Aussage auf der CDU-Hompage richtig gestellt – allerdings mit dem Hinweis,die Abschrift sei „im Wortlaut“. Genau das ist sie aber nicht – sie ist eine Fälschung!

Quelle

 


A.N.
(vincit sedendo)

geschichtsunterricht ist das eine, die wahrheit oftmals eine andere. war in meck/pomm und es gab nur einen, der bei diesem lehrer je eine 1+ in der mündl. prüfung bekam.

Talisker: Hm
 
03.08.05 17:55
#5
AN, haste nen neuen Textbaukasten? Toll, soooviele Schrifttypen.

Hm, 94, Scharping, is zu lange her. Aber ist dem Eichel nicht auch mal ein solcher Lapsus unterlaufen? War da nicht auch was mit Brutto und Netto? Frage mich nur, was da hier bei ariva los war. Kanns mir allerdings schon denken...
Gruß
Talisker
MJJK: Angela
 
03.08.05 18:35
#6
Macht wohl nicht schlauer, wenn man nach Beamtensystem bezahlt wird und die Brutto-Netto-Differenz nicht so hoch ist...
Kritiker: Da war mal die Frage mit den Ziegen!
 
03.08.05 20:56
#7
Dabei blamierten sich einige Wissenschaftler, weil sie aus dem Bauch heraus einer Amerikanerin widersprechen wollten.

Brutto? = welches Brutto?
Da der Brutto-Lohn nicht das eigentliche Brutto ist, sondern der Verrechnungsbetrag nach Abzug der Arbeitgeberleistungen, demnach so ein Schmarrn, wie ein Minus-Brutto(!).
Wenn nun vom Gesamt -Brutto (Bruttissimo = mein eig. Wortbegriff) anstatt 2% nur 1% Arbeitslosenbeitrag abgezogen wird, bleibt ein höherer Brutto-Verrechnungsbetrag!! - klar?
Wer hat also RECHT? Merkel oder die Rot-Luschen?
Jedenfalls hat sich Eichel als Pseudo-Finanzler sauber blamiert.

Da zeigt sich stets, daß die SPD-ler heute noch nicht wissen, wie eine Lohnberechnung aussieht. Und der Eichel-Hans weiß nicht, daß der Arbeitgeber zum Bruttolohn noch dazu zahlen muß! Und so ein Mathe-murkser bestimmt bei uns die Steuern.

Dieser Wahlk(r)ampf wird lustig! - Kritiker.
Dixie: 2 Prozent sind 2 Prozent oder doch 1,7 oder was?
 
04.08.05 14:18
#8
Doch auch die SPD hat Probleme mit der Steuer - genauer gesagt mit der Mehrwertsteuer. Gegen die von der Union geplante Erhöhung von 16 auf 18 Prozent plakatieren die Genossen mit der Aufschritt: " Ich koste zwei Prozent mehr" - eine Peinlichkeit. Es müsste zwei Prozentpunkte heißen.

Denn wenn die Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte erhöht wird, steigt der Gesamtpreis des Produkts nicht um zwei Prozent, sondern nur um rund 1,7 Prozent. Ein Produkt, das jetzt 100 Euro plus 16 Euro Mehrwertsteuer kostet, würde nach der Steuererhöhung 100 Euro plus 18 Euro Mehrwertsteuer kosten. Der Unterschied zwischen 116 und 118 Euro beträgt aber nur 1,7 Prozent.

http://www.handelsblatt.de
Talisker: Böse, fiese, ganz gemeine TAZ! Sudelblatt!
 
05.08.05 12:08
#9
Das gibt zu denken

Rudolf Scharping, 58, wollte mal SPD-Kanzler der BRD werden und hat es - nach seinem schlimmen Zerwürfnis mit Gerhard Schröder - immerhin zum basisdemokratischen Präsidenten des BDR (Bund Deutscher Radfahrer) geschafft. Obwohl Gerhards Gegner auch seine Gegner sein sollten, will er Angela Merkel nicht unterstützen: Auf Anfrage der taz weigerte er sich, der CDU-Kandidatin den Unterschied zwischen Brutto und Netto zu erklären.

taz Nr. 7734 vom 5.8.2005, Seite 14, 14 Zeilen (TAZ-Bericht)
Kritiker: Feststellung im Gymnasium:
 
05.08.05 15:57
#10
Die meisten Schüler können nach 4 Grundschuljahren nicht richtig rechnen! Grund, weil es die meisten Grundschul-Lehrer-INNEN auch nicht können.
Und Prozent-Rechnungen sind für die meisten Glücksache: so für Eichel, die TAZ, die ganze SPD, die meisten Journi's und so manche G'scheidredner.
Physiker(innen) können meist rechnen, so auch A.Merkel, - leider Ihre CDU-Berater weniger.
>Nur mit der Wahl, könnte sie sich verrechnen< - Kritiker.

 
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