Die Schweizer Wirtschaft ist in Top-Form

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quantas: X Die Schweizer Wirtschaft ist in Top-Form
5
12.12.06 14:44
#1 downup

Rosige Aussichten für den Arbeitsmarkt

Schweizer Unternehmen schaffen 2007 weitere Stellen

Von der guten Konjunktur in der Schweiz profitieren zusehends auch die Beschäftigten. Es gibt wieder mehr Stellen und in vielen Branchen winken Lohnerhöhungen. Auch im kommenden Jahr bleiben die Aussichten laut den Prognostikern gut. Obwohl die Wirtschaft etwas langsamer wachsen dürfte, schaffen die Unternehmen weitere Arbeitsplätze.

chs. Die Schweizer Wirtschaft ist in Top-Form, und das soll sich im kommenden Jahr gemäss Einschätzung der meisten Konjunkturforscher kaum ändern. Trotz einer leichten Abschwächung des Wachstums sehen sie auch 2007 einen anhaltenden Aufwärtstrend, im vierten Jahr in Folge.

Finanzen und Dienstleistungen bringen Schwung

Entsprechend rosig sind die Beschäftigungsaussichten. Die Indikatoren zeigen weiter nach oben und die Arbeitslosigkeit geht zurück. Das neueste Arbeitsmarktbarometer des Stellenvermittlers Manpower weist für das erste Quartal 2007 auf einen weiteren Aufschwung» am Schweizer Arbeitsmarkt hin. 15% der befragten Firmen wollen in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres mehr Beschäftigte einstellen, vor allem die Banken und Versicherungen, der Immobiliensektor sowie die Dienstleistungsbranche.   

Zahlen stimmen für 2007 zuversichtlich

«Der lebhafte Aufschwung am Arbeitsmarkt verbessert die Beschäftigungsaussichten laufend», freut sich Manpower-Generaldirektor Charles Bélaz. Der positive Trend der letzten Quartale werde sich fortsetzen. Der Saldo des Arbeitsmarktbarometers von plus 11% für Anfang 2007 sei das beste Ergebnis seit Einführung der vierteljährlichen Erhebung im Juni letzten Jahres.

Und vier der zehn untersuchten Wirtschaftssektoren zeigen die höchste je gemeldete Netto- Arbeitsmarktprognose. Sie ergibt sich aus der Differenz zwischen der Prozentzahl aller Arbeitgeber, die eine Zunahme ihrer Beschäftigtenzahl erwarten, und jenen Firmen, die mit einer Abnahme rechnen.

Bereits fehlen qualifizierte Arbeitskräfte

So erfreulich der gute Geschäftsgang für die Unternehmen ist, er zeigt auch bereits seine Schattenseiten: So herrscht in gewissen Branchen wieder Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Dieser sei bereits deutlich zu spüren ist, sagt Bélaz.

Weniger vom Aufschwung am Arbeitsmarkt spüren dagegen Unqualifizierte und Langzeitarbeitslose. Im November hat die Arbeitslosigkeit leicht zugenommen. Die Quote lag in der Schweiz bei 3,1 Prozent, gleichzeitig gab es rund 11’000 als nicht besetzt gemeldete Stellen.

 



Moderation
Moderator: Schwedenkugel
Zeitpunkt: 23.01.07 12:51
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bewertet: 4x informativ, 3x interessant, 2x uninteressant
quantas: Milliardenüberschüsse bis in 2010
2
12.12.06 15:22
#2 downup

Überschuss von 900 Millionen vorgesehen

Das Bundesbudget 2007 ist unter Dach. Der Ständerat ist am Dienstag in allen Punkten dem Nationalrat gefolgt und hat den Voranschlag für das nächste Jahr einstimmig genehmigt. Das Budget sieht einem Überschuss von 904 Millionen Franken vor.

(ap) Wenig Begeisterung zeigte der Ständerat für die beantragte Kürzung beim Aufwand des Heimatschutzes und der Denkmalpflege um zwei Millionen Franken. Ein Antrag auf Aufstockung wurde aber nicht gestellt.

Die vom Nationalrat eingefügte Erhöhung der Kredite für die kulturelle Erwachsenenbildung und die Stiftung Bibliomedia wurden gutgeheissen. Einem Nachtrag zum Voranschlag 2006 im Umfang von rund 470 Millionen Franken stimmte der Ständerat ebenfalls oppositionslos mit 35 gegen 0 Stimmen zu.

Beratermandate geben zu reden

Ein Antrag von Hans Fünfschilling (Baselland, fdp.), den Aufwand für Beratermandate in der Bundesverwaltung nicht um zehn Prozent zu kürzen und dafür - wie vom Bundesrat verlangt - 170,9 Millionen Franken zu Verfügung zu stellen, wurde mit 26 gegen 14 Stimmen abgelehnt.

Der Finanzplan für die Jahre 2008 bis 2010 sieht  Überschüsse von 3,9 Milliarden Franken vor.

 
 
bewertet: 2x informativ
quantas: Interessantes vom roten Baron
2
12.12.06 15:30
#3 downup
ariva.de    Happy End   Die Schweizer Wirtschaft ist in Top-Form 12.12.06 15:23

12.12.06 14:44

 

 

MfG

quantas

bewertet: 1x interessant, 1x gut analysiert
vega2000: Uninteressantes vom Schweizer Käse
5
12.12.06 15:37
#4 downup
*gg*

bewertet: 4x gut analysiert, 1x interessant
quantas: Schweizer Käse mmmmmmmmmmmmmmm!
 
12.12.06 16:05
#5 downup
quantas: Die Region Zürich ist Spitzenreiter
2
12.12.06 21:31
#6 downup

15 Prozent der Firmen wollen mehr Personal einstellen

Der Aufschwung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt schlägt sich in den positiven Beschäftigungsaussichten im ersten Quartal 2007 nieder. Dies prognostiziert der Manpower-Arbeitsmarktbarometer. Nun droht ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften.

15 Prozent der 750 befragten Firmen wollen im ersten Quartal 2007 mehr Mitarbeiter einstellen, wie der Stellenvermittlungskonzern Manpower in seinem vierteljährlich erhobenen Arbeitsmarktbarometer bekannt gab. Dagegen planen lediglich noch 4 Prozent der 750 befragten Arbeitgeber einen Personalabbau.

Immer weniger Firmen streichen Stellen

Daraus ergibt sich ein positives Netto-Arbeitsmarktresultat von 11 Prozent. Dies ist der beste Wert seit Einführung des Arbeitsmarktbarometers in der Schweiz.  Von einem gleichbleibenden Personalbestand in ihrer Firma gehen 80 Prozent der Befragten aus.

Damit haben sich die Beschäftigungsaussichten in der Schweiz seit drei Quartalen stetig verbessert. Und der Trend dürfte auch in den kommenden Monaten anhalten, sagte der Generaldirektor von Manpower Schweiz, Charles Bélaz. Die Zahl der Unternehmen, die gesagt hätten, sie würden Stellen streichen, nähmen ständig ab.

Spitzenreiter ist die Region Zürich

Ein Vergleich nach Regionen zeigt, dass die Beschäftigungsaussichten im Raum Zürich und in der Genferseeregion besonders optimistisch ausfallen.

Auch wenn die befragten Arbeitgeber in den übrigen fünf Regionen Espace Mittelland, Nordwestschweiz, Zentralschweiz, Tessin und Ostschweiz ebenfalls optimistisch bleiben, rechnen sie im Vergleich zum vierten Quartal 2006 mit einem Rückgang ihrer Beschäftigtenzahl in den ersten drei Monaten 2007.

Rekrutierungsprobleme zeichnen sich ab

Insgesamt sei das Ergebnis sehr erfreulich für die Entwicklung am Schweizer Arbeitsmarkt, sagte Bélaz. Die Arbeitslosenquote werde unter die Schwelle von 3 Prozent bis rund 2,5 Prozent fallen. Aber die Kehrseite der Medaille sei, dass es immer schwieriger werde, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

Kurzfristig könne die Schweizer Wirtschaft noch Fachkräfte aus dem Ausland rekrutieren. Aber schon in wenigen Jahren hätten alle Länder den gleichen Mangel an qualifizierten Mitarbeitern.

(sda/ap/schj)

Eine Frau liest den «Stellen-Anzeiger». Die Schweizer Unternehmen werden bald mehr Personal suchen. (keystone)
bewertet: 2x interessant
Karlchen_II: So was habe ich gerade heute über Osteuropa
2
12.12.06 21:35
#7 downup
gelesen. Die Mehrzahl der Firmen will das Personal aufstocken. Trotzdem kam es unter dem Strich zu einem Personalabbau, weil die Minderheit der Firmen entlassen hat - und das waren die großen Firmen.

Solchen Umfragen darf man also nicht trauen.
bewertet: 2x gut analysiert
quantas: @Karlchen
 
12.12.06 21:42
#8 downup

Ich sehe im Moment keine Entlassungen in der
Industrie.
Die Pharma, die Uhrenindustrie, die Banken
und die Maschinen und Metallindustrie boomen.
Es ist eigentlich eine sehr gute Stimmung, auch der Tourismus legt kräftig zu.
Höchstens in Teilen der Chemibranche sehe ich kleinere Gefahren.

Es sieht daher eher nach einem Engpass bei
qualifizierten Arbeitskräften aus.

Ich denke, dies wird sich auch an der Börse niederschlagen
und bin daher recht zuversichtlich für 2007.

Gruss
quantas
andreHannibal: mach dir keine Sorgen um die Chemie
 
12.12.06 21:52
#9 downup
auch denen geht es super! Ist aber eine konservative Industrie und deshalb ist die Branche nicht sehr volatil.

André
Karlchen_II: Wird wohl so sein.
 
12.12.06 21:54
#10 downup
Aber beim Tourismus? Ich habe gerade heute Abend mit nem Kollegen (ein Liechtensteiner;  bei uns arbeiten auch einige Schweizer) über den Schweizer Tourismus gesprochen - der sieht ziemliche Gefahren wegen des Klimawandels.  
andreHannibal: Qualifizierte Arbeitskräfte werdet ihr auch
 
12.12.06 21:57
#11 downup
bekommen. Weil alle deutschen Akademiker die nicht weit weg von der "Heimat" wohnen wollen ist die Schweiz optimal.

André
andreHannibal: @ Karlchen_II
 
12.12.06 21:59
#12 downup
Dafür kann man in der Schweiz billig tanken, kiffen, Killerspiele spielen und günstige Alkopos trinken.

André
quantas: Aufwärtstrend an Aktienmärkten hält an
2
13.12.06 14:11
#13 downup

Anleger dürfen sich weiterhin auf gute Börsengeschäfte freuen. Aus Sicht der Grossbank Credit Suisse wird der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten auch im kommenden Jahr anhalten. Es kommt aber zu grösseren Schwankungen als bisher.

(sda) Die Weltwirtschaft dürfte sich bis im Sommer 2007 wieder beleben, heisst es in der jüngsten Markteinschätzung der Credit Suisse. Sowohl die Eurozone als auch die Schweizer Wirtschaft werden trotz temporärer Wachstumsverlangsamung im Jahresdurchschnitt deutlich wachsen.

Angesichts der nur milden und zudem temporären Wachstumsabkühlung gehen die Experten der Credit Suisse von weiteren graduellen Zinserhöhungen aus. Während in den USA die Zinspause noch einige Zeit anhalten könne, sei in der Eurozone und in der Schweiz mit weiteren vorsichtigen Zinserhöhungen zu rechnen.

Aktienmärkte bleiben freundlich

Der Dollar dürfte in den ersten Monaten des neuen Jahres kaum Aufwärtspotenzial besitzen. Er könnte sich im Gegenteil zunächst weiter abschwächen, um dann wieder zu erstarken. Der Euro soll gegenüber den Tiefzinswährungen wie dem Schweizer Franken stark bleiben.

Die Experten der Credit Suisse erwarten, dass der aktuelle Aufwärtstrend an den Aktienmärkten weiter anhält. Sie rechnen jedoch mit einer höheren Volatilität in Abhängigkeit von der Zinspolitik der Amerikanischen Notenbank. Bevorzugte Region sei weiterhin Asien. Als besonders Erfolg versprechend erachtet die Credit Suisse die Sparten Infrastruktur, Energie, Wasser und Luxusgüter

bewertet: 1x interessant, 1x gut analysiert
vega2000: Auch ein schönes Thema
 
13.12.06 14:23
#14 downup
bewertet: 1x informativ
quantas: Schnee von gestern!
3
13.12.06 14:43
#15 downup

Swiss zündete Nachbrenner

Zürich Airport

Die Swiss verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr den höchsten Passagierzuwachs aller Zeiten. Auch die Auslastung erreicht Traumwerte.

Die Schweizer Airline Swiss spürt kräftigen Aufwind: Im November 2006 sind mit 838000 Fluggästen im Vergleich zum Vorjahresmonat 22,4 Prozent mehr Passagiere geflogen. «Das ist der höchste Zuwachs in der Geschichte der Swiss», sagt Swiss-Sprecher Franco Gullotti.

Er wies darauf hin, dass die Passagierzahlen der Swiss-Mutter Lufthansa, der British Airways und der Air France-KLM mit einem Plus von 4 bis 6 Prozent deutlich weniger stark zugelegt haben als Swiss. Auch die Überflieger Air Berlin mit sieben und EasyJet mit elf Wachstumsprozenten hinken hinterher.

Swiss kann mit einer weiteren guten Nachricht aufwarten: Das Passagierwachstum geht mit einer höheren Auslastung einher. Gegenüber dem Vorjahr bietet die Lufthansa-Tochter elf Prozent mehr Sitzkilometer an. Der Sitzladefaktor stieg gleichzeitig von 72,1 auf 77,4 Prozent. Mit einem Plus von 9,2 Punkten auf 67,7 Prozent hat die Auslastung im Europaverkehr am stärksten zugenommen.

«Wir führen das starke Wachstum auf ein kundennäheres Flugangebot, die gute Konjunktur und die Synergieeffekte der Star-Alliance-Mitgliedschaft zurück», so Gullotti zu den Gründen.

bewertet: 2x informativ, 1x interessant
DarkKnight: Arme Schweiz. Schon wieder gehen die Spezialisten
4
13.12.06 17:34
#16 downup
aus. Obwohl alles boomt.

Das hatten wir schon einmal, in den 70ern, als Emil den Film "Die Schweizermacher" gedreht hat.

Damals wurden Mülltonnenkontrolleure verzweifelt gesucht, um den dreckmachenden Ausländern, die hemmungslos in die Schweiz eingewandert sind (ca. 58 pro Jahr) den Garaus zu machen. Und weil ein Tonnenkontrolleur es mit unkontrolliertem Dreck zu tun hat, hat man die Spezialisten aus dem Geröll-Lawinenanbau abgezogen und sie in orangene Uniformen gesteckt. Mit Käppi. Alle waren glücklich, nur die Geröll-Lawinen nicht, denn ohne die planmäßige Nachzucht von Geröll kann kein Gletscher wachsen und die Ski-Gebiete verkümmern. Deshalb mußte die Schweizer Armee zunächst umstellen vom Holzrodel und Fahrrad zum Mofa mit eingebauter Seitenlasche für die Wassrpistole. Gleichzeitig wurden die Hüttenkäse-Produzenten verpflichtet, statt Hütteenkäse Geröll herzustellen. Das schien anfangs zu klappen, sogar der Käse wurde ein Exportschlager (er hat eben nicht mehr nach Hütte, sondern nach Käse geschmeckt), aber die Hüttenreste wurden einfach beim nächsten Hochwasser weggeschwemmt, die Tourismushütten waren weg und die Schweizer mußten auf ihre geliebte Käsesorten aus Bast, Stroh und fauligem Holz verzichten. Und der Umsdtieg auf Milchprodukte hat die Fäulnisbakterien vom Kuhstall in die Därme und Hirne der Schweizer geleitet und vor lauter Schmerz haben sie sich krampfhaft überlegt: wie retten wir unser Geröll und unsere weltkriegserprobten Holzrodel?

Die Antwort wurde mit Hilfe von Scrabble schnell gefunden: mit Geröllgeld vom Rest der Welt. Aber das muß verwaltet werden, und dann die zweite Klasse Erfindung: in der Schweiz bekommt man keine Zinsen für eine Geldanlage, man zahlt Zinsen dafür. Je höher der Geröllgehalt, umso mehr Zins wird fällig. Aber das ließ sich der Rest der Welt irgendwann nicht mehr bieten, und die mutigen Schweizer sagten sich: da hole ich meine Wasserpistole und hole das Geld persönlich ab.

Seitdem sind 1868 schweizer Bänker europaweit verschollen, und das ist die wahre Geschichte über die den Know-How-Mangel und den wahren Erfolg der Schweiz.
bewertet: 3x witzig, 1x informativ
Hobbypirat: Soviel Lügen von Dummpushern
 
13.12.06 17:53
#17 downup
wie in 2006 wird man sich die nächsten 50 Jahre nicht mehr erlauben.
Schweiz ist im Vergleich zu früheren Zeiten ganz schön abgewrackt.
Der Aufschwung ist vorwiegend medial, in der Realität kann man
nicht so viel davon feststellen.
 
kiiwii: Die FAZ fragt: "Ist die Schweiz ein Paradies?"
2
16.12.06 12:01
#18 downup
Ist die Schweiz ein Paradies?


VON KONRAD MRUSEK, BERN


Die Eidgenossen spielen ihre Vorteile aus.


Es sieht aus wie eine Abstimmung mit den Füßen: Überall in der Schweiz trifft man Deutsche. Es sind nicht Touristen oder Steuerflüchtlinge, sondern Werktätige. Darunter sind auffallend viele junge Ostdeutsche. Das einzige, worüber die Emigranten sich beklagen, ist, daß die Eidgenossen die Germanen nicht so gern haben. Doch über das Land selbst und über den Lohn klagt niemand. Kein Wunder, daß die Schweiz vor Amerika zum beliebtesten Auswanderungsziel wurde.


Liegt das Paradies also im Dreieck zwischen Basel, Bern und Zürich? So vollkommen ist die Schweiz nicht, auch wenn sie sich gerne - und touristisch gewinnbringend - als modernes Arkadien gebärdet. Doch dem Land geht es deutlich besser als dem Nachbarn im Norden. Das sieht man nicht nur auf der Straße, sondern auch in der Statistik. Die Arbeitslosenquote beträgt nur ein Drittel der deutschen.


Die Politiker trüben die gute Stimmung nicht. Es gibt zwar mehr Streit in dieser schier ewigen großen Koalition von vier Parteien, die sich Bundesrat nennt. Doch die Hahnenkämpfe zwischen den Ministern Christoph Blocher (Justiz) und Pascal Couchepin (Inneres) beeinträchtigen kaum die bedächtige, aber solide Arbeit der Regierung. Nach etlichen Jahren mit einem Defizit wird der Haushalt 2006 positiv abschließen.


Neidische Nachbarn schnödeten früher, der Schweizer Wohlstand sei auch glücklichen Umständen geschuldet. Tatsächlich hockte das Land lange wie eine Made im Speck in der neutralen Zone des Kalten Krieges. Die Banken horteten Fluchtgelder; viele Reiche, die sich vor den Russen fürchteten, brachten Milliarden in das Land. Zudem kassierte man bei den vielen Touristen, die sich Matterhorn oder Eiger anschauten.


Zürcher Tresore gibt es noch, und es kommen auch noch Steuerflüchtlinge, denen der Fiskus Rabatt gewährt. Doch das Glück der guten Lage ist kleiner geworden seit dem Fall der Berliner Mauer. Die Eidgenossen mußten Standortgunst teilweise ersetzen durch größere Tüchtigkeit. Das ist ihnen gelungen. Die Banken holen nun das Geld der Reichen im Ausland, weil das Bankgeheimnis nicht mehr so viele Milliarden von selbst nach Zürich lockt. Und die Industrie spezialisierte sich stärker, um konkurrenzfähig zu bleiben.


Der Strukturwandel war nicht schmerzlos. Eine Krise gab es in den neunziger Jahren, als die Deutschen von der Wiedervereinigung berauscht waren. Damals stagnierte die Schweizer Wirtschaft, die Banken verloren Milliarden Franken, als eine Immobilienblase platzte. Die Arbeitslosigkeit stieg auf ungewohnte Höhen, zudem spaltete die Europa-Frage das Land. Das "annus horribilis" war 2001, als die Swissair in den Bankrott stürzte. Damals sahen manche schon das ganze Land am Boden.


Das Debakel ist vergessen. Das Land boomt seit drei Jahren, wächst mit drei Prozent schneller als die Nachbarn im Euro-Raum. Der Aufschwung überrascht selbst die verwöhnten Eidgenossen. Sie haben noch im Ohr, daß der Schweiz Reformunfähigkeit bescheinigt wurde, als die Denkfabrik der Wirtschaft (Avenir Suisse) und der in Hamburg lehrende Schweizer Professor Thomas Straubhaar von einem "Problem-fall" sprachen, der viele Parallelen mit Deutschland habe.


Was brachte die Wende?


Sind die Politiker besser, die Manager unternehmerischer? Oder sind die Eidgenossen einfach nur optimistischer als die schwermütigen Deutschen? Die Schweiz kann mehrere Vorteile ausspielen. Sie ist in mancher Hinsicht flexibler, anderswo aber starrer, weil das direktdemokratische System keine Hauruck-Entscheidungen zuläßt. Diese politische Langsamkeit schadet aber nichts, sie ist gelegentlich sogar vorteilhaft, weil man zwischenzeitlich aus Fehlern deutscher Basta-Politiker lernen kann. Politische Mißgriffe verhindert manchmal auch das Volk, weil es an der Urne meist konservativ stimmt. Der Sozialstaat wurde zwar auch hier ausgebaut, doch geschah dies vorsichtiger. Es bildete sich keine Unterschicht, die antriebslos von Stütze lebt.


Die finanziellen Anreize zur Arbeit sind größer als zum Gang an die Sozialkasse, und weil Arbeitsmarkt und Lohnfindung auch sonst flexibler reagieren auf ökonomische Zyklen, ist der Sockel an Erwerbslosen geringer. Bei guter Konjunktur wird schneller eingestellt. Davon profitieren jetzt auch die vielen deutschen Fachkräfte. Ihnen bleibt netto mehr, weil Steuern und Sozialabgaben geringer sind.


Wenn die deutschen Emigranten jedoch am Monatsende die Rechnung aufmachen, ist es keineswegs sicher, daß sie mehr auf die hohe Kante legen können. Das Leben ist teuer in der Schweiz. Dies liegt vor allem daran, daß die Wirtschaft zweigeteilt ist: Es gibt die Konzerne wie ABB, Nestlé, Novartis und Roche, die global sehr erfolgreich agieren, und es gibt die Binnenwirtschaft, also das heimische Gewerbe, das ineffizient ist und für das hohe Preisniveau sorgt. Hinzu kommt der Agrarschutz an der Grenze, der die am höchsten subventionierten Bauern dieser Welt vor dem Markt abschirmt. Gewerbe und Landwirtschaft haben eine starke Lobby, beide zusammen bilden einen korporatistischen Filz, der bisher nicht beseitigt werden konnte.


Diese Lobby kämpft auch am lautesten gegen die europäische Integration, denn dies würde den Binnenmarkt liberalisieren und den Agrarschutz verringern. Die Außenseiterrolle in Europa ist also kein souveräner Alleingang, sondern auch ein Abwehrreflex gewisser Branchen. Gleichwohl hat dies dem Land bisher nicht geschadet, weil mit bilateralen Verträgen der Wirtschaft Zugang zum europäischen Binnenmarkt verschafft wurde. Den Alleingang kann sich die Schweiz so lange leisten, solange sie besser ist als die Nachbarn.


Text: F.A.Z., 16.12.2006, Nr. 293 / Seite 9


.
MfG
kiiwii

"Auch wenn alle einer Meinung sind, können alle Unrecht haben" (B.R.)
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quantas: Schweizer Uhren so gefragt wie noch nie
 
21.12.06 10:16
#19 downup

Export-Rekord im Monat November

Weltweit gefragt: Schweizer Luxus-Uhren

Noch nie sind in einem Monat so viele Schweizer Uhren exportiert worden wie im November. Die Ausfuhren erreichten einen Wert von 1,524 Milliarden Franken. Gefragt waren vor allem teure Uhren über 3000 Franken. Die Exportzahlen könnten sich positiv auf die Aktienkurse von Swatch und Richemont auswirken.

chs./(ap/sda) Im November stiegen die Ausfuhren von Schweizer Uhren gegenüber dem Vorjahresmonat um 13% an. Begehrt sind nach wie vor teure Uhren aus Gold (+22,9%) und Platin (+32,9%). Golduhren sind nach jenen aus Stahl (605,1 Mio. Fr.) wertmässig (457,5 Mio. Fr.) die zweitwichtigste Export-Kategorie.

Über die vergangenen zwölf Monate hinweg gesehen lag das Wachstum der Exporte bei 12,7 Prozent, wie der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FHS) mitteilt.

Geschäft mit Amerika zieht wieder an

Teure Uhren blieben nach Angaben des FHS die eigentliche Wachstums-Lokomotive. Rückläufig ist dagegen die Nachfrage nach im Preissegment von 200 bis 500 Franken. Wichtigstes Exportland bleiben die USA mit einem Plus von 15,4 Prozent. Nach drei eher flauen Monaten zogen die Ausfuhren nach Amerika wieder deutlich an.

Hongkong (+32,8%) liegt in der Exportstatistik auf Platz zwei. Mehr als verdoppelt haben sich trotz hohen Zöllen die Uhrenexporte nach China. Auch in Russland waren Schweizer Uhren begehrt, die Exporte stiegen um 76,5 Prozent.

 


 
 

http://www.nzz.ch/2006/12/21/wi/newzzEVYX70G4-12.html

 
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quantas: Stellenboom in der Schweiz
2
07.01.07 11:43
#20 downup

7. Januar 2007, NZZ am Sonntag

Lücken in den Betrieben

Am Arbeitsmarkt verstärken sich die Engpässe. Lust, über die Pension hinaus zu arbeiten, hat trotzdem kaum jemand - die Jüngeren noch weniger als die Älteren

Der Wirtschaftsboom führt zu vakanten Stellen. Im Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte belohnen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter mit Geld, wenn sie neue Kollegen anwerben.

Charlotte Jacquemart

Egal, ob Schweizer Firmen Ingenieure, Finanzspezialisten, Uhrmacher oder Landschaftsgärtner suchen: Qualifiziertes Personal zu rekrutieren, ist in den letzten Monaten schwieriger geworden. Selbst wenn man den «Jammerkoeffizienten» - notorischer Begleiter in vielen Branchen - abzieht, zeigen die offenen Stellen, dass ein Teil der Klagen berechtigt ist (Seite 24/25).

Einen massiven Mangel stellt Michael Agoras, der Managing Director von Adecco Schweiz, in der Finanzwelt fest, so in Zürich und Genf. «Hier erhalten wir nur noch wenige vernünftige Bewerbungen. Es gibt eine absolute Unterdeckung.» Sein Kollege Charles Bélaz, Chef von Manpower Schweiz, hat die Engpässe auf dem Arbeitsmarkt schon vor einem Jahr vorausgesagt. Die aktuellen Verknappungen haben laut Bélaz noch nichts mit der demographischen Entwicklung zu tun, sondern «mit der Volkswirtschaft, die auf Hochtouren läuft». Zusätzlichen Druck üben Firmenzuzüge aus, wie jener von Kraft Foods, welche den Europasitz mit rund 500 Mitarbeitern nach Zürich verlegt - unter anderem wegen des «hervorragenden Arbeitsmarktes».

Für die nächsten drei Monate wird der Aufschwung anhalten, wie das Arbeitsmarkt-Barometer von Manpower zeigt (siehe Grafik). 15% der befragten Arbeitnehmer wollen mehr Personal einstellen, nur 4% rechnen mit einem Abbau. Diese Netto-Arbeitsmarktprognose von 11% liegt 3 Prozentpunkte höher als im 4. Quartal 2006 und gar 9 Punkte über dem Vorjahresquartal.

Volkswirtschaftlich macht sich Roland Aeppli von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich zwar noch keine Sorgen - Klagen der Firmen hin oder her. Die Wirtschaft werde durch die Verknappungserscheinungen in gewissen Bereichen nicht gebremst. «Die Zahl der Beschäftigten ist seit Ende 2004 nur geringfügig um rund 50 000 von 3,63 Mio. auf 3,68 Mio. gestiegen. Die Engpässe am Arbeitsmarkt sind in erster Linie qualitativer und nicht quantitativer Art.» Laut Aeppli ändert sich das vorerst nicht. Denn: «Das Angebot an Arbeitskräften hat auch zugenommen, unter anderem deshalb, weil die Grenzen heute offen sind.» In der Tat gibt Adecco an, erfolgreich Metzger in Polen, Chemiker in England und Ingenieure in Deutschland zu rekrutieren.

Personalverantwortliche schauen aber nicht nur über die Landesgrenzen. Vermehrt belohnen sie auch die eigenen Mitarbeiter, wenn diese neue Kollegen anwerben. Die Zürcher Gesellschaft für Personalmanagement ZGP hat dazu 540 Mitglieder befragt: 42% derselben prämiert die Vermittlung eines neuen Arbeitnehmers durch einen internen Mitarbeiter mit Geld. 15% davon zahlen dafür eine Prämie zwischen 500 und 1000 Franken, 12% 1000 bis 2000 Franken, und 8% sind gar bereit, bis zu 5000 Franken zu bezahlen.

Auch die Zurich-Versicherung setzt auf die Idee. Gelingt die Rekrutierung auf diese Weise, erhält der vermittelnde Angestellte eine Prämie von 3000 Franken. Für Chris Dunkel, Personalchef der Zurich Schweiz, ist das Vorgehen erfolgreich. «Gute Mitarbeiter ziehen gute Kollegen an», weiss der Personalprofi. «Sie kennen ihr eigenes Arbeitsgebiet sehr gut und können am besten abschätzen, wie jemand zu einer Stelle passt.» Bei der Zurich werden um die 5% der offenen Stellen auf diese Weise wieder besetzt. Nicht davon überrascht ist Manpower-Chef Bélaz: «Schon in der letzten Hochkonjunktur im Jahr 2000 haben die Firmen stark auf diese Rekrutierung gesetzt.»

Die Verknappungen auf dem Arbeitsmarkt sind Wasser auf jene Mühlen, die das offizielle Pensionsalter erhöhen wollen. Bei Manpower beobachtet man, dass bezüglich Pensionsalter auf Seiten der Firmen wie bei den Arbeitnehmern ein Bewusstseinswandel stattfindet. Euphorisch ist Bélaz aber nicht: «Eine generelle Trendwende ist das noch nicht.»

Lieber in Frühpension

Gestützt wird diese Einschätzung von einer neuen, repräsentativen Studie. Das renommierte internationale Beratungsunternehmen Hewitt hat das Link-Institut für Markt- und Sozialforschung in Luzern Ende 2006 damit beauftragt. Die Resultate sind auf den ersten Blick wenig ermutigend: Nur 7% können sich vorstellen, länger als bis zum offiziellen AHV-Alter zu arbeiten. 43% wollen gar vorzeitig in Pension. Die Meinung über den Rückzug aus dem Erwerbsleben ist offensichtlich von der momentanen Lebenssituation beeinflusst. Je älter die Leute, desto eher können sie sich vorstellen, länger zu arbeiten (siehe Grafik). Keine signifikanten Unterschiede gibt es hingegen zwischen der Deutschschweiz und der Romandie, zwischen den Geschlechtern oder auch bezüglich Lohn oder Ausbildung.

Michael Bruggmann, Leiter HR- Consulting bei Hewitt Schweiz, vermutet, dass sich die Arbeitnehmer deshalb nicht mit einer längeren Lebensarbeitszeit anfreunden können, weil sie keine attraktiven Arbeitsmodelle erkennen beziehungsweise offeriert erhalten. «Sie sind in ihrem Urteil beeinflusst von dem, was sie heute in den Firmen sehen.» Und das sind starre, wenig flexible Vollzeitarbeitsplätze. Bruggmann ist sicher, dass es mit kreativen Karrieremodellen und flexibler Alters-Teilzeitarbeit gelingt, ältere Mitarbeiter über das ordentliche Pensionsalter bei der Stange zu halten.

Die Engpässe am Arbeitsmarkt könnten sich weiter verschärfen, falls jene Experten Recht erhalten, die voraussagen, dass die Erwerbsbevölkerung ab 2010 zusätzlich aus demographischen Gründen schrumpfen wird. Ob und allenfalls wie Firmen darauf reagieren, hat Hewitt in den USA in einer gross angelegten Untersuchung im September 2006 erforscht. Die Umfrage, deren Resultate sich auf Europa und die Schweiz übertragen lassen, hat ergeben, dass sich zwei Drittel der Firmen der Engpässe bewusst sind - nur 6% jedoch haben bereits Strategien dagegen entwickelt. Eine Mehrheit setzt noch immer darauf, die nötigen Arbeitnehmer auf dem Markt zu finden - und nicht selbst aufbauen zu müssen.

«Make statt buy» empfiehlt hingegen HR-Consultant Bruggmann den hiesigen Firmen. Er weiss aus seiner Tätigkeit, dass viele in den letzten zwölf Monaten begonnen haben, sich intensiv Gedanken darüber zu machen. So betrachte man das Ausscheiden von älteren Mitarbeitern mittlerweile nicht mehr nur wegen des Wissensverlustes als eine Herausforderung, sondern wegen des Mangels an qualifizierten Nachwuchstalenten und der Verknappungen auf dem Arbeitsmarkt.

Perspektiven bieten

Die besten Karten im Kampf um qualifizierte Arbeitnehmer haben laut Bruggmann heute jene Firmen, die in der Krise nach 2000 die langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten der Mitarbeiter aufrechterhalten haben. «Personalentwicklungsstrategien zaubert man nicht von heute auf morgen aus dem Hut.» Gut demnach, wer dem Kostendruck im Konjunkturtal widerstanden hat. «Wer heute den Arbeitnehmern langfristige Perspektiven bieten kann, hat einen Wettbewerbsvorteil», weiss Bruggmann. Ähnlich argumentiert Adecco-Chef Agoras: «Die jüngere Generation will eine gesunde Work-Life-Balance. Weiche Faktoren wie Sicherheit, Wertschätzung und Integration am Arbeitsplatz sind wichtiger geworden.» Wer demnach als Arbeitgeber eine hohe Arbeitsplatzzufriedenheit bieten kann, wird auch in Zukunft qualifizierte Mitarbeiter finden - und bessere Leistungen ernten.

 
 
 

http://www.nzz.ch/2007/01/07/wi/articleESMXS.html

 
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