DIHK-Chef rät zur Produktion im Ausland


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DIHK-Chef rät zur Produktion im Ausland

 
21.03.04 18:21
DIHK-Chef rät zur Produktion im Ausland 1432945
Ludwig Georg Braun, Präsident des DIHK  

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, rät den Unternehmen in Deutschland, verstärkt Chancen einer Produktionsverlagerung ins Ausland zu nutzen. "Ich empfehle den Unternehmen, nicht auf eine bessere Politik zu warten, sondern jetzt selbst zu handeln und die Chancen zu nutzen, die zum Beispiel in der Osterweiterung liegen", sagte Braun der Zeitung "Der Tagesspiegel".

Mit diesem Schritt würden auch Arbeitsplätze und Lehrstellen in Deutschland gesichert. Derzeit werde hier zu Lande kaum Geld verdient, meinte Braun. Der Gewinn komme zumeist aus dem Ausland. Der Politik warf er vor, die Deutschen nicht frühzeitig auf Reformen eingestellt zu haben.

Zudem gebe es in der Bundesregierung ein "grundlegend falsches Verständnis von Wirtschaft". Zu den herausragenden Aufgaben der Politik gehöre es, Vertrauen zu schaffen. Dies bräuchten die Bürger, um zu konsumieren, und die Wirtschaft brauche es, um zu investieren. "Das geht aber nicht, wenn permanent Gesetze oder Regelungen verändert werden", sagte der Verbandschef.

Nach Informationen der Zeitung "Die Welt" will der Siemens-Konzern schon bald über die Verlagerung weiterer Arbeitsplätze ins Ausland entscheiden. Die Bereichsvorstände wollten den Gesamtbetriebsrat auf einer Sitzung des konzerninternen Wirtschaftsausschusses am 30. März über die geplanten Details informieren, schreibt die Zeitung. Betroffen seien vor allem die Netzwerksparte ICN, die Bereiche Verkehrs- und Medizintechnik sowie die Automatisierungssparte.

http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/
0,1185,OID3134628_TYP6_THE_NAVSPM11180_REF4_BAB,00.html
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Benneter bezeichnet DIHK-Chef als vaterlandslos

 
22.03.04 15:57
Der neue SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter hat in scharfer Form auf Äußerungen des DIHK-Chefs Ludwig Georg Braun reagiert. Wer wie Braun die Verlagerung von deutschen Jobs ins Ausland befürworte, sei ein vaterlandsloser Geselle.

Halle - Ludwig Georg Braun, der Vorsitzende des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hatte Unternehmen geraten, die Möglichkeiten der Internationalisierung zu prüfen. Gegebenenfalls müsse man Arbeitsplätze ins Ausland verlagern. "Ich empfehle den Unternehmen, nicht auf eine bessere Politik zu warten, sondern jetzt selbst zu handeln und die Chancen zu nutzen, die zum Beispiel in der Osterweiterung liegen."

Damit würden letztlich auch Arbeitsplätze und Lehrstellen in Deutschland gesichert. Derzeit werde in der Bundesrepublik selbst kaum Geld verdient, so der DIHK-Chef. "Der Gewinn kommt zumeist aus dem Ausland." Der Bundesregierung attestierte Braun ein offenbar "grundlegend falsches Verständnis von Wirtschaft". Zu den herausragenden Aufgaben von Politik gehöre es, Vertrauen zu schaffen, damit die Bürger konsumierten und die Wirtschaft investiere, betonte er gegenüber dem Blatt. "Das geht aber nicht, wenn permanent Gesetze und Regelungen verändert werden."

Benneters patriotischer Bannstrahl

Benneter sagte als Reaktion am Montag im MDR, der Präsident des DIHK betätige sich "vaterlandslos". Wirtschaftsführer wie Braun missbrauchten ihre Stellung dafür, die Bundesrepublik und ihre Wirtschaft schlecht zu reden. "Das ist eine unanständige Art und Weise, mit unseren Möglichkeiten umzugehen", fügte Benneter hinzu.

Auch Regierungssprecher Bela Anda hat die Äußerungen Brauns im Namen von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) scharf kritisiert. "Das ist ein unpatriotischer Akt", sagte er am Montag in Berlin. Diese Haltung habe der Kanzler in einer internen Runde deutlich gemacht. "Das verengt das, was notwendig und wichtig ist für unser Land, auf eine rein betriebswirtschaftliche Sichtweise."

Unklar ist, ob Benneter bewusst die historische Parallele zog, als er den Begriff des "vaterlandslosen Gesellen" aufgriff. Als solche hatte Reichskanzler Otto von Bismarck in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts nämlich Mitglieder der SPD bezeichnet - wegen der internationalen Ausrichtung der sozialistischen Bewegung.

spiegel.de
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Geselle:

Hey, da fühle ich mich ja persönlich angegriffen

 
22.03.04 16:01

Beste Grüße vom Gesellen
der hier bleibt!
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Bienemaja:

Sofort diesem alten Mann den deutschen Pass

 
22.03.04 16:06
entziehen.
Kann sich ja in der Sahelzone zur Ruhe setzen.  
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jgfreeman:

Der Mann hat Recht,

 
22.03.04 16:07
wer nicht hören will, muss eben fühlen. Sonst ändert sich nie was in Deutschland. Der Gedanke des Shareholder-Value muss gelebt werden.  
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MadChart:

Andersrum wird ein Schuh draus:

 
22.03.04 16:07
Der gesamte Verwaltungs- und Behördenapparat inklusive aller Handwerkskammern und Gewerkschaften wird nach Rumänien verlagert.

Warum sollen wir ausgerechnet diejenigen Arbeitsplätze ins Ausland verlagern, mit denen Geld verdient werden kann?
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ER2DE2:

Globalisierung

 
22.03.04 16:17
es schon pervers wie man im Namen der Globalisierung völlig unterschiedliche Wirtschaftsnationen aufeinander losläßt - dass das nicht ohne radikale Umbrüche vonstatten geht hätte man wissen müssen

vor diesem Hintergrund muß man Schlimmstes befürchten da ja in Kürze die EU um zehn??!! ehemalige Ostblockstaaten auf einen Schlag erweitert wird!!!!!

die Auswirkungen vor allem für Deutschland werden katastrophal sein
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Bienemaja:

In Polen werden die Lohnkosten noch in 10 Jahren

 
22.03.04 16:23
nur 1/3 der deutschen betragen.

Das wird lustig.
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tom68:

Wer öffentlich solch einen Mist propagiert

 
22.03.04 16:41
und dabei die latente Unfähigkeit und Raffgier der aktuellen "Konzernlenkerriege" auf die Politik abschiebt, gehört versetzt nach Rumänien, "IHK Außenstelle Transilvanien"...das hat doch was und passt so schön(blutsaugende Schmarotzer)...das würde die ungerechtfertigten und überhöhten Zwangsbeiträge der IHK gewaltig senken, vielleicht nehmen sie die BGN gleich noch mit...

Einfach unglaublich, was es für Flachzangen in Amt und Würden gibt...

tom68
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jgfreeman:

@tom

 
22.03.04 16:47
im ausland wird kräftig geld verdient und die dt. firmen bringen hier keine renditen.

auch der mittelstand schafft das nicht! ich glaube nicht, dass zufällig nur deutsche vorstände absolute nieten sein sollen, während die ausländischen soviel besser sind...

würdest du dein geld in einem land investieren, in dem es nicht möglich ist dir (dem geldgeber) eine angemessene rendite zu zahlen?

deutsche firmen müssen endlich angemessene gewinne ausweisen, aber das wird der deutsche michel schon zu verhindern wissen.


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tom68:

Ich bezog mich auf die aus meiner Sicht

 
22.03.04 17:00
sehr eindimensionale Betrachtungsweise im obigen Posting und frage einfach mal in die Runde:

Wo wäre Daimler heute ohne Chrysler?
Was wäre mit BMW ohne das Roverdebakel?
Brauchte die ALV unbedingt die Dresdener?
Musste die Telekom soviel für UMTS und Voicestream ausgeben?

etc.pp.

Spitzenmanager werden hochgelobt und abgefunden, Arbeitsplätze fallen aber der angeblichen Globalisierung bzw. Rationalisierung zum Opfer, das ist der wirklich gezahlte Preis von Managementfehlleistungen...
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ER2DE2:

IHK und DIHK

 
22.03.04 17:01
für was sind diese Instituitionen eigentlich nütze???

diese PSEUDO-Beamtenklitschen saugen aus den Unternehmen (die bei der jeweiligen IHK Zwangsmitglieder sind) Geld ab und finanzieren damit ihre überdimensionierten Residenzen in jeder deutschen Stadt die etwas größer als eine Kleinstadt ist

hier kann man mit der einfachen Abschaffung den Unternehmen viel Gutes tun und hätte am Schluß auch noch weniger Bürokratie

die eigene Abschaffung wäre also auch ganz im Sinne des DIHK-Präsidenten
:-))
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tom68:

Ist doch meine Rede ER2DE2 o. T.

 
22.03.04 17:06
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ER2DE2:

dumm, dümmer am DOOFsten

 
22.03.04 17:11
oder IHK, DIHK am BRAUNsten

hahaha den finde ich gut!
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stiller teilhaber:

weil es so schön paßt

 
24.03.04 01:55
(und - wie man sieht - offensichtlich nicht nur wir dieses 'problem' haben)

Published on Tuesday, March 23, 2004 by the Cape Cod Times
Salvation From the Rising Tide?
by Sean Gonsalves


Residents living in towns along the river were ordered to evacuate by the National Guard. Just about everyone had left town, except for John, a great man of faith. "Those who flee are those of little faith. The Lord will save me," John told his pastor, who had glided up to John's front porch in a motorized boat. "John, please," the pastor said. "Get on board. The river is rising fast." Even with the water chest-high, John refused, leaving his pastor no choice but to speed off to safety.

An hour passed and the water was up to John's neck. Just then, an old man rowed by John's house in a dinghy. The old man threw John a rope. "Grab the rope and I'll pull you aboard," the old man called out.

But John waved him off. "O ye of little faith. God will save me and then you all will see how great He is."

Ten minutes later the water line was just under John's nose. Suddenly, a Coast Guard helicopter arrived overhead, dangling a hoist. "Grab the hoist or you will drown," a crewman shouted.

"Let me be. God will save me," John yelled. After John drowned and ascended to heaven, he understandably had a bone to pick with the Lord.

"Lord, I believed in you. I trusted my life in your hands. Why didn't you save me?"

God laughed. "John," the Lord said, "I sent you two boats and a helicopter!"

You recall the remarks made recently by a senior ranking Bush administration economist about the "outsourcing" of American jobs and how he thought such labor market dislocations were ultimately good for America - "in the long run," of course.

It sparked a predictable debate. In our "liberal" media, the "anti-globalization" protesters are lumped together with NAFTA-backing liberals, union-supporters, demagogues, cranks, communists and now Candidate Kerry, only to be ridiculed by conservative and liberal pundits alike.

But despite our ignorance of the finer points made by Adam Smith and David Ricardo, the New York Times ran an interesting article about free trade last week. The article, written by Challenge Magazine editor Jeff Madrick, noted that "free trade theory has a growing number of detractors, and one of their traditional concerns has understandably moved to center stage in this presidential election year. How much has the exporting of jobs to foreign nations contributed to the lack of jobs and the absence of wage growth in the current expansion at home?"

Madrick first genuflects before the god of free trade theory, acknowledging how the theory "strongly support(s) the case for outsourcing," drawing as it does on numerous economic studies, notably a 1972 study by Stephen Magee.

Magee's study purported to show that "the benefits of hypothetically eliminating all trade restrictions outweighed the costs of unemployment induced by international competition by a ratio of 100 to 1."

As it turns out, Magee "neglected crucial costs of job destruction, like the likelihood of displaced workers being paid a lower wage when they get new jobs," according to a 2003 economic monograph assembled by three prominent economists at the Upjohn Institute.

The Upjohn economists found a rather astonishing discrepancy between free trade theory and the reality of job destruction and its effects on workers. Though these economists remain advocates of free trade, Madrick reports, their "findings suggest at the very least that a sizable number of workers are inevitably hurt by free trade."

Bushenomics is based on the idea "a rising tide lifts all boats." Of course, such a philosophy doesn't bode well for those without boats.

Come November we can either press Kerry to throw working-class Americans an economic lifeline or we can be like John, who told his rescuers to go away because God will save us.

The famous economist John Maynard Keynes once quipped: "in the long run, we're all dead." But, as one French economist put it, "Keynes is the one who is dead and we are caught up in the long run."
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