FDP-Lohndrücker glücklicherweise von den


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Libuda:

FDP-Lohndrücker glücklicherweise von den

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10.12.05 17:18
Schalthebeln der Macht ferngehalten, die uns mit polnischen und chinesischen Löhnen nach Polen und China bomben wollten - und schon klappt es mit der Konjunktur. Ich habe ja schon vor den Wahlen (geht auf entsprechende Threads von mir) ein Große Koalititon als Glücksfall für Deutschland bezeichnet, weil sie eher für die richtige offensive Strategie steht. Anpassung über höherwertige Produkte, die mehr Investitionen in Bildung und Forschung bedingen. Die Lohndumping-Spinnereien des FDP-Umfeldes sind Schwachkopf-Strategien, die Unternehmen schützen sollen, die nicht zur Innovation fähig sind. Deshalb ist die FDP die Partei, die überkommene Strukturen konservieren will - voller Muff und Rückschritt also und ganz anders als der schrille Guido uns das vorflunkert.

Der Schramm sieht das offensichtlich ähnlich:
Die Koalition wird es schon richten
Deutschlands Wachstumsperspektiven
von Michael Schramm

Nachdem Deutschland bereits in diesem Jahr mit einem Wachstum von gut einem Prozent deutlich besser abgeschnitten hat als von vielen erwartet, hat die bedeutendste Volkswirtschaft des Euroraums im nächsten Jahr sogar die Chance, ein konjunkturelles Zugpferd zu werden. Dies hängt allerdings weniger mit dem erhofften selbst tragenden Aufschwung zusammen, sondern vielmehr mit "außerordentlichen" Wachstumsgewinnen. Hier kommt der viel kritisierte Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD ins Spiel. Auch wenn die beschlossenen finanzpolitischen Maßnahmen insgesamt dämpfend wirken, wird das nächste Jahr durch die vorgesehenen Anreize für den Unternehmenssektor zunächst Wachstumsimpulse erhalten.


Zudem wird die für 2007 vorgesehene Anhebung der Mehrwertsteuer zu einem beachtlichen Konsumimpuls durch Vorzieheffekte führen. Davon profitieren erfahrungsgemäß langlebige Konsumgüter wie Autos, Möbel und Unterhaltungselektronik. Vorsichtig geschätzt können zusätzliche Konsumausgaben von bis zu acht Mrd. Euro anfallen. Dies könnte den privaten Verbrauch im Schlußquartal 2006 zusätzlich um 2,5-Prozent-Punkte erhöhen. Bei einem Anteil des privaten Verbrauchs von 60 Prozent am Bruttoinlandsprodukt ergibt sich ein auf das Gesamtjahr 2006 hochgerechneter "außerordentlicher" Wachstumsgewinn von 0,3-Prozent-Punkten. Der Wermutstropfen ist jedoch, daß die Verbraucher im nächsten Jahr durch die Abschaffung von Eigenheimzulage und Steuersparmodellen zur Kasse gebeten werden. Zudem muß mit erheblichen Einsparungen bei Hartz IV gerechnet werden. Es bleibt demnach abzuwarten, wie sich die gegenläufigen Effekte per saldo im Portemonnaie des Konsumenten auswirken. Der Unternehmenssektor wird dagegen zweifelsfrei durch steuerliche Anreize und Investitionsprogramme stimuliert. So kann vor allem die vorgesehene Anhebung des Höchstsatzes bei der degressiven Abschreibung für Investitionsgüter von 20 auf 30 Prozent zu einer verstärkten Investitionstätigkeit führen. Zudem ist ein Investitionsprogramm über 25 Mrd. Euro für die gesamte Legislaturperiode geplant.


Last but not least ist ein weiterer "außerordentlicher" Wachstumsimpuls durch die Fußballweltmeisterschaft im Sommer 2006 zu erwarten. Einzelhandel, Gastronomie- und Hotelgewerbe rechnen durch Eintrittskarten und Fanartikel, Hotel- und Restaurantausgaben sowie Käufe hochwertiger Unterhaltungselektronik mit zusätzliche Einnahmen von drei Mrd. Euro. Verschwiegen werden soll an dieser Stelle nicht, daß der große finanzielle Brocken der Koalitionsvereinbarungen von der Wirtschaft 2007 zu verdauen sein wird. So werden sich die Gesamtbelastungen nach heutigem Stand auf über 18 Mrd. Euro belaufen. Das sind immerhin 0,8 Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts. Vor allem die Aussichten für den privaten Verbrauch werden sich zusehends verdunkeln. Zur Mehrwertsteueranhebung kommen Belastungen durch die Erhöhung der Versicherungssteuer, die Einführung der "Reichensteuer" und die Erhöhung des Rentenbeitrags sowie der Wegfall diverser Steuervergünstigungen. Dem steht lediglich der reduzierte Beitrag für die Arbeitslosenversicherung entgegen.


Die Hoffnungen der Regierung beruhen darauf, daß die Wirtschaft bis dahin stark genug sein wird, um die finanziellen Belastungen zu verkraften. Dies ist ein riskantes Spiel und es bleibt zu wünschen, daß die Rechnung auf geht. Der Aktienmarkt jedenfalls scheint diesem Szenario derzeit eine hohe Wahrscheinlichkeit einzuräumen. Unterstützt von günstigen Bewertungsrelationen, einer anhaltend positiven Gewinnentwicklung sowie einer noch immer expansiven Geldpolitik sehen wir den Dax im nächsten Jahr in der Spitze auf 5800 Punkte klettern.


Artikel erschienen am Sa, 10. Dezember 2005
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Klaus_Dieter:

Deutschland ist keine Insel der Weltwirtschaft

4
10.12.05 18:09
und deshalb wird es verdammt schwer sein, unser Lohngefüge weiterhin bei der Produktion zu rechtfertigen.
Ohne Zweifel besteht in Deutschland der Vorteil des Jahrzehntelangen KnowHow Vorsprungs in vielen Bereichen - so unter anderen wohl Kernenergie und Druckmaschienen, und sicherlich noch viele andere Bereiche mehr.
Auch unsere Produkte aus der Autoindustrie sind auf der ganzen Welt bisher sehr geschätzt. Obwohl der Vorsprung wohl kleiner wird, zumal ja auch die Preise im Ausland durch den Eurokurs schon recht hoch sind.

Aber in vielen anderen Branchen, wo weniger ein Knowhow, oder eine bestimmte Technologie erforderlich ist, müssen wir einfach einsehen, dass es für den Produzenten wenig Sinn macht, in Deutschland vielleicht Lohnstückkosten von 30 Euro zu kalkulieren und in Polen vielleicht von 7 Euro. Gleichzeitig, sind auch die anderen Produktionskosten, wie Energie und Infrostruktur grösstenteils preisgünstiger.

Und keiner von uns ist doch dann bereit für den Pullover der aus China bei Karstadt für 15 Euro hängt, dann den in Deutschland gefertigten für 45 Euro zu kaufen, oder?
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Libuda:

Ich will auch keine Pullover in

 
11.12.05 01:19
Deutschland herstellen lassen,

sondern befurworte Strukturwandel. Das Argument der zu hohen Löhne in Deutschland, die inzwischen niedriger sind als die in Österreich, Irland oder Großbritannien, ist ein Argument von Verlierern, die es nicht schaffen Produkte oder Dienstleistungen auf die Beine zu stellen, die ohne Subventionierung durch Lohndumping nicht überleben.

Dazu der renomierte US-Ökomom Adam Posen diese Woche in der FTD:

"Der Versuch, die deutsche Lohnkostenlast immer weiter zu reduzieren, ist nach Einschätzung des renommierten US-Ökonomen Alan Posen auf Dauer die falsche Strategie, um die Wirtschaft wieder stärker wachsen zu lassen. Langfristig ist die Lohndeflation der vergangen Jahre kein tragfähiger Weg sagt Posen der FTD. Die Regierung sollte sich lieber darum bemühen, das Produktivitätswachstum zu stärken und höhere Löhne so zu legitimieren."

Gut gebrüllt Löwe kann ich daher nur sagen. So machen das nämlich die Amis, die da meilenweit besser sind als wir. Über unseren Stammtischen dagegen kreist der Mief von unfähgien Bestitzstandswahrern, die zu keinen Innovationen fähig sind. Ich habe es ja schon x-mal angeführt: Ohne Produktivitätssteigerung ist alles nicht, vor allem wäre es nichts uns mit polnischen und chinesíschen Löhne nach Pólen und China zu bomben. Wir haben so viel Standortvorteile, dass wir das nicht nötig haben. Insofern ist die Große Koalition ein Glücksfall zur rechten Zeit, da sie dem Nach-Polen-und-China-Bomben genauso skeptisch gegenübersteht wie dem Konsumterror mittels entnommener Gewinn mit niedrigen Steuersätzen und bei hohen Beamten wie Steuerrichtern ohne auch nur den geringsten ökonomische Background im Tessin und der Karibik.
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Klaus_Dieter:

hmm, aber wo ist die Begründung?

 
11.12.05 11:09
Wäre ja schön, wenn wir weiter diesee weltweit Spitzenlöhne halten können!

Und klar Standort- und Infrastrukturvorteile sind vorhanden.

Und Wachstum ist notwendig - und Wachstum lässt sich doch nur erzielen, indem wir mehr Waren. oder auch DIenstleistungen herstellen und in Verkehr bringen. Dieses stösst in Deutschland an seine Grenzen, auch wegen stagnierender Einkommen. Somit müssen wir auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig sein.
Und auch müssen wir dafür sorgen, dass nicht noch mehr Firmen oder Produkte nach Polen, China, oder sonstwo abwandern.

Und da meine ich einfach, die hohen Lohnkosten sind dafür mitverantwortlich.

Denn Wachstum lässt sich ganz bestimmt nciht generieren, wenn wir Lohn X durchstzen wollen, aber die Firma Z produziert und handelt dann einfach in Polen zu einem viertel der Kosten. Damit haben wir mal wieder in diesem einen Bereich eine Abwanderung erzielt, und somit sogar für negatives Wachstum gesorgt.  
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Energie:

wenn du das willst KD

 
11.12.05 11:19
ok ,aber glaub doch nicht daß dann noch hohe Mieten bezahlt werden können.
oder wie solls fungieren mit niedrigen Löhnen die gerade die jetzigen Lebenshaltungkosten decken.

außerdem frag ich mich so langsam was Du arbeitest außer große Sprüche
und niedrige Löhne für andere fordern.
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Klaus_Dieter:

Energie, klar ohne Zweifel, wer will das nicht

 
11.12.05 11:28
"hohe Löhne" für Deutsche!!
Davon würde doch jeder profitieren! Der einzelne kann sich was leisten, der Staat nimmt mehr Steuern ein, die Geschäfte machen bombig Umsatz, die Autoindustrie bombt, Luxuswohnunen werden nachgefragt, und die anderen MIeten steigen.

Also für alle eine tolle Geschichte, selbst für die Firmen, die so ihre Produkte jedenfalls in Deutschland absetzen können.

ABER: was haben uns die letzten Jahre gezeigt? 4,5, oder doch eher 6 oder 8 Millionen Arbeitslose, die keinen Anteil am Wachstum haben, sondern eher noch Hemmer sind, weil sie die Lohnkosten, ebern durch höhere Abgaben der anderen noch verteuern.

Das Problem sehe ich einfach darin, dass wir immer weniger, im Rahem Globalisierung eine Insel sind. Löhne sind nur ein Faktor in allem. Viele Firmen mussten auch durch eine Auslandsverlagerungen schon schmerzlich Lehrgeld zahlen, weil dann trotz 20% Lohnkosten, dann aber nur 100% Mist  - sprich Ausschussware produziert wurde.

Also ich sehe mal mit meinen informierten Laienverstand, keien andere Möglichkeit, wie man Wachstum in Deutschland erreichen könnten, wenn man nicht Waren herstellen kann, die wettbewerbsfähig sind mit den Waren in anderen Ländern.

Und sogar die Dienstleistungen wandern ab. So hat doch die Deutsche Bank verkündet, in Deutschland 1000de arbeitsplätze abzubauen , und in anderen Staaaten, in Billiglohnländern 2000 neue Arbeitsplätze zu schaffen.  
Antworten
Energie:

leider nur halb beantwortet !

 
11.12.05 11:42

wie heißts so schön:
jeder einzelne ist gefordert
und am Besten bei sich selbst anfangen, gelle
Antworten
Klaus_Dieter:

Ach Du willst wissen, was ich mache?

 
11.12.05 11:44
Denke aber , hatte ich hier schon öfter direkt oder indirekt gesagt.
Bin selbstständiger Kaufmann. Betreibe Handel in kleinem Rahmen. Beschäftige ein paar Leute, und zahle noch mehr Steuern.
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Libuda:

Noch einmal Adam Posen

 
11.12.05 11:49
Posen arbeitet am Washington Institute für International Economics und gilt als einer wichtigsten Deutschlandsexperen in den USA:

"In den vergangenen Jahren sind die Löhne in Deutschland langsamer gestiegen als im Rest der Welt. Zuletzt waren die Bruttoverdienste sogar gefallen. Dies hat die Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Gleichzeitig war aber die konjunkturelle Lage schlechter als in den Nachbarländern. Auch die Lage am Arbeitsmarkt verschärfte sich trotz der Lohnzurückhaltung weiter. Das deutsche Bestreben erinnere an das, was Briten in den 60er Jahren getan hätten, so Posen. Großbritannien hat damals erfolglos versucht über niedrige Lohnkosten zu konkurrieren. Dies habe die Wettbewerbsfähigkeit nicht dauerhalt sichern können. Ein bessere Strategie wäre, Produkte dank höherer Wertschöpfung zu verkaufen. Das habe auch das Wirtschaftswunder in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg ausgemacht, so  Posen. Damals seien Löhne wie Gewinne gestiegen."

(aus: FTD)

Antworten
KliP:

Nicht ganz verkehrt was Posen sagt.

 
11.12.05 12:25
Man muss sich aber fragen, ob die Voraussetzungen daür bei uns schon gegeben sind -

Produkte mit höherer Wertschöpfung kann man nur verkaufen wenn man technologisch Spitze ist. Technologieführerschaft  wiederum erfordert ein sehr flexibles und leistungsfähiges Bildungssystem,  das nicht nur publicitywirksam ein paar "Eliten" fördert und den Rest vernachlässigt, sondern den begabten Köpfen aus allen sozialen Schichten eine gute Bildungschance bietet - die Masse + Breite der Bildung  machts auch hier. ;)

Unser hochgradig verkrustetes Bildungssystem, in dem Lehrer und Hochschullehrer für Spitzengehälter im europäischen Maßsstab am wenigsten arbeiten, nachmittags prinzipiell unerreichbar sind (Lehrer) und in dem das Prinzip gilt,
möglichst wenig zu ändern und -per massiver politischer Lobbyarbeit- die Privilegien zu hüten, wird diese Aufgabe nicht leisten können.

Die Schocks der Pisa Studien waren vielleicht ein kleiner Antrieb, für bessere Breitenbildung muss aber noch viel geschehen.

Ferner muss erfolgen Bürokratieabbau allgemein und  für Unternehmer, besonders Gründer.
Es kann z.B. nicht sein, dass sogar ein Anton Kathrein mit alle seinen Connections in Bayern für die Hälfte des Genehmigungsverfahren soviel Monate braucht wie in Österreich für den ganzen Bau der Fabrik inklusive Genehmigung.

Erst danach  wird 'made in Germany' wieder premiumpreiswürdig werden.



 
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